VonMichaela Ebertschließen
Millionen Arbeitnehmer in Deutschland können aufatmen: Für sie gibt es ab April 2025 mehr Gehalt. Welche Jobs sind betroffen?
Gibt es wirklich mehr Geld? Diese Frage beschäftigte Millionen Arbeitnehmer in Deutschland in den vergangenen Monaten. Während einige Branchen in Sachen Gehalt bereits zum Jahresbeginn 2025 profitierten, mussten die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst lange um eine Einigung im Tarifstreit bangen. Immer wieder waren Angestellte für Warnstreiks auf die Straße gegangen. Mit Erfolg: Schon ab April gibt es für sie jetzt mehr Gehalt.
Mehr Geld für Millionen Beschäftigte: Wer ab April 2025 profitiert
Betroffen von der Gehaltsänderung sind laut der Deutschen Presse-Agentur mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte. Der Lohn soll demnach in zwei Stufen angepasst werden:
- Zum 1. April 2025 (und damit rückwirkend) steigen die Einkommen um drei Prozent, mindestens aber um 110 Euro im Monat.
- Zum 1. Mai 2026 steigen die Einkommen dann noch einmal um 2,8 Prozent. Auch das 13. Monatsgehalt soll erhöht werden.
Zudem können sich die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst über höhere Schichtzulagen freuen. Der neue Tarifvertrag soll rückwirkend ab 1. Januar 2025 für 27 Monate laufen. So lange dürften dann auch die Warnstreiks oder Streiks in diesem Teil des öffentlichen Diensts vom Tisch sein. Für die Beschäftigten der Länder soll im Herbst gesondert verhandelt werden.
Mehr Geld und mehr freie Tage: Änderungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst ab April 2025
Teil des Einigungspakets sind auch flexiblere Regelungen zu Arbeitszeiten und freien Tagen. Ab 2027 soll es einen zusätzlichen Tag Urlaub geben. Zudem soll es für die meisten Beschäftigten möglich sein, Teile des Weihnachtsgeldes in bis zu drei freie Tage umzuwandeln. Für kommunale Krankenhäuser gelten Sonderregeln. Freiwillig und befristet sollen Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit auf bis zu 42 Stunden die Woche erhöhen können.
Gegen diesen Punkt gab es nach Angaben aus Verhandlungskreisen Bedenken der Gewerkschaften. Sie befürchten Druck auf Arbeitnehmer, länger zu arbeiten. Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden. „Niemand kann gedrängt werden, mehr zu arbeiten – das ist Teil der Tarifvereinbarung“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke. „Wer freiwillig mehr arbeitet, erhält für die zusätzlichen Stunden einen Aufschlag.“
Millionen Beschäftigte bekommen mehr Geld: Gehaltserhöhung für Jobs in Kita, Nahverkehr und Co.
Die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen arbeiten in einer Vielzahl wichtiger Jobs von der Verwaltung über Kitas und Müllabfuhr bis hin zu Nahverkehr und Flughäfen. Der Tarifkonflikt berührte viele Bürger, weil es seit Januar immer wieder Warnstreiks gab.
Ursprünglich forderten die Gewerkschaften acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 350 Euro mehr im Monat, sowie unter anderem mindestens drei zusätzliche freie Tage im Jahr. Sie wollten, dass der Tarifvertrag nur ein Jahr läuft. Dies bezeichnete die Arbeitgeberseite als nicht finanzierbar.
In der dritten Verhandlungsrunde boten die Arbeitgeber dem Vernehmen nach eine Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent sowie ein höheres 13. Monatsgehalt und höhere Schichtzulagen. Die Laufzeit blieb offen. Den Gewerkschaften reichte das nicht. Letztlich rief die Arbeitgeberseite die Schlichtung an, weil die Gewerkschaften sich zu wenig bewegt hätten.
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