VonJuliane Gutmannschließen
Die gestreifte Asiatische Tigermücke kann gefährliche Krankheiten übertragen. Italienische Forschende analysierten, ob auch Covid-19 dazu zählt.
Die Asiatische Tigermücke – ihr wissenschaftlicher Name lautet Aedes albopictus – jagt vielen Menschen Angst ein. Denn sie gilt als Überträger von Dengue-Fieber, Chikungunya und Zika-Virus. Tatsächlich kann sie Krankheitserreger übertragen, allerdings nur, sofern das Insekt selbst Kontakt mit dem Erreger hatte.
Ursprünglich stammt das Insekt aus Asien, hat sich aber mittlerweile weltweit ausgebreitet – vor allem durch globalen Warenhandel. Der Klimawandel kommt ihr hier entgegen, denn tiefe Temperaturen über einen längeren Zeitraum lassen Tigermücken-Populationen sterben. Da kalte Winter in Deutschland immer häufiger ausbleiben, fühlt sich die Tigermücke auch hierzulande wohl. Das Umweltbundesamt gibt eine Einschätzung zu den Gefahren ab, die durch einen Tigermücken-Stich einhergehen können.
Tigermücken als „potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit in Deutschland“
„In Deutschland wird das Risiko einer Übertragung von Viren durch Ae. albopictus derzeit als gering erachtet, da die Anzahl von Virusträgern gering und das Vorkommen der Stechmücken begrenzt ist. Allerdings weisen die zunehmenden Nachweise der Asiatischen Tigermücke in Deutschland darauf hin, dass sich die Stechmücke auch hierzulande etablieren und ausbreiten kann“, heißt es vonseiten des Umweltbundesamts. Das Amt gibt keine positive Prognose ab: „Aufgrund der Tatsache, dass auch die Anzahl der importierten Dengue- und Chikungunyafälle massiv zugenommen haben, ist auch schon jetzt das Auftreten von Ae. albopictus als potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit in Deutschland einzustufen“.
In Frankreich, Kroatien, Italien und Spanien war es in den vergangenen Jahren bereits wiederholt zur Ansteckung mit Krankheiten gekommen, die auf die Tigermücke zurückgeführt werden konnten. Dazu zählte Dengue- und Chikungunya-Fieber.
Können Mücken das Coronavirus übertragen?
Italienische Forschende kamen zu dem Ergebnis, dass die Asiatische Tigermücke kein Coronaviren-Überträger ist. In ihrer Studie, die im Fachjournal Parasites & Vectors erschienen ist, schreibt das Forscherteam um Claudia Fortuna vom Department of Infectious Diseases am Istituto Superiore di Sanità in Rom: „Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass die in Europa am häufigsten vorkommenden Vektormückenarten SARS-CoV-2 nicht übertragen und dass Ae. albopictus nicht in der Lage ist, das Virus mechanisch durch Nahrungsaufnahme von einem positiven Wirt auf einen gesunden Wirt zu übertragen“.
Auch das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich beruft sich auf die Studie und gibt bekannt: „Bis heute gibt es keine Hinweise auf eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Mücken“.
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