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Wie Sie mit Pappe ganz einfach Unkraut bekämpfen und Ihren Garten gestalten

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Das Mulchen mit Pappe hat viele Vorteile.
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Das Mulchen mit Pappe oder Papier ist eine viel diskutierte Methode. Sie gilt aber im Vergleich zu normalem Mulchen als viel wirkungsvoller. Das Für und Wider und eine Anleitung.

Beim sogenannten „Sheet mulching“ wird eine Fläche im Garten mit einer Schicht Zeitungspapier oder Pappe ausgelegt und mit Mulchmaterial abgedeckt. Dies ist beispielsweise ideal, um ein Rasenstück ohne Umgraben oder Herbizide in ein Beet zu verwandeln. Organische Mulchmaterialien wie Kiefernrinde, Holzspäne oder Laub verlangsamen den Wasserverlust an den Wurzeln, unterdrücken Unkraut und verbessern sogar den Boden, indem sie ihn bei der Zersetzung des Mulchs auf natürliche Weise mit Nährstoffen versorgen. Das Mulchen mit Pappe oder Papier erfüllt alle Aufgaben, die auch normaler Mulch erfüllt, aber noch effektiver.

Als Nachteil gilt die Tatsache, dass Mulchpappen eine Fläche vollständig abdecken, sodass die Gefahr besteht, dass Wasser und Sauerstoff nur schwer durch die Mulchschicht in den Boden eindringen können. Außerdem könnten Schadstoffe aus den Zeitungen und Kartons in den Boden gelangen. Wie das zu bewerten ist und wie Sie Ihren Boden mit Pappe mulchen, erfahren Sie hier.

Die Vorteile des Mulchens mit Pappe

Eine flache Mulchschicht erstickt die vorhandene Vegetation und verhindert, dass sich neues Unkraut ansiedelt. Da das zusätzlich verwendete Papiermaterial das Sonnenlicht blockiert und eine physische Barriere bildet, ist sie noch wirksamer als organischer Mulch allein.

In einer in der Fachzeitschrift Soil and Tillage Research veröffentlichten Studie untersuchten die Forscher den Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid durch verschiedene Mulchmaterialien, unter anderem beim Mulchen mit Pappe und Holzspänen. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Mulchschicht die Menge an Kohlendioxid und Sauerstoff im Boden darunter wahrscheinlich nicht so stark beeinflusst, dass Bodenmikroorganismen oder Pflanzenwurzeln Schaden nehmen.

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Bezüglich des Wasserhaushalts unter den Mulchschichten haben die Botanischen Gärten der University of North Carolina Charlotte gute Erfahrungen gemacht: Nach einigen Tagen ohne Regen nimmt die Wassermenge unter dem nicht gemulchten Bereich schnell ab, während der Boden unter dem Bereich, in dem der Mulch ausgebracht wurde, konstant bleibt. Das Mulchen trägt also dazu bei, ein bestimmtes Feuchtigkeitsniveau ohne viele Spitzen und Täler aufrechtzuerhalten.

Druckerschwärze und mögliche Schadstoffe in Papier und Kartonagen stehen in der Kritik, umweltschädlich zu sein. Hier macht allerdings die Menge das Gift, erklärte Ulrich Zang, Geoökologe und Fachmann für die Kompostierbarkeitsprüfungen gegenüber dem mdr. Zumindest, solange keine zuverlässigen Studien vorliegen, ließe sich das etwas schwer beurteilen. Kritischer sei wahrscheinlich grundsätzlich der steigende Gehalt von Mikroplastik in Böden zu bewerten, wenn es sich nur um ein kleineres Mulchbeet handelt. Aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Pappen und Papier entsorgen.

Anleitung für eine Mulchschicht mit Pappe

Die zum Mulchen benötigten Materialien sind einfach, Sie benötigen lediglich Zeitungspapier oder unbehandelten Karton beziehungsweise Pappe und Rindenmulch, getrocknete Blätter oder Holzspäne. So gehen Sie beim Mulchen vor:

  1. Bewässern Sie die Fläche: Wässern Sie am Tag vor dem Verlegen der Schichten die zu mulchende Fläche gründlich (wenn sie nicht bereits durch Regen nass ist).
  2. Entfernen Sie Grünzeug: Schneiden Sie das Gras oder die vorhandene Vegetation bis auf den Boden ab und lassen Sie das Schnittgut oder die Abfälle liegen.
  3. Legen Sie eine Papierschicht aus: Bedecken Sie die Fläche mit Zeitungspapier (ein bis drei Lagen) oder einer einzigen Lage unbehandelter Pappe, wobei die Ränder des Materials überlappen sollten. Entfernen Sie gegebenenfalls vorab Klebestreifen.
  4. Mit Mulch abdecken: Bedecken Sie die Papierschicht mit 5 bis 10 Zentimeter organischem braunen Mulch.
  5. Halten Sie die Fläche feucht: Wässern Sie die Fläche in Trockenperioden wöchentlich gründlich, während sich der Mulch zersetzt.

Die Mulchschichten werden sich zersetzen und den Boden mit organischem Material anreichern. Während sich die Schichten auflösen, wird die Durchlässigkeit zunehmen, bis sie schließlich Teil des Bodens werden. Dieser Abbau kann einige Monate dauern.

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