Renten-Experte erklärt

Armutsgefährdet im Alter? So viel Geld benötigen Rentner

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Viele Rentner in Deutschland sind von Altersarmut betroffen. Denn das monatliche Geld, das sie erhalten, fällt nicht üppig aus. Ein Renten-Experte erklärt, wie viel Geld nötig ist, um im Alter nicht arm zu sein.

Wer in der Rente genügend Geld zur Verfügung haben will, sollte sich frühzeitig damit auseinandersetzten. Denn umso früher man sich mit dem eigenen finanziellen Bedarf für die Rente beschäftigt, desto leichter lässt sich das Ziel durch Sparen oder kluge Anlagen erreichen und damit Altersarmut vermeiden. Aber wie viel Geld braucht es dafür eigentlich?

Das hat der Ökonom Christian Dudel vom Max-Planck-Insitut für Demografische Forschung bei Zeit Online erklärt: „Das kommt darauf an, ob Sie Ihren Lebensstandard halten, einigermaßen klarkommen oder bloß Altersarmut vermeiden wollen.“ Entscheidend für die nötige Rentenhöhe sei neben Faktoren wie Lebenserwartung oder Veränderungen bei den Ausgaben vor allem das bisherige Einkommen.

Keine Altersarmut: So viel Geld brauchen Rentner im Ruhestand

Denn am Gehalt, das vor dem Ruhestand auf dem Konto landete, könne errechnet werden, wie viel Geld später nötig wird. Um den Lebensstandard zu halten, braucht es laut Dudel mindestens 85 Prozent des bisherigen Gehalts. Mit 33 bis 50 Prozent des letzten Einkommens lasse sich eine Armutsgefährdung sowie nötige Grundsicherung verhindern.

Wie viel ist das konkret? Für das Jahr 2025 wurde bereits ein erstes Durchschnittseinkommen erhoben. Monatlich sind das laut der Deutschen Rentenversicherung 4207,75 Euro. Um im Alter nicht von Armut betroffen zu sein, müsste der Durchschnittsdeutsche somit zwischen rund 1390 Euro und 2100 Euro erhalten. Je nach Definition der Armutsgrenze gelten Rentner bereits mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens als arm.

Rente zu niedrig: Durchschnitt reicht nicht zum Erhalt des Lebensstandards

Dem Ökonom zufolge hat eine deutsche Rentnerin im Schnitt knapp 70 Prozent ihres letzten Nettolohns zur Verfügung. Das betreffe alle finanzielle Mittel, also auch betriebliche und private Vorsorge, nicht nur die gesetzliche Rente. Darin sieht Dudel ein Problem: Bislang hätten 70 Prozent des Gehalts als Richtwert für „eine gute Rente“ gegolten. Auch aus der Politik sei das kommuniziert worden.

Laut den Ergebnissen brauche es eben mehr Geld, um den Lebensstandard zu halten. An diesen „zu niedrigen Wert“ hätten sich die Deutschen angepasst. „Mit 70 Prozent wird man voraussichtlich nicht arm sein, aber den Lebensstandard halten kann man damit auch nicht“, erklärt Dudel gegenüber Zeit Online. Für viele Menschen ist eine Rente von weniger als 1800 Euro hingegen Realität.

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