Konsumverhalten 

Mehr als nur Preise: So unterscheiden sich Supermarkt und Discounter – hier kauft Deutschland am liebsten ein 

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Preis oder Vielfalt? Der Einkauf in Discountern und Supermärkten birgt mehr Unterschiede als man denkt. Und ein Lebensmittelhändler ist bei den Deutschen besonders beliebt.  

München – Der Einkauf im Supermarkt oder Discounter ist längst nicht mehr nur eine Frage des Preises. Oft wird der Begriff „Supermarkt” auch für Discounter verwendet. Dabei können die Unterschiede zwischen den beiden Lebensmittelanbietern das Einkaufserlebnis erheblich beeinflussen. 

Discounter setzen auf Rabatte und niedrige Preise. Das ergibt sich schon aus der Bezeichnung: „Discount“ bedeutet im Englischen „Rabatt”. Markenprodukte finden sich vergleichsweise weniger im Sortiment. Stattdessen dominieren günstig produzierte Eigenmarken. Unternehmen wie Penny, Aldi, Lidl und Netto sind bekannte Vertreter der Gruppe Discounter.  

Discounter vs. Supermarkt: Das sind die wichtigsten Unterschiede 

Die Discounter zeichnen sich durch ein begrenztes Warensortiment und einfache Präsentation der Produkte aus, wodurch sie kostengünstige Angebote bereitstellen können. Der Effizienzgedanke zeigt sich darin, dass Produkte oft direkt auf Paletten im Laden platziert werden, ohne aufwendiges Umräumen.

Den Überblick im Lebensmittel-Dschungel behalten: Worauf es beim Einkauf ankommt

Die Supermärkte hingegen, zu denen große Ketten wie Edeka, Rewe und Kaufland gehören, setzen auf Vielfalt. Hier findet sich nicht nur die Eigenmarke, sondern auch eine breite Auswahl an Produkten verschiedener Hersteller. Dieser Fokus auf Markenvielfalt spiegelt sich jedoch in höheren Preisen wider. Dazu kommt der aufwendigere Präsentationsstil, bei dem Produkte individuell in die Regale eingeräumt werden, was wiederum zu höheren Personalkosten führt. 

Einkaufen beim Discounter: Masse statt Klasse? 

Ein Schlüsselunterschied ist die Produktpalette. Während Discounter auf Masse setzen und Markenprodukte weniger vertreten sind, bieten Supermärkte deutlich spezifischere Waren und präsentieren auch Produkte für Küche und Haushalt wie Schreibwaren, Strohhalme, Küchenmesser oder Pfannen. Diese Artikel finden sich in Discountern höchstens sporadisch als Aktionsware in bestimmten Zeiträumen. 

Wo letztendlich eingekauft wird, hängt von den persönlichen Vorlieben ab; und häufig auch von dem Blick ins Portemonnaie. Gibt es spezielle Angebote? Welches Geschäft hat länger geöffnet oder ist allgemein besser zu erreichen? Wie sind die Parkmöglichkeiten?

Diejenigen, die auf günstige Preise und eine effiziente Einkaufsweise setzen, finden sich in Discountern gut aufgehoben. Supermärkte hingegen locken oftmals auch mit regionalen Produkten. Dazu kommt eine reichhaltigere Auswahl, die persönliche Präsentation der Waren und ein umfassenderes Sortiment. Die größten Unterschiede zwischen Supermärkten und Discountern auf einen Blick:

Discounter:Supermärkte:
Kleineres SortimentUmfangreichere Auswahl
Weniger Marken-, mehr Eigenprodukte Mehr Marken-, weniger Eigenprodukte
Einfache PräsentationAufwändige Präsentation
Schreib- und Haushaltsware nur bei Aktionen Schreib- und Haushaltsware fest im Sortiment

Lidl, Rewe, Edeka, Aldi und Co.: Das sind die beliebtesten Supermärkte in Deutschland

Letztendlich beeinflussen die Unterschiede zwischen Supermärkten und Discountern nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Einkaufsgefühl und die individuellen Bedürfnisse. Bevorzugt man die Sparsamkeit des Discounters oder das breite Angebot des Supermarkts, ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Die Bedürfnisse sind in manchen Fällen auch vollkommen situationsabhängig, da sich mit der Zeit die Qualität zwischen Supermärkten und Discountern immer mehr angenähert hat.  

Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) hat 2022 fünfzehn verschiedene Supermärkte und Discounter von Verbrauchern nach Ambiente, Service und Beratung bewerten lassen. Das Gesamtergebnis der Kundenzufriedenheit lautet wie folgt:

Kaufland89,3%1,7 | Gut 
GLOBUS 88,0%1,8 | Gut 
famila Nordost 87,8% 1,8 | Gut
ALDI Nord 85,6% 2,0 | Gut
Netto Marken-Discount 84,8% 2,0 | Gut
HIT 83,4% 2,1 | Gut
Lidl 81,4% 2,2 | Gut
EDEKA 80,0% 2,3 | Gut
tegut 79,8% 2,3 | Gut
ALDI Süd 79,0% 2,4 | Gut
REWE 78,6% 2,4 | Gut
MARKTKAUF 78,3% 2,4 | Gut
PENNY 71,2% 2,9 | Befriedigend
NORMA 69,6% 3,0 | Befriedigend

Lidl-Unternehmer Dieter Schwarz: Der reichste Deutsche – Forbes Ranking Platz 27.

Dass sich das Geschäft mit den Lebensmitteln lohnt, zeigen nicht nur die Aldi-Erben, die Geschwister Beate Heister und Karl Albrecht Junior. Sie besitzen laut Forbes-Ranking der reichsten Menschen der Welt, ein Gesamtvermögen von rund 34,3 Milliarden Euro, und rangieren damit, hinter Logistik-Magnat Klaus-Michael Kühne, auf Platz drei der reichsten Deutschen.  

Dieter Schwarz, der Unternehmer, der hinter dem Lidl-Konzern die Fäden zieht, hat aktuell ein Gesamtvermögen von 40,5 Milliarden Euro. Damit rangiert er auf Platz 27. der reichsten Menschen der Welt (Stand: 11/2023) und ist gleichzeitig der reichste Deutsche. Kein Wunder, die weltweit rund 12.000 Lidl-Filialen spielten 2022 gute 114,8 Milliarden Euro Umsatz ein. (ls) 

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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