Selbstheilungskräfte aktivieren

Gehirn „reinigt“ sich von selbst und beugt so Alzheimer vor – Wie Sie den Prozess unterstützen können

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Unsere Hirngesundheit ist ausschlaggebend, wenn es um das Alzheimer-Risiko geht. Forscher fanden im Tierversuch ein „Selbstreinigungsprogramm“.

Demenz und Alzheimer – für die meisten sind das Schreckgespenster, die mit dem Alter unaufhaltsam nahen. Doch die Wissenschaft zeigt: Ob wir eine neurodegenerative Krankheit wie Alzheimer bekommen, liegt auch in unserer eigenen Hand. Indem wir unsere Hirngesundheit fördern, können wir unser Risiko deutlich senken. Und auch die Selbstheilungskräfte unseres Körpers spielen eine wichtige Rolle.

Was sind neurodegenerative Krankheiten?

Demenzkrankheiten wie Alzheimer zählen zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Zu dieser Gruppe zählen Krankheiten, die darauf zurückzuführen sind, dass nach und nach Nervenzellen zugrunde gehen. Im fortgeschrittenen Stadium sind ganze Bereiche des Gehirns deshalb nicht mehr funktionsfähig. Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert, sind neurodegenerative Krankheiten eng mit Alterungsprozessen verbunden. Da der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland stetig zunimmt, gelten sie deshalb als wichtige medizinische Herausforderung der kommenden Jahrzehnte, heißt es weiter.

Gehirn beseitigt schädliche Ablagerungen durch „Waschprogramm“

Forschende vom Department of Pathology and Immunology an der School of Medicine der Washington University in St Louis, USA, haben nun in einer Studie zeigen können, wie sich das Gehirn gesund hält. „Unsere Studie zeigt, dass Neuronen als Hauptorganisatoren für die Hirnräumung dienen“, schreiben die Wissenschaftler um Li-Feng Jiang-Xie im Fachjournal Nature.

Sie achten auf ausreichend Schlaf? Damit tun Sie Ihrem Gehirn etwas Gutes.

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Im Tierversuch an Mäusen konnten die Forschenden zeigen, wie Ansammlungen von Stoffwechselabfällen selbstständig vom Gehirn beseitigt werden. Sie wiesen nach, wie Schwingungen im Gehirn die Flüssigkeit im Hirngewebe in rhythmischen Wellen bewegen, wodurch potenziell schädliche Ablagerungen beseitigt werden. Ob elektrische Impulse auch beim Menschen eine derartige Wirkung entfalten, muss allerdings noch erforscht werden.

Auch in Hinblick auf die Vorbeugung von neurodegernativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson ist diese „Hirnwäsche“ essenziell wichtig, denn „die Anhäufung von Stoffwechselabfällen ist eine der Hauptursachen für zahlreiche neurologische Erkrankungen“, schreiben die Forscher um Jiang-Xie.

Alzheimer vorbeugen: Ausreichend schlafen und auf gesunden Lebensstil achten

Um die Selbstreinigung des Gehirns zu unterstützen, sollte man auf ausreichend und guten Schlaf achten. Denn währenddessen greift das glymphatische System. Damit bezeichnen Forscher ein mutmaßliches Entsorgungssystem für Abfallstoffe im Zentralnervensystem, das von Hirn und Rückenmark gesteuert wird.

Was Sie außerdem für Ihre Gehirngesundheit tun können:

  • Geistiges Fitnessprogramm: Unser Gehirn ist wie ein Muskel: Regelmäßige „Trainingseinheiten“ halten es fit und leistungsfähig. Lernen Sie Neues, beschäftigen Sie sich mit Rätseln und Knobelaufgaben, lesen Sie viel und diskutieren Sie mit Freunden. So fördern Sie die Vernetzung der Nervenzellen und stärken Ihre geistige Reserve.
  • Bewegung hält fit – auch im Kopf: Körperliche Aktivität kurbelt die Durchblutung an und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen. Regelmäßiger Sport, sei es Schwimmen, Radfahren oder Wandern, wirkt sich positiv auf die kognitive Funktion aus. Schon 30 Minuten Bewegung pro Tag können einen Unterschied machen.
  • Gesunde Ernährung für den Kopf: Was wir essen, hat direkten Einfluss auf unser Gehirn. Eine mediterrane Kost, reich an frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Olivenöl, gilt als besonders empfehlenswert. Fisch und Nüsse liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die die Hirnfunktion unterstützen.
  • Stress abbauen und gut schlafen: Chronischer Stress schadet dem Gehirn. Achten Sie auf ausreichend Entspannungsphasen, sei es durch Yoga, Meditation oder einfach einen Spaziergang in der Natur. Gesunder Schlaf ist ebenfalls wichtig für die Regeneration des Gehirns.
  • Vorsorge beim Arzt: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt sind wichtig, um Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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