Das Fruchtgemüse ist beliebt bei den Deutschen. So pflanzen, pflegen und ernten Sie Auberginen im eigenen Garten.
Egal ob gebacken, gebraten oder gegrillt: Die Aubergine ist ein vielfältiges Lebensmittel, das sich bei den Deutschen großer Beliebtheit erfreut. Sie kann für eine ganze Menge leckerer Rezepte verwendet werden.
Wer Auberginen aber nicht im Supermarkt kaufen möchte, der kann das Gemüse auch im eigenen Garten anbauen. Dabei sind allerdings ein paar Dinge zu beachten: So pflanzen und pflegen Sie Ihre Auberginen für das beste Ernte-Ergebnis.
Formen und Farben: Was für eine Pflanze ist die Aubergine?
Die Aubergine wird gemeinhin als Gemüse bezeichnet, gehört rein botanisch aber eigentlich zur Gattung der Obstpflanzen, weil sie aus einer befruchteten Blüte entsteht. Damit fällt sie in die gleiche Kategorie wie Tomaten, Paprika, Birnen oder Beeren. Trotzdem spricht man in Bezug auf Auberginen nicht von Obst, sondern von Fruchtgemüse. Andersherum werden alle essbaren Teile einer Pflanze, die keine Frucht sind, als Gemüse bezeichnet.
Am bekanntesten sind wohl die dunkelvioletten Auberginen mit der länglichen Form. Allerdings gibt es das Fruchtgemüse auch in Weiß, Gelb, Grün, Rot und Weiß-violett sowie in kleinen, runden und ovalen bis zu den bekannten länglichen Formen. Das Fruchtfleisch ist jedoch immer weiß und beinhaltet die Samen der Frucht. Bevor Auberginen zu ihrem heutigen Aussehen gezüchtet wurden, waren sie eher klein, rundlich und cremefarben, woher auch die alternative Bezeichnung „Eierfrucht“ sowie das noch heute verwendete englische Wort „Eggplant“ (Deutsch: Eierpflanze) kommen.
Die Aubergine ist ein Nachtschattengewächs, das ursprünglich aus Indien stammt. Dort wird die Pflanze schon seit über 4000 Jahren angebaut, bevor sie sich im arabischen Raum ausbreitete und im 15. Jahrhundert über Spanien in Europa Einzug hielt. Noch heute wird die Aubergine vorwiegend im warmen und trockenen Klima von Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Indien oder der Türkei angebaut. Besonders in der mediterranen Küche wird sie viel verwendet, ebenso wie für vegetarische und vegane Gerichte.
Standort: Unter welchen Bedingungen gedeiht die Aubergine am besten?
Auberginen mögen es am liebsten warm und sonnig. Deswegen haben es Hobbygärtner in wärmeren Teilen Europas meist leichter, das Fruchtgemüse anzubauen. Auch in Deutschland ist das Pflanzen von Auberginen aber nicht unmöglich, es erfordert lediglich etwas Fingerspitzengefühl.
Im Garten eignet sich am besten eine sonnige Ecke, zum Beispiel vor einer südlichen Hauswand, die gleichzeitig auch als Schutz vor Wind und Wetter dient, denn trübe Witterungen oder gar Regen mögen Auberginen ebenso wenig wie niedrige Temperaturen. Bereits ab 15 Grad fühlt sich die Pflanze nicht mehr wirklich wohl, was eine kleinere Ernte zur Folge haben kann. Auch auf dem Balkon im Topf kann man die Aubergine anbauen. Man muss darauf achten, dass die Pflanze wettergeschützt und in der Sonne steht.
Am besten gedeihen Auberginen im Gewächshaus, denn dort ist es windgeschützt und wärmer als auf freier Flur im Garten. Zu warm oder feucht darf es allerdings auch nicht werden, denn ab 30 Grad aufwärts fühlt sich die Pflanze ebenfalls nicht mehr wohl und eine hohe Luftfeuchtigkeit kann Krankheiten oder Fäule zur Folge haben. Deswegen sollte man das Gewächshaus regelmäßig lüften. Die ideale Temperatur für Auberginen liegt bei etwa 20 bis 25 Grad. Zwischen den Pflanzen sollte außerdem etwas Abstand gelassen werden, damit sie genug Platz zum Wachsen haben. Jede einzelne Pflanze braucht etwa 40x40 Zentimeter Platz.
Auberginen wachsen am besten in einem lockeren Humus-Boden wie sandigen Lehmböden. Gute Nachbarn im Beet sind Bohnen, Salat oder Radieschen, die sich für Mischkulturen mit Auberginen anbieten. Andere Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika oder Kartoffeln sollten hingegen nicht direkt neben den Auberginen angepflanzt werden.
Auberginen zu Hause anbauen: Die richtige Aussaat
Auberginen sind nicht nur in Sachen Wetter und Standort anspruchsvoll, auch das Aussäen der Samen ist ein aufwendiger Prozess. Am besten beginnt man damit im Februar, damit das Fruchtgemüse genug Zeit hat, bis zur Ernte im Sommer und Herbst groß und reif zu werden.
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Zum Aussäen brauchen Sie zunächst einige kleine Gefäße wie Anzuchttöpfe und passende Anzuchterde. Die Anzuchterde kommt in die kleinen Behälter und wird leicht angedrückt und bewässert, bevor die Samen mit genügend Platz, um zu wachsen, darauf verteilt werden. Darauf kommt noch einmal eine mehrere Zentimeter dicke Schicht Anzuchterde, die noch einmal leicht bewässert wird. Auch in diesem Zustand können die Töpfchen mit den Auberginen-Samen bereits im Gewächshaus oder in separaten Anzuchthäuschen stehen. Die Erde sollte jetzt durchgehend leicht feucht gehalten werden.
Nach ein bis zwei Wochen sind in der Regel die ersten grünen Keimlinge zu sehen und nach insgesamt vier Wochen kommen die ersten Blätter zum Vorschein. Jetzt können Sie die Pflanzen in größere Töpfe in Ihrem Gewächshaus umtopfen. Diese sollten mit nährstoffreicher Gemüseerde gefüllt sein, in die die Auberginen mit all ihren bereits gebildeten Wurzeln aus dem Anzuchttöpfchen eingesetzt werden. Die Pflanze muss danach in die Erde angedrückt und wieder leicht gegossen werden.
Wenn die Aubergine im Gewächshaus wachsen soll, darf sie dort nun stehen bleiben. Wenn sie aber später im Garten stehen soll, sollte sie bis nach den Eisheiligen Mitte Mai im Haus an einem hellen, warmen Platz stehen.
Auberginen-Pflege: Das richtige Gießen und Düngen
Obwohl Auberginen keine Fans von Regen und Luftfeuchtigkeit sind, sind sie umso durstiger, wenn es um Wasser im Boden geht. Zu wenig Wasser hindert die Pflanzen am Wachstum, zu viel Wasser sorgt aber schnell für Wurzelfäule. Deswegen sollten die Pflanzen regelmäßig gegossen werden, allerdings ohne Staunässe zu produzieren. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können, zum Beispiel über Löcher im Topf oder über eine Kiesschicht am Topfboden.
Um zu verhindern, dass Wasser aus dem Topf verdunstet, kann die Erde mit einer leichten Mulchschicht bedeckt werden. Außerdem sollte man beim Gießen darauf achten, nur die Erde und nicht die Pflanze selbst zu bewässern, um Grauschimmel zu vermeiden.
Auberginen bevorzugen einen nährstoffreichen Boden, der durch einen Langzeitdünger aufgewertet werden kann. Wer zusätzlich düngen will, kann auf flüssigen Gemüsedünger zurückgreifen, der alle 14 Tage mit dem Wasser zum Gießen vermischt werden kann. Wenn die Blätter der Aubergine gelb werden, weiß der Hobbygärtner, dass etwas Dünger nötig ist.
Wenn die Aubergine von Blattläusen befallen ist, sollten diese entfernt und die Pflanze abgewaschen werden. Auch Pflanzenschutzmittel aus dem Gartenbedarf helfen dabei. Gegen die Weiße Fliege wirken Fliegenfänger und ebenfalls Schutzmittel.
Auberginen in der Küche: Ernte, Lagerung und Zubereitung
Die Erntezeit für Auberginen liegt zwischen Ende Juni und Oktober. Dann ist das Fruchtgemüse in Saison und kann auch im Supermarkt von lokalen Anbietern gekauft werden. Die Reife Ihrer Auberginen im Gewächshaus können Sie an der Schale erkennen. Wenn diese glänzt und eine kräftige Farbe hat, ist die Pflanze erntereif. Dann kann sie abgeschnitten werden, wobei der Blütenkelch und ein paar Zentimeter des Stängels an der Pflanze bleiben sollten.
Zum Lagern bevorzugen Auberginen einen kühlen Ort, zum Beispiel die Garage oder einen Keller. Der Kühlschrank ist wiederum zu kalt und wie auch im Beet sollten im Regal keine Tomaten oder Äpfel in der Nähe der Aubergine gelagert sein, da deren Pflanzenstoffe die Auberginen zu schnell nachreifen lassen.
Am besten schmeckt die Aubergine, wenn man sie direkt nach der Ernte isst, allerdings niemals roh. Im rohen oder unreifen Zustand enthält das Fruchtgemüse einen hohen Anteil von Solanin, ein Bitterstoff, der schnell für Bauchschmerzen sorgen kann. Gegart oder gegrillt schmecken Auberginen am besten. Außerdem kann man sie wegen des geringen Eigengeschmacks auch gut mit Gewürzen aufpeppen, einlegen oder marinieren.
Nährwerte: So gesund sind Auberginen für den menschlichen Körper
Auberginen mögen keinen extremen Eigengeschmack haben, enthalten dafür aber jede Menge guter Nährstoffe. Ähnlich wie Gurken bestehen sie überwiegend aus Wasser, nämlich zu 93 Prozent. Vitamine und Mineralstoffe, die in dem Fruchtgemüse enthalten sind, sind etwa Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium, Vitamin C und Beta-Carotin. 100 Gramm Aubergine enthält außerdem 3 Gramm Kohlehydrate, weniger als 1 Gramm Fett und 3 Gramm Ballaststoffe. 100 Gramm Aubergine haben etwa 17 Kalorien.
Außerdem sind Auberginen gesund, weil sie entzündungshemmend, antioxidativ und antibakteriell im Körper wirken sollen. Sie sollen sie die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems fördern und bei Diabetes helfen oder einer solchen vorbeugen, weil sie den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen.
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