VonLara-Sabrina Kiehlschließen
Mirko hat in seinem Leben schwierige Zeiten durchgemacht. Seit neun Jahren lebt er im Tierheim, wo es ihm gut geht. Dank eines Hundetrainers kann der Hund in ein neues Leben starten.
Aktualisierung vom 05. März 2024: „Deutschlands traurigster Hund endlich glücklich“ titelt die Bild in ihrem jüngsten Bericht über Mirko. Nach zahlreichen emotionalen Mitteilungen über den traurigen Vierbeiner, der sich neun Jahre lang nicht anfassen ließ, sorgt Mirkos Entwicklung jetzt für freudige Schlagzeilen.
Dank der Arbeit mit einem Hundetrainer schafft der inzwischen zehnjährige Mirko es jetzt, täglich Gassi zu gehen und sich streicheln zu lassen – hin und wieder sogar von Fremden. Selbst dem erfahrenen Experten seien angesichts Mirkos Schicksal die Tränen gekommen, so die Bild.
Auf Facebook bedankt sich das Tierheim Kandelhof bei Jörg von Jörg Dogwalkeressen Hundeschule Müller dafür, dass er „zur richtigen Zeit am richtigen Ort war“. Jetzt fehlt nur noch die richtige Familie für den struppigen Hund. „Ein Haus mit Garten auf dem Land oder in beruhigter Umgebung wäre wichtig“, schreibt das Tierheim auf seinem Facebook-Account. „Wichtig für Mirko außerdem, dass ein souveräner Ersthund zum Haushalt gehört, an dem er sich orientieren kann. Außerdem liebt Mirko seinesgleichen sehr.“ Damit Mirko von seinen Pflegern hin und wieder besucht werden kann, soll er zudem in der Nähe bleiben.
Ursprungsmeldung: Im Weischlitzer Tierheim Kandelhof leben die unterschiedlichsten Tiere. Für manche von ihnen ist der Aufenthalt im Tierheim nur ein kurzer Zwischenstopp, für andere wiederum hält er länger an. So wie für Mischlingshund Mirko. Seit etwa neun Jahren ist er ein fester Bewohner des Tierheims, da er als schwer vermittelbar gilt. Doch auch als Langzeitbewohner hat sich die Situation des kleinen Rüden erheblich verbessert, denn bevor er ins Tierheim kam, hat er schreckliches durchleben müssen.
Hund Mirko begegnet Menschen lieber nur auf Abstand – zu sehr belastet ihn seine Vergangenheit
Die Mitarbeiter des Tierheims setzen mit viel Einfühlungsvermögen alles daran, Mirkos Vertrauen in Menschen wiederherzustellen. Doch es scheint, als würde dieses Vertrauen nie zurückkehren. Niemand kann ihn berühren oder mit ihm spazieren gehen. Der Anblick von Halsband und Leine versetzt den wuscheligen Vierbeiner in tiefste Ängste. Dennoch kann er sich in seinem Zwinger und im Außengelände frei bewegen und lebt derzeit in Gesellschaft einer jungen Hündin, wie es in einem Beitrag in der Plauener Zeitung heißt.
Mirko hat die ersten Jahre seines Lebens in Rumänien verbracht, bevor er über einen deutschen Tierschutzverein an den Kandelhof vermittelt wurde. Straßenarbeiter sollen den „drangsalierten Hund aus der Kanalisation gezogen haben“, berichtet Kerstin Gotte, Vorständin des Tierheims. Auf der Webseite des Tierheims wird Mirkos schlimme Vergangenheit noch deutlicher: „Mit einem Wasserschlauch wollte man Mirko gefügig machen. Er wurde mit dem Schlauch geschlagen und bestraft, wenn er nicht nach Herrchens Pfeife tanzte“, steht dort.
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Mirko feiert 11. Geburtstag und bekommt ein Päckchen und einen lieben Brief
Heute geht es dem kleinen Vierbeiner aber zum Glück gut. Neulich erst feierte er seinen 11. Geburtstag. Er erfreut sich bester Gesundheit und bekommt alles, was er benötigt. Auch wenn die Tierheimmitarbeiter ihm gerne mehr Liebe und Streicheleinheiten schenken würden. Doch immerhin: inzwischen ist Mirko in der Lage, vorsichtig ein Leckerli aus der Hand von Menschen zu nehmen oder sich sanft berühren zu lassen. Dabei wedelt sein Schwänzchen aufgeregt hin und her.
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Einem ängstlichen Hund Futter aus der Hand anzubieten, ist ein guter Schritt, um Vertrauen aufzubauen. Was ängstlichen Hunden noch helfen kann:
- Zeit und Geduld: Setzen Sie sich in die Nähe des Hundes auf den Boden und reden leise mit ihm. Strahlen Sie Ruhe und Gelassenheit dabei aus, denn Hunde sind sehr sensibel und nehmen die Stimmung von Menschen genau wahr. So überträgt sich nicht nur die eigene Angst auf den Vierbeiner, sondern eben auch innere Ruhe.
- Fütterung aus der Hand: Am Anfang empfiehlt es sich, sich mit Abstand zu dem Hund zu setzen und die Leckerlis vorsichtig zu ihm hinzuwerfen. Nimmt der Vierbeiner das Futter an, versuchen Sie eine Steigerung: Halten Sie den Arm ausgestreckt mit Futter hin, schauen ihn dabei aber nicht an und warten bis er sich das Leckerchen nimmt.
- Selbstbewusstsein fördern: Führen Sie Hunde an furchteinflößende Situationen immer vorsichtig und in kleinen Schritten heran. Geben Sie ihnen Gelegenheit Angst zu überwinden und vermitteln Sie Sicherheit, in dem sie selbst ruhig und souverän bleiben. Loben Sie in den richtigen Momenten und schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre. Auch das gemeinsame Spiel kann helfen, das Vertrauen des Hundes zu gewinnen.
- Professionelle Hilfe: Ein Hundetrainer kann die Situation genau analysieren und ihnen individuelle Hilfe geben. Wenn ein Hund unter sehr vielen Ängsten leidet oder angstaggressives Verhalten zeigt und sich trotz konsequentem Training kein Erfolg einstellt, kann es sinnvoll sein, einen Tierpsychologen oder Verhaltensberater aufzusuchen.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
„Liebe auf Distanz“ bekommt Mirko haufenweise. Denn neben den liebevollen Mitarbeitern des Tierheims hat er einen Paten. Yaron David Müller-Zach besucht seinen Schützling alle vier Wochen und setzt sich dann für ein paar Stunden zu ihm. Anfassen lässt sich der Rüde zwar auch von ihm nicht, doch in seiner Gegenwart ist er gelassen und döst auch mal vor sich hin. Neben den regelmäßigen Besuchen schickt er Päckchen an „seinen“ Mirko mit Leckereien und rührenden Briefen – genau wie zu Mirkos 11. Geburtstag.
Rubriklistenbild: © Tierheim Kandelhof (Facebook)
