Hunde-TV

Können Hunde fernsehen? Ja, das können sie tatsächlich – in ihrer eignen Wahrnehmung

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Wenn Sie fernsehen, guckt ihr Hund mit? Aber versteht er tatsächlich, was da passiert? Eine Hundeexpertin klärt auf.

Die meisten Hundebesitzer kennen es: Sie machen es sich vor dem Fernseher gemütlich und der Vierbeiner guckt mit. Manche Hunde sind nur kurz interessiert, andere flippen regelrecht aus, wenn sie einen Artgenossen auf dem Bildschirm entdecken. Aber können Hunde wirklich fernsehen? Und vertreibt das sogar die Langeweile, wenn sie alleine zu Hause bleiben müssen?

Sie nehmen die Welt anders wahr: Können Hunde wirklich fernsehen?

Ein Hund sieht sich selbst im Fernsehen. (Symbolbild)

Hundeaugen funktionieren anders als Menschenaugen. Lange dachten Wissenschaftler, Hunde könnten nur Schwarz-Weiß sehen. Das ist inzwischen widerlegt: Hunde nehmen durchaus Farben wahr, allerdings dichromatisch. Das heißt, sie sehen das Farbspektrum von Gelb und Blau. Auch haben ihre Augen eine andere Flickerfrequenz als die menschlichen: Während sie bei Menschen 50 Hz beträgt – wir also bei 50 Bildern pro Sekunde die Illusion eines Films wahrnehmen – brauchen Hunde 70 Hz. Ein normales Video, gerade von älteren Fernsehgeräten, flackert daher in ihrer Wahrnehmung. Der visuelle Sinn ist für Hunde aber auch nicht so wichtig ist und sie sehen daher weniger scharf als der Mensch. Hinzu kommt, dass Hunde nicht fähig sind, ungewohnte Perspektiven zu verstehen. Unnatürliche Kamerawinkel oder Zeichentrick werden den Hund eher kalt lassen.

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„Yippie Ya Yey, Schweinbacke“. Ein Eichhörnchen fliegt als Superheld durch die Lüfte.
„Yippie Ya Yey, Schweinebacke. Komme nur her, ich mache dich platt“. Ein Eichhörnchen fliegt im Regen wie ein Superheld durch die Lüfte.  © Alex Pansier/Comedywildlifephoto.com
„Nein, ich will dich nie, nie, nie wieder sehen. Niemals. Okay, morgen vielleicht“.
„Nein, ich will dich nie, nie, nie wieder sehen. Niemals. Okay, morgen vielleicht“. Lustige Szene von zwei Eselspinguine auf den Falklandinseln. © Jennifer-Hadley/Comedywildlifephoto.com
„Hmmmm, du riechst so gut. Danke Schatz“. Zwei junge See-Elefanten genießen ein kurzes Schläfchen.
„Hmmmm, du riechst so gut. Danke Schatz“. Zwei junge See-Elefanten genießen ein kurzes Schläfchen.  © Andrew Peacock/Comedywildlifephoto.com.
„Autsch, aller Anfang ist schwer“. Ein junger Löwe hat den Absprung von einem Baum nicht ganz hinbekommen.
„Autsch, aller Anfang ist schwer“. Ein junger Löwe hat den Absprung von einem Baum nicht ganz hinbekommen.  © Jennifer Hadley/Comedywildlifephoto.com
„Entschuldigung, darf ich mal, will mich ja nicht vordrängeln, hab es aber super eilig“. Eine Ente, die nicht nass werden will.
„Entschuldigung, darf ich mal, will mich ja nicht vordrängeln, hab es aber super eilig“. Eine Ente, die nicht nass werden will.  © Ryan Sims/Comedywildlifephoto.com
„Hmpf, die Bahn hat schon wieder Verspätung. Dann laufe ich halt“. Eine Eule läuft durch das Tiefland in Israel.
„Hmpf, die Bahn hat schon wieder Verspätung. Dann laufe ich halt“.  © Shuli Greenstein/Comedywildlifephoto.com.
„Puhhh, ist das mal wieder heiß heute. Ja, lass uns mal lüften“. Zwei zauberhafte Ohrengeier genießen die Gemeinsamkeit.
„Puhhh, ist das mal wieder heiß heute. Ja, lass uns mal lüften“. Zwei zauberhafte Ohrengeier genießen die Gemeinsamkeit.  © Saverio Gatto/Comedywildlifephoto.com
„Schaaaatz. Ja, was ist? Wir brauchen dringend eine neue Wohnung“. Kommt Nachwuchs, kann das zu Hause schon mal eng werden.
„Schaaaatz. Ja, was ist? Wir brauchen dringend eine neue Wohnung“. Kommt Nachwuchs, kann das zu Hause schon mal eng werden.  © Mark Schocken/Comedywildlifephoto.com.
„Huch, mir wachsen auf einmal Flügel“. Geniales Foto einer Nilgauantilope, die vor einem flügelschlagenden Saruskranich steht.
„Huch, mir wachsen auf einmal Flügel“. Geniales Foto einer Nilgauantilope, die vor einem flügelschlagenden Saruskranich steht.  © Jagdeep-Rajput/Comedywildlifephoto.com
„Hey, du da. Lebst du noch, oder wohnst du schon? Lass mich, ich sonne mich nur“. Zwei wilde Affen kümmern sich liebevoll umeinander.
„Hey, du da. Lebst du noch, oder wohnst du schon? Lass mich, ich sonne mich nur“. Zwei wilde Affen kümmern sich liebevoll umeinander.  © Federica Vinci/Comedywildlifephoto.com
„Und lächeln bitte“. Zwei Drückerfische nehmen die Kamera des Fotografen genau ins Visier.
„Und lächeln bitte“. Zwei Drückerfische nehmen die Kamera des Fotografen genau ins Visier.  © Arthur Telle/Comedywildlifephoto.com
„Huhu, ich wünsche Euch allen einen ganz zauberhaften Tag“.
„Huhu, ich wünsche Euch allen einen ganz zauberhaften Tag“. Der Waschbär ist bester Laune. Aufgenommen an einem Strand in Florida.  ©  Miroslav-Srb/Comedywildlifephoto.com

Action-Blockbuster als Hundefernsehen? Das interessiert den Vierbeiner wirklich

Klar ist: Hunde können fernsehen. Aber wollen sie das auch? Für Hunde ist in der Regel interessant, was sie kennen. Sie mögen Tiere auf dem Bildschirm, am allerliebsten Artgenossen. Mancher Hund ist aber durchaus auch bei Tieren neugierig, die er noch nie zuvor gesehen hat. Das ist nicht nur eine Charakterfrage, sondern hängt auch von der Rasse ab. Hütehunde sind darauf gezüchtet, visuelle Reize stärker wahrzunehmen und werden eher auf den Bildschirm reagieren als Schweißhunde, für die der Geruchssinn eine stärkere Bedeutung besitzt. Für alle Hunde gilt: Geräusche sind sehr viel wichtiger als Bilder, denn Hunde haben gute Ohren. Bellt es im TV, winselt ein Tier oder hören sie Lob und Kommandos, wie sie es von ihrem Menschen kennen, dann spitzen sie die Ohren und werden aufmerksam. Oft ist es auch so: Der Hund schaut Fernsehen, weil Frauchen und Herrchen es tun. Die meisten Hunde reagieren auf das, was ihr Besitzer tut und prüfen daher, was diesen so brennend interessiert. Studien belegen: Hunde haben dieselben Gefühle wie ihre Besitzer.

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Ist Fernsehen für Hunde sinnvoll?

Hundefernsehen scheint eine Marktlücke zu sein, die verschiedene Anbieter besetzen wollen. So gibt es bereits extra für den Fellfreund konzipierte Fernsehsender. Dort werden dem Hund Situationen gezeigt, die ihn entspannen sollen, beispielsweise grüne Wiesen und andere Vierbeiner. So mancher Besitzer lässt ohnehin den TV laufen, während er länger außer Haus ist, damit der Hund sich nicht langweilt oder einsam wird. Hunde-Trainerin Melanie Hofmann sieht das kritisch. Auf martinruetter.com verrät sie: „Der Hund soll lernen, dass er entspannen kann und seine Ruhe hat, wenn er alleine ist.“ Sie empfiehlt, dass der Mensch sich vor und nach der Ruhezeit intensiv mit dem tierischen Mitbewohner beschäftigt, sodass der die einsamen Stunden genießen kann. Action kann generell nicht schaden, denn: Übergewicht steigert auch beim Hund das Risiko für zahlreiche Krankheiten.

Rubriklistenbild: © Allstar/Imago

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