Gefährlicher Blutsauger

Tigermücke breitet sich in Deutschland aus – Überträger exotischer Krankheiten

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Die Tigermücke ist eine aggressive Stechmücke und hierzulande auf dem Vormarsch. Das ist gefährlich, denn sie kann trophische Krankheiten übertragen.

München – Sie kommt aus Asien, doch aufgrund der immer wärmer werdenden Temperaturen fühlt sie sich inzwischen auch hierzulande wohl: die Asiatische Tigermücke. Sie ist jedoch deutlich stechfreudiger als die heimischen Mücken und auch ihr äußeres unterscheidet sie. Ihren Namen hat die Tigermücke aufgrund ihres Streifenmusters in schwarz-weiß. Zudem sticht die Tigermücke Mücke auch tagsüber zu, während die heimischen Mücken hauptsächlich nachts aktiv sind. Doch vor allem ein anderer Unterschied macht das Insekt deutlich gefährlicher.

ArtAsiatische Tigermücke (Aedes albopictus)
AktivSticht auch tagsüber
AggressivitätStechfreudig

Tigermücke in Deutschland – Überträger von mehr als 20 exotischen Krankheiten

Wie das Bundesumweltamt berichtet, wurde die Tigermücke erstmals in den Jahren 2007 bis 2013 in Deutschland gesichtet. Inzwischen gibt es hierzulande jedoch besonders in den Sommermonaten große Populationen. Die Gefahr der Tigermücke geht jedoch nicht nur von ihrem Temperament aus, gefährlich macht sie vor allem, dass sie exotische Krankheiten übertragen kann. Die Asiatische Tigermücke gilt als potenzieller Überträger von mehr als 20 Viren, dazu gehören unter anderem die Folgenden:

  • West-Nil-Virus
  • Dengue-Virus
  • Chikungunya-Virus
  • Zika-Virus

Darum ist die Tigermücke gefährlich: Steigende Populationen könnten in Zukunft Krankheiten übertragen

„Die Gefahr einer Infektion durch einen Stich der Tigermücke ist in München zwar noch gering. Es ist jedoch denkbar, dass sich stabile Tigermücken-Populationen ausbilden, die auch Krankheitsüberträger sein können“, teilte Beatrix Zurek, Gesundheitsreferentin der Stadt München, mit. Auch der Klimawandel führt zu einem erhöhten Risiko für Tropenkrankheiten in Europa.

Die Asiatische Tigermücke unterscheidet sich nicht nur optisch von den heimischen Mücken, sie ist auch aggressiver und überträgt exotische Krankheiten.

Um das weitere Ausbreiten der Tigermücke einzudämmen, werden einige Gebiete überwacht. Die Stadt München beispielsweise lässt nach eigenen Angaben eine Fachfirma an acht Stellen im Stadtgebiet Fallen aufstellen, an denen die Tigermücke gute Lebensbedingungen auffinden könnte. Dazu gehören Kindergartenanlagen, Friedhöfe und Bahngelände.

Exotische Tigermücke in Deutschland – Sie sticht nicht nur im Sommer

Die exotischen Mücken stechen jedoch nicht nur im Sommer zu – inzwischen vermehren sich die Tigermücke in Teilen Europas auch im Winter. Auch in Deutschland wurde bereits eine überwinternde Population im Winter festgestellt, wie Jürgen Tölk vom Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz erklärt. Die Tigermücke hätte sich dort in mehreren Kleingartenanlagen auf einer Fläche von etwa 100 Hektar ausgebreitet.

Um die Tigermücke von fernzuhalten, sollten potenzielle Brutstätten vermieden werden. Diese befinden sich oft sogar im Haushalt, beispielsweise in Gießkannen und Untersetzern von Blumentöpfen. Um die Tigermücke aus dem Garten zu vertreiben, sollten Gartenbesitzer zudem ihre Regentonnen abdecken. (kiba/dpa)

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