VonLisa Kleinschließen
Die EU hat eine Obergrenze für Bargeldzahlungen beschlossen. Ab 2027 sollen Transaktionen ab 10.000 Euro nicht mehr in bar erlaubt sein. Zudem soll es eine Nachweispflicht ab 3000 Euro geben.
Im Jahr 2024 gibt es so einiges, was sich für Verbraucher ändert. Dabei drehen sich viele der neuen Regelungen um das Thema Geld. Manche bekommen zum Beispiel ab 2024 mehr Lohn – andere aufgrund von hohen Abzügen weniger. In Sachen Geld hat die EU nun eine weitere Änderung beschlossen. Die neue Regel betrifft alle, die auch mal größere Summen Geld ausgeben. Ab 2027 soll nicht mehr alles innerhalb der EU mit Bargeld bezahlt werden dürfen.
Neue Regelungen bei der Bargeld-Zahlung: Was sich dann für Verbraucher ändert
Wie die EU-Kommission bereits Anfang des Jahres mitteilte, soll mit einer neuen Regelung Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung künftig besser bekämpft werden. Daher wurde sich auf eine Obergrenze für Bargeld-Zahlungen innerhalb der EU geeinigt. „Für Barzahlungen gilt eine EU-weite Obergrenze von 10 000 €, wodurch Kriminellen die Geldwäsche erschwert wird.“, heißt es.
Wer außerdem Transaktionen in bar zwischen 3000 und 10.000 Euro tätigen möchte, muss der neuen Regelung zufolge nachweisen, woher das Geld stammt. Diese Nachweis-Regelung galt in Deutschland bislang erst ab 10.000 Euro.
In Deutschland gibt es bislang keine Grenze für das Zahlen mit Scheinen und Münzen. Wer Beträge über 10.000 Euro bar bezahlen will, muss sich aber ausweisen und nachweisen, woher das Geld stammt. Der Händler ist verpflichtet, diese Angaben zu erfassen und aufzubewahren.
EU einigt sich auf Obergrenze für Bargeldzahlungen ab 2027 – diese Ausnahme gibt es
Die Grenze ist am Donnerstag (20. Mai) durch die Mitgliedsstaaten beschlossen in Brüssel beschlossen worden, wie die „dpa“ mitteilt. Die Bargeldobergrenze wird ab 2027 gelten – allerdings nicht für Transaktionen unter zwei Privatpersonen, von denen keine beruflich mit dem jeweiligen Verkaufsobjekt handelt. Die nationalen Regierungen können den Angaben nach auch eine niedrigere Höchstgrenze festlegen.
Das EU-Parlament hatte bereits Ende vergangenen Monats den Weg für die neuen Vorschriften frei gemacht. Die Gesetzestexte müssen nun noch im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden, bevor sie in Kraft treten können.
Obergrenze für Bargeldzahlungen in Europa: Diese Auswirkungen gibt es
Neben Banken und Casinos müssen künftig auch etwa Händler von Luxusgütern sowie Anbieter von Krypto-Vermögenswerten ab bestimmten Summen ihre Kunden überprüfen und verdächtige Aktivitäten melden. Unter gewissen Bedingungen sollen auch Profifußballvereine und -agenten verpflichtet werden, Transaktionen zu überwachen.
„Mit der vorläufigen Einigung über eine Verordnung zur Bekämpfung der Geldwäsche werden die betreffenden Vorschriften erstmals EU-weit vollständig harmonisiert und potenzielle Schlupflöcher geschlossen, die von Kriminellen genutzt werden, um über das Finanzsystem illegal erworbene Gelder zu waschen oder terroristische Aktivitäten zu finanzieren“, teilt die EU-Kommission am 18. Januar mit.
„Anti-Money Laundering Authority“: Frankfurt bekommt eine neue Behörde
Um die Regeln zu überwachen, ist in Frankfurt eine neue Behörde geplant: die „Anti-Money Laundering Authority“ (AMLA). Sie soll Mitte nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen und unter anderem die nationalen Aufsichtsbehörden koordinieren und unterstützen. Frankfurt hatte sich als Standort gegen acht europäische Hauptstädte durchgesetzt.
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