VonJuliane Gutmannschließen
Unsere Hirngesundheit ist ausschlaggebend, wenn es um das Alzheimer-Risiko geht. Forscher fanden im Tierversuch ein „Selbstreinigungsprogramm“.
Demenz und Alzheimer – für die meisten sind das Schreckgespenster, die mit dem Alter unaufhaltsam nahen. Doch die Wissenschaft zeigt: Ob wir eine neurodegenerative Krankheit wie Alzheimer bekommen, liegt auch in unserer eigenen Hand. Indem wir unsere Hirngesundheit fördern, können wir unser Risiko deutlich senken. Und auch die Selbstheilungskräfte unseres Körpers spielen eine wichtige Rolle.
Was sind neurodegenerative Krankheiten?
Demenzkrankheiten wie Alzheimer zählen zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Zu dieser Gruppe zählen Krankheiten, die darauf zurückzuführen sind, dass nach und nach Nervenzellen zugrunde gehen. Im fortgeschrittenen Stadium sind ganze Bereiche des Gehirns deshalb nicht mehr funktionsfähig. Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert, sind neurodegenerative Krankheiten eng mit Alterungsprozessen verbunden. Da der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland stetig zunimmt, gelten sie deshalb als wichtige medizinische Herausforderung der kommenden Jahrzehnte, heißt es weiter.
Gehirn beseitigt schädliche Ablagerungen durch „Waschprogramm“
Forschende vom Department of Pathology and Immunology an der School of Medicine der Washington University in St Louis, USA, haben nun in einer Studie zeigen können, wie sich das Gehirn gesund hält. „Unsere Studie zeigt, dass Neuronen als Hauptorganisatoren für die Hirnräumung dienen“, schreiben die Wissenschaftler um Li-Feng Jiang-Xie im Fachjournal Nature.
Im Tierversuch an Mäusen konnten die Forschenden zeigen, wie Ansammlungen von Stoffwechselabfällen selbstständig vom Gehirn beseitigt werden. Sie wiesen nach, wie Schwingungen im Gehirn die Flüssigkeit im Hirngewebe in rhythmischen Wellen bewegen, wodurch potenziell schädliche Ablagerungen beseitigt werden. Ob elektrische Impulse auch beim Menschen eine derartige Wirkung entfalten, muss allerdings noch erforscht werden.
Auch in Hinblick auf die Vorbeugung von neurodegernativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson ist diese „Hirnwäsche“ essenziell wichtig, denn „die Anhäufung von Stoffwechselabfällen ist eine der Hauptursachen für zahlreiche neurologische Erkrankungen“, schreiben die Forscher um Jiang-Xie.
Alzheimer vorbeugen: Ausreichend schlafen und auf gesunden Lebensstil achten
Um die Selbstreinigung des Gehirns zu unterstützen, sollte man auf ausreichend und guten Schlaf achten. Denn währenddessen greift das glymphatische System. Damit bezeichnen Forscher ein mutmaßliches Entsorgungssystem für Abfallstoffe im Zentralnervensystem, das von Hirn und Rückenmark gesteuert wird.
Was Sie außerdem für Ihre Gehirngesundheit tun können:
- Geistiges Fitnessprogramm: Unser Gehirn ist wie ein Muskel: Regelmäßige „Trainingseinheiten“ halten es fit und leistungsfähig. Lernen Sie Neues, beschäftigen Sie sich mit Rätseln und Knobelaufgaben, lesen Sie viel und diskutieren Sie mit Freunden. So fördern Sie die Vernetzung der Nervenzellen und stärken Ihre geistige Reserve.
- Bewegung hält fit – auch im Kopf: Körperliche Aktivität kurbelt die Durchblutung an und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen. Regelmäßiger Sport, sei es Schwimmen, Radfahren oder Wandern, wirkt sich positiv auf die kognitive Funktion aus. Schon 30 Minuten Bewegung pro Tag können einen Unterschied machen.
- Gesunde Ernährung für den Kopf: Was wir essen, hat direkten Einfluss auf unser Gehirn. Eine mediterrane Kost, reich an frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Olivenöl, gilt als besonders empfehlenswert. Fisch und Nüsse liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die die Hirnfunktion unterstützen.
- Stress abbauen und gut schlafen: Chronischer Stress schadet dem Gehirn. Achten Sie auf ausreichend Entspannungsphasen, sei es durch Yoga, Meditation oder einfach einen Spaziergang in der Natur. Gesunder Schlaf ist ebenfalls wichtig für die Regeneration des Gehirns.
- Vorsorge beim Arzt: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt sind wichtig, um Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen




Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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