Recycling hausgemacht

Alte Erde nicht wegwerfen – sie lässt sich gut wiederverwerten

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Methoden zur Sterilisation von Blumenerde sind oft aufwendig. Wer trotzdem Ressourcen und Geld sparen möchte, greift daher am besten zu diesem schnellen Weg.

Beim Umtopfen oder wenn die Pflanzen vor dem Winter aussortiert werden, bleibt immer Blumenerde übrig. Die kann man natürlich entsorgen und für die nächsten Pflanzen frische kaufen. Oder man macht das Substrat keimfrei und lässt darin eine neue Blumen- oder Gemüsegeneration einziehen. Hierfür muss die Erde allerdings einige Kriterien erfüllen. Methoden für die Sterilisation gibt es mehrere – aber warum nicht die einfachste nehmen?

Warum es sinnvoll sein kann, alte Erde zu sterilisieren

Beim Umtopfen fällt alte Erde an. Sofern die Pflanze nicht krank war oder Schädlinge hatte, lässt sich das Substrat nochmals verwenden.

Warum sollte man Erde überhaupt sterilisieren? Der Aspekt ist bei Hobbygärtnern umstritten. Während die einen es für unnötig halten, betonen andere, wie wichtig ein keimfreies Substrat vor allem für Jungpflanzen sei. Unabhängig davon ist die Wiederverwertung des Produkts ökologisch sinnvoll.

Damit sich alte Blumenerde überhaupt sterilisieren lässt, sollte sie ein paar Voraussetzungen erfüllen: Auch wenn die Hitze die meisten Bakterien, Insekteneier und Pilze abtötet, sollten die vorherigen Pflanzen im Topf oder Kübel keine offensichtliche Krankheit, weder Schimmel- noch Schädlingsbefall gehabt haben. Denn das Risiko ist dann erhöht, dass das Substrat zu stark verunreinigt ist, Spuren davon zurückbleiben und überleben. Keimfähige Unkrautsamen werden bei dem Prozess durch große Hitzeeinwirkung in der Regel unschädlich gemacht.

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Schnelle und einfache Methode: Sterilisieren mit Wasser

Manche hantieren gerne mit Erde, für andere ist es eher eine schmutzige Angelegenheit. Im besten Fall verursacht die Reinigung der Erde daher möglichst wenig Dreck und Umstände, damit sich Aufwand und Nutzen die Waage halten. Oft verwendete Methoden sind das Sterilisieren im Backofen, in der Mikrowelle oder gar im Schnellkochtopf. Wem diese Vorstellung zu unhygienisch ist, der kann auf diese ganz einfach Prozedur zugreifen:

  1. Einen großen hitzefesten Eimer oder ein anderes Gefäß zur Hälfte mit alter Erde füllen.
  2. Die gleiche Menge Wasser aufkochen, beispielsweise im Wasserkocher.
  3. Das heiße Wasser zur Erde gießen, umrühren und abkühlen lassen.

Von Pflanzenkauf bis Blumentopf – zehn Tipps, die beim Gärtnern Geld sparen

Frau im Gartencenter trägt Topf mit jungem Obstbaum.
Kaufen Sie Stauden und Gehölze lieber als junge Pflanzen. Je länger eine Pflanze vom Händler gehegt und gepflegt wird, desto teurer wird sie. Außerhalb der Saison ist die Ware meist noch günstiger. © Alexander Limbach/Imago
Wurzelnackte Rosen mit Schere
Wurzelnackte Pflanzen werden oft von Obstbäumen, Sträuchern oder Rosen angeboten und sind deutlich günstiger als Pflanzen mit Topf und Wurzelballen. © Zoonar/Imago
Gesammelte Malvensamen und Blüte
Wenn Sie Pflanzen aus Samen ziehen, ist dies wesentlich günstiger als der Kauf von Jungpflanzen. Man muss nur früher im Jahr damit anfangen. © blickwinkel/Imago
Person gewinnt Samen aus gelber Cocktail-Tomate
Noch billiger wird’s, wenn man die Pflanzensamen nicht im Handel kauft, sondern das Saatgut nach der Blüte oder aus Obst und Gemüse selbst gewinnt. Vor allem bei seltenen Sorten lohnt sich die Mühe doppelt. © Zoonar/Imago
Rosmarin-Stecklinge, Anzucht, Blumentopf mit Abdeckhaube
Ebenso verhält es sich mit Ablegern oder Stecklingen – wer diese selber zieht, spart bei Kräutern, Stauden und Gehölzen bares Geld. © imagebroker/Imago
Frau kauft von Mann Pflanzen auf Flohmarkt
Auf Pflanzentausch- oder Kaufbörsen und Flohmärkten kann man Blumen und Gemüsepflanzen oft für einen Bruchteil dessen aus dem Gartencenter erstehen. © Funke Foto Services/Imago
alte Wanderschuhe dekorativ bepflanzt - Upcycling
Nicht jede Pflanze verlangt einen teuren Topf. Werden Sie mit Upcycling-Ideen kreativ, bevor ausgediente Gegenstände auf dem Müll landen. © Zoonar/Imago
Herstellung Brennnesseljauche, Schüssel in Beet
Selbst gemachte Pflanzenjauchen aus Brennnesseln oder eine Ackerschachtelhalm-Brühe sparen den Dünger und Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge und Krankheiten. © imagebroker/Imago
Schüssel mit Obst- und Gemüseresten
Sammeln Sie Obst- und Gemüsereste sowie andere Küchenabfälle für eigenen Kompost. Ein Bokashi-Eimer hat auch im kleinsten Garten Platz. © Panthermedia/Imago
Person schneidet Baum mit Astschere.
Beim Werkzeugkauf gilt: Qualität vor Quantität. Man benötigt nicht allzu viele Gerätschaften, aber wer hier zu Billigware greift, zahlt später bei schnellem Verschleiß oft drauf. Größere Geräte wie Rasenmäher könnte man auch leihen oder mit dem Nachbarn teilen. © Panthermedia/Imago

Das Sterilisieren der Blumenerde tötet auch erwünschte Mikroorganismen ab. Bevor man die abgekühlte Erde also weiterverwendet, sollte man sie wieder mit Nährstoffen aufwerten. Dies gelingt, indem man etwa zu einem Viertel frische Blumenerde oder Kompost untermischt.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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