Nach eisigen Nächten müssen Autofahrer mit schlapper Starterbatterie oft lange auf Pannenhilfe warten. In vielen Fällen lässt sich das Problem leicht selbst beheben.
Im Winter kämpfen Autofahrer mit verschiedensten Widrigkeiten: Vereiste Scheiben, zugefrorene Türen – aber häufig auch mit schlappen Starterbatterien. Deutliche Temperaturstürze wie in diesem Jahr setzen den für den Motorstart verantwortlichen 12-Volt-Akkus nämlich heftig zu. Niedrige Temperaturen haben negativen Einfluss auf die chemischen Abläufe in Inneren der Batterie, zudem sind die Stromspeicher oft durch Zusatzverbraucher wie Licht, Sitzheizung und Scheibenwischer (die auch gerne mal festfrieren) stärker als sonst gefordert. Vergleichsweise häufig machen Starterbatterie deshalb an Frosttagen schlapp.
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Auch ein sogenannter Startbooster kann Energie für den Motorstart liefern
Fällt die Batterie aus, muss nicht zwingend die Pannenhilfe gerufen werden. Betroffene Autofahrer können sich auch selbst helfen, indem sie eine zusätzliche Stromquelle ans betroffene Fahrzeug anschließen und sich damit Starthilfe geben. Eine einfache Möglichkeit ist der Einsatz eines Starthilfegeräts (auch Startbooster genannt). Früher mussten diese an eine 230-Volt-Steckdose angeschlossen werden, um dann die Starterbatterie mit 12 Volt zu versorgen. Mittlerweile handelt es sich bei einem Startbooster in der Regel um eine Powerbank, die dank integriertem Akku unabhängig von einer Haushaltssteckdose die Energie für den Motorstart liefern kann. Diese Geräte lassen sich einfach mit ihren Klemmen an die passenden Pole des Pannenfahrzeugs klemmen. In der Regel sollte dann das Auto anspringen.
Starthilfekabel: Autofahrer sollten auf die richtige Norm achten
Wer kein Starthilfegerät zur Hand hat, kann alternativ versuchen, per Überbrückungskabel Strom von einem anderen Fahrzeug anzuzapfen. Benötigt werden dafür ein Starthilfekabel und ein zweites Fahrzeug, das auch Strom liefern kann. Das Starthilfekabel sollte ordentlich dimensioniert und isoliert sein. Auf der sicheren Seite ist man, wenn es die DIN-Norm 72.553 beziehungsweise die ISO-Norm 6722 trägt.
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Vor der Verkabelung: Autos so parken, dass sich die Pole der Fahrzeuge verbinden lassen
Zunächst müssen beide Fahrzeuge so geparkt werden, dass sich die Pole der beiden Fahrzeuge mit der zur Verfügung stehenden Länge des Starterkabels verbinden lassen. Hier ist es sinnvoll, erst mal zu schauen, wo sich die Anschlüsse im Fahrzeug befinden.
Anschließend werden bei jeweils ausgeschalteten Zündungen an beiden Fahrzeugen die Pluspole verkoppelt, auf die in der Regel Plus-Zeichen sowie eine rote Schutzabdeckung verweisen. Danach wird am Minuspol beziehungsweise dem vorgegebenen Massepunkt des Hilfsfahrzeugs die schwarze Klemme des Kabels angebracht. Minuspole erkennt man an der Farbe Schwarz und dem Minus-Zeichen. Das andere Ende vom Minuskabel kommt an den vorgegebenen Masseanschluss bzw. Massepunkt des Pannenautos (siehe Betriebsanleitung) oder eine freie metallische Stelle im Motorraum. Das schwarze Kabel sollte beim Pannenauto nicht an die Batterie angeschlossen werden – sonst droht Funkenflug.
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Nach dem Anschluss der Kabel: Zunächst Motor des Spenderautos starten
Sind beide Fahrzeuge verkabelt, wird zunächst der Motor des Spenderautos gestartet. Handelt es sich beim Spenderfahrzeug um ein Elektroauto, sollte es ebenfalls gestartet werden, damit die Traktionsbatterie die meist kleine 12-Volt-Batterie mit Strom versorgen kann. Danach ist das Pannenauto dran. Um Spannungsspitzen zu vermeiden, werden hier zunächst Verbraucher wie Gebläse, Lüftung und Licht deaktiviert. Springt der Motor vom Pannenauto nicht sofort an, versucht man es nach einigen Sekunden noch einmal. Falls nichts passiert, empfiehlt es sich, die Anschlüsse zu prüfen, um sicherzustellen, dass tatsächlich Strom von Kontakt zu Kontakt fließen kann.
Sofern der Anlasser arbeitet, aber der Motor des Pannenfahrzeugs nicht anspringt, verhindern wohl andere Gründe ein Anspringen. Vorsicht: Mehrere erfolglose Startversuche könnten etwa bei Benzinern den Katalysator schädigen und so teure Folgeschäden verursachen. Nach spätestens drei Versuchen sollte Schluss sein. Reichen die drei Versuche nicht, wird ein Pannendienst oder die Werkstatt kontaktiert.
Fahrzeuge im verkabelten Zustand eine Weile laufen lassen
Dreht der Anlasser und startet der Motor, lässt man zunächst beide Fahrzeuge eine Weile im verkabelten Zustand laufen. Nun sollten im frisch gestarteten Pannenauto elektrische Verbraucher wie zum Beispiel Gebläse, Heckscheibenheizung oder Klimaanlage eingeschaltet werden. Das vermeidet etwaige Spannungsspitzen beim Entfernen der Kontakte, was möglicherweise empfindliche Steuergeräte schädigen könnte. Nach einigen Minuten mit laufenden Motoren werden die Klemmen in umgekehrter Reihenfolge wieder entfernt. Das heißt, zunächst wird die schwarze Klemme vom Pannenfahrzeug gelöst, danach die andere schwarze vom Minuspol des Hilfsfahrzeugs. Anschließend klemmt man die rote Klemme am „reanimierten“ Fahrzeug ab, dann die andere.
Anschließend wird mit dem gestarteten Pannenauto eine längere Fahrt absolviert, damit sich dabei die Bordnetzbatterie wieder aufladen kann. 20 Minuten sollte man mindestens einplanen. Elektrische Verbraucher können dabei wieder ausgeschaltet werden. Muckt die Batterie jedoch beim nächsten Starten erneut, hilft meistens nur noch ein Austausch. Doch Vorsicht: Im Hausmüll darf eine alte Autobatterie auf gar keinen Fall landen. Wer aber eine neue kauft, kann die ausgebaute Batterie bei der Werkstatt oder dem Händler abgeben. (Mario Hommen/SP-X)
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