5000 Arbeitsplätze bedroht

Insolvenz bei Supermarktkette Real – Diese 62 Märkte stehen vor dem Aus

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    Kai Hartwig
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Der Insolvenzantrag wurde gestellt, jetzt wird es für die letzten Real-Filialen eng. Wie es für die Mitarbeiter der 62 Filialen weitergeht, ist ungewiss.

Mönchengladbach – Es ist den Kunden nicht entgangen, dass im Laufe der Jahre zahlreiche Filialen von Real aus dem Supermarkt-Panorama verschwunden sind. Laut Real GmbH waren 2020 noch 276 Filialen bundesweit in Betrieb, inzwischen sind es lediglich 62. Das Einzelhandelsunternehmen steckt schon seit geraumer Zeit in der Krise. Die Real GmbH stellte am Freitag (29. September) einen Insolvenzantrag. Damit ist die Zukunft der verbleibenden „Mein Real“-Geschäfte sowie der rund 5000 Beschäftigten völlig ungewiss.

Insolvenz bei Supermarktkette Real – 62 Märkte stehen wohl vor dem Aus

Folgende 62 Filialen von „Mein Real“ in Deutschland sind noch in Betrieb (Stand: 30. September 2023):

  • Amberg: Fuggerstraße 4
  • Bexbach: Poststraße 1
  • Brakel (NF): Warburger Straße 38
  • Brandenburg an der Havel: Brielower Landstraße 29
  • Bruchsal - Heidelsheim: Stuttgarter Straße 10
  • Böblingen: Röhrer Weg 18
  • Bühl - Vimbuch: Vimbucher Straße 75
  • Coesfeld: Dülmener Straße 39
  • Dinslaken: Thyssenstraße 70
  • Donaueschingen: Bregstraße 30
  • Düsseldorf - Heerdt: Schiessstraße 31
  • Erfurt - Schmira: Gothaer Straße 22
  • Ettlingen: Huttenkreuzstraße 8
  • Euskirchen: Narzissenweg 25
  • Frankfurt-Oder: Messering 10
  • Gelsenkirchen - Buer: Emscherstraße 37
  • Gosen - Neu Zittau: Am Müggelpark 10-12
  • Gotha: Schubertstraße 20
  • Hagen: Vollbrinkstraße 9
  • Halle (Saale) - Neustadt: Neustädter Passage 17
  • Halle (Saale) - Peißen: Saarbrücker Straße 1
  • Hallstadt: Emil-Kemmer-Straße 2
  • Heidenau: Hauptstraße 3
  • Heiligenhaus: Velberter Straße 38-44
  • Helmstedt: Werner-von-Siemens-Straße 3
  • Herne: Am Großmarkt 4
  • Ingelheim am Rhein: Nahering 3
  • Irxleben - Hermsdorf: Elbepark 1
  • Jettingen: Heilbergstraße 3
  • Kamp - Lintfort: Moerser Straße 221
  • Karlsruhe - Bulach: Ortenbergstraße 8
  • Köln - Sülz: Weißhausstraße 20-30
  • Ludwigshafen am Rhein: Prälat-Caire-Straße 7
  • Magdeburg: Olvenstedter Graseweg 37
  • Monschau - Imgenbroich: Hans-Georg-Weiss-Straße 8
  • Mülheim-Kärlich: Industriestraße 4
  • Nordwalde: Wallgraben 12-14
  • Oberndorf am Neckar: Friedrich-List-Straße 10
  • Passau: Holzmannstraße 52
  • Pocking: Passauer Straße 56
  • Pritzwalk: Rostocker Straße 2
  • Querfurt: Nebraer Tor 5
  • Riesa: Riesapark 4
  • Saarlouis: Carl-Zeiss-Straße 2
  • Salzgitter: Konrad-Adenauer-Strasse 111
  • Salzgitter - Thiede: Schäferwiese 15
  • Schiffdorf-Spaden: Neufelder Weg 5
  • Schwentinental - Raisdorf: Mergenthalerstraße 13-21
  • Stuhr - Groß-Mackenstedt: Proppstraße 164
  • Süßenborn / Weimar: Landhausallee 7
  • Traunstein - Haslach: Haslacher Feld 5
  • Uelzen: Fischerhofstraße 6
  • Walbeck-Hettstedt: Kämmritzer Weg 20
  • Weiden (Oberpfalz): Neustädter Straße 22
  • Weingarten: Franz-Beer-Straße 108
  • Wernigerode: Dornbergsweg 43
  • Wetzlar: Hörnsheimer Eck 2-4
  • Wolfsburg - Nordsteimke: Hehlinger Straße 21
  • Wuppertal - Langerfeld: Dieselstraße 20
  • Wülfrath: Zur Fliethe 8
  • Zwiesel: Alte Langdorfer Straße 15
  • Übach - Palenberg: Boschstraße 4
  • Quelle: Real GmbH

Real-Geschäftsführung setzt auf „Insolvenz in Eigenverwaltung“

Mit ihrem Antrag auf Insolvenz versucht die Real GmbH eigenverantwortlich zu bleiben, um bei potenziellen Übernahmegesprächen mit Konkurrenten mit am Verhandlungstisch zu sitzen. Das Ziel ist es, die 5000 verbleibenden Arbeitsplätze zu sichern, gab das Unternehmen am 29. September in einer Pressemitteilung an. Das wäre sicher auch im Sinne der Kundinnen und Kunden, die dann weiterhin in den verbliebenen Filialen einkaufen könnten.

Die SB-Warenhauskette Mein Real hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

„Eine Insolvenz in Eigenverwaltung steht nur jenen Unternehmen offen, die zwar vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, aber einen tragfähigen Geschäftsplan vorlegen können“, so die weitere Aussage. Inwiefern Bojan Luncer (Vorsitzender), Ulrich Bergmoser und Karsten Pudzich weiterhin Teil der Geschäftsführung bleiben dürfen, ist jedoch ebenso offen wie die Frage, ob ihr Geschäftsplan wirklich zukunftsfähig ist. Dies muss nun das Amtsgericht Mönchengladbach entscheiden.

Real GmbH mit bewegter Vergangenheit – zahlreiche Führungswechsel

Die Real GmbH hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Erst 2022 wurden nach Angaben der Real GmbH die verbliebenen 63 Filialen im Zuge eines ordnungsgemäßen Bieterverfahrens von der SCP Group an die Unternehmerfamilie „Drs. Tischendorf“ veräußert. Unter dem neuen Namen „Mein Real“ wurden die Geschäfte dann weitergeführt. Dabei hatte die SCP Group erst 2020 Real von der Metro AG übernommen. Unter der Führung der SCP schrumpfte die Anzahl der Real-Filialen von 276 auf nur noch 160. Immerhin sollen laut Real GmbH durch die Abgabe der Standorte an die Konkurrenz – darunter Kaufland, Globus, Edeka und Rewe –„tausende Arbeitsplätze gesichert“ worden sein.

Jetzt ist die SCP Group wieder am Ruder. „Angesichts der kritischen wirtschaftlichen Verfassung der Real GmbH hat SCP das Unternehmen im Interesse aller Stakeholder im Mai dieses Jahres wieder erworben“, hieß es. Demnach habe man das Insolvenzverfahren einleiten müssen, da „zuvor getroffene fehlgeleitete operative Managemententscheidungen vor dem Hintergrund des herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds nicht schnell genug korrigiert werden“ konnten. (kh)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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