Geld sparen

Günstig an Neuwagen kommen: Neben Verhandlungsgeschick hilft Flexibilität

  • schließen

Die Neuwagenpreise kannten zuletzt nur eine Richtung: nach oben. Auch wenn Erleichterung in Sicht ist – Verbraucher müssen beim Autokauf kein Geld verschenken.

Neuwagen sind momentan teuer wie selten. Wer möglichst günstig zum neuen Auto kommen will, sollte ein paar einfache Tipps beherzigen. Neben Verhandlungsgeschick hilft vor allem Flexibilität beim Sparen. 

Starten sollte der Autokauf online. Dort lassen sich am leichtesten und schnellsten die Preise für einzelne Modelle vergleichen – manche Händler versuchen sich inzwischen sogar auf TikTok. Auf den Seiten des jeweiligen Herstellers findet sich der offizielle Listenpreis, der in der Regel das obere Ende der Spanne markiert. Bei Marken wie Polestar oder Tesla, die ausschließlich online verkaufen, gibt es da in der Regel keinen Spielraum für Verhandlungen – gezahlt wird, was angezeigt ist. 

Günstig an Neuwagen kommen: Neben Verhandlungsgeschick hilft Flexibilität

Anders sieht es bei Marken mit unabhängigem Händler-Netzwerk aus. Jeder Betrieb kann theoretisch seinen eigenen Hauspreis bieten. Recherchieren lässt sich dieser über eines der zahlreichen Neuwagen-Vermittlungsportale wie Carneoo, Carwow, Alles.Auto oder Neuwagen24. Dort inserieren Händler einzelne Modelle mit teils zweistelligen Nachlässen. Im Dezember 2022 waren einer Erhebung des Center of Automotive Research (CAR) in der Spitze bis zu 20 Prozent Rabatt auf den Listenpreis drin. Die höchsten Nachlässe gibt es naturgemäß für ältere, weniger nachgefragte Fahrzeuge, während sich viele neue Typen auch noch ohne Rabatt verkaufen. Wer bei der Modellwahl flexibel ist, kann locker vierstellige Beträge gegenüber einem vergleichbaren Auto sparen. Übrigens können bestimmte Kundentypen den Autohändler eine Stange Geld kosten, wie eine Studie verrät.

Günstig an Neuwagen kommen: Ist der Preisrahmen ausgeschöpft, kommen „Naturalrabatte“ ins Spiel

Wer nicht über einen Online-Vermittler bei einem weit entfernten Händler kaufen will, sondern lieber in Wohnortnähe, nimmt die recherchierten Preise einfach zur Verhandlung mit dem Betrieb vor Ort. Dabei hilft auch etwas Basis-Wissen über den Neuwagenvertrieb in Deutschland: Die niedergelassenen Händler verkaufen Neuwagen auf eigene Kasse, erhalten aber bestimmte Prämien vom Hersteller, die sie auch teilweise an den gut verhandelnden Käufer weitergeben können. So gibt es beispielsweise häufig Extra-Geld für Neukunden, wenn diese von der Konkurrenz abgeworben wurden – sogenannte Eroberungsprämien. Auch zum Quartalsende wächst die Freigiebigkeit bei Rabatten, da sich die Einkaufskonditionen der Händler beim Hersteller oft an den vierteljährlichen Verkäufen orientieren. 

Wer ein paar Tipps beachtet, kann beim Kauf eines Neuwagens viel Geld sparen. (Symbolbild)

Ist am reinen Fahrzeugpreis nichts mehr zu machen, sind vielleicht noch Naturalrabatte möglich. Die können von den viel zitierten Fußmatten bis zu kostenlosen Inspektionspaketen reichen. Bei Elektroautos lässt sich vielleicht ein Gratis-Ladekabel raushandeln. Allerdings wollen VW, BMW und andere Hersteller Schluss machen mit dem Händlerrabatt.

Günstig an Neuwagen kommen: Mit Tageszulassungen lässt sich viel Geld sparen

Wer bei der Ausstattung seines Autos flexibel ist, kann mit Tageszulassungen viel Geld sparen. Dabei handelt es sich um Neuwagen, die Händler pro forma für einen Tag zulassen. Das schönt zum einen die Statistik und ermöglicht zum anderen versteckte Nachlässe weit über den üblichen Rahmen hinaus, ohne das Preisgefüge einer Marke durcheinanderzubringen. Der Kostenvorteil gegenüber einem selbst konfigurierten Neuwagen kann 20 Prozent oder mehr betragen. Allerdings kann der Käufer weder Ausstattung noch Motor oder Farbe selbst wählen, sondern muss das nehmen, was auf dem Hof des Händlers steht. 

Top 10: Das sind die meistgebauten Autos aller Zeiten

BWM 3er-Reihe
Platz 10: BMW 3er-Reihe. 16 Millionen mal wurde BMWs beliebte Mittelklasse seit 1975 gebaut – in mehreren Karosserievarianten wie dem im Foto gezeigten Kombi Touring, und auch als Cabrio. Der BMW 3er wird aktuell in siebter Generation produziert, und auch bald voll elektrifiziert. Die Erfolgsstory kann also weitergehen. © Fabian Kirchbauer/BMW
Ford Model T
Platz 9: Ford Model T. Längst Geschichte, doch mit 16,5 Millionen produzierten Einheiten noch immer in den ewigen Top 10. Die 1908 vorgestellte „Tin Lizzie“ startete 1910 auf dem weltweit ersten Fließband in die Serienproduktion, und hielt mit nur wenigen Modifikationen (zu denen auch ein Panzer gehörte) und der Mono-Farbe schwarz bis 1927 durch. © Joseph Sohm/Imago
Lada 1200
Platz 8: Lada 1200. Oder Schiguli. Oder VAZ 2101. Der klassische russische (oder sowjetische) Pkw war unter vielen Namen bekannt und brachte es von 1966 bis 2007 auf 17,3 Millionen Einheiten. Er basierte auf dem Fiat 124, wies aber eine robustere Karossiere und weniger Komfort auf. © National Motor Museum/Imago
Toyota Hilux
Platz 7: Toyota Hilux. Der Pick-up-Truck ist vor allem in den USA begehrt, was für mittlerweile über 18 Millionen gebaute und verkaufte Exemplare reicht. Seit 1968 schätzen ihn seine Fahrer als robustes Allwege-Gefährt, auf dessen Pritsche afrikanische Warlords auch mal ein Maschinengewehr installieren. Derzeit ist die achte Generation unterwegs. © Toyota
VW Käfer
Platz 6: VW Käfer. Etwa 21,5 Millionen mal wurden VW 1200 und andere Versionen produziert, bis zum Wachwechsel durch den VW Golf war der originale Käfer hierzulande der Bestseller – aber auch in aller Welt beliebt. Entstanden aus dem 1938 für das Nazi-Reich entwickelten KdF-Wagen, wurde der VW noch 2003 in Mexiko produziert. © Gottfried Czepluch/Imago
Honda Civic
Platz 5: Honda Civic. In Europa nur ein weiterer VW-Golf-Gegner, ist dieser Kompaktwagen in den USA und in Japan seit Jahrzehnten ein Megaseller. Seit 1972 wurden über 27,5 Millionen Einheiten produziert, derzeit steht Generation Nummer elf bei den Händlern. © Honda
VW Passat Variant
Platz 4: VW Passat. Vielleicht etwas überraschend, aber auch der brave Mittelklassewagen hat es seit seinem Debüt 1973 auf über 30 Millionen Exemplare gebracht – allerdings inklusive der deutlich anderen US-Version. In Europa dominiert klar die Kombi-Variante, die neunte Generation ab 2023 wird es als Stufenheck gar nicht mehr geben. © Ingo Barenschee/VW
VW Golf
Platz 3: VW Golf. Auch wenn der gefühlt ewige Liebling der Deutschen derzeit gegen Tesla und den internen Konkurrenten T-Roc zu kämpfen hat: An über 35 Millionen produzierten Autos seit 1974 muss man erst mal vorbeikommen. Ob die derzeit aktuelle achte Generation noch einen Nachfolger bekommt, ist allerdings unsicher. Als elektrischer ID. Golf könnte der Inbegriff des Kompaktwagens aber trotzdem weiterleben. © Martin Meiners/VW
Ford F-150
Platz 2: Ford F-Serie. In den USA ist Pick-up-Truck Ford F-150 aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken, er und seine noch größeren F-Brüder verkörpern perfekt den American Way of Driving. Die elektrische Version Lightning beschert dem seit 1948 über 40 Millionen mal gebauten Nutz- und Lifestyle-Laster weiteren Zulauf. © Mark Phelan/Imago
Toyota Corolla
Platz 1: Toyota Corolla. Was den Deutschen der VW Golf ist, das ist für Amerikaner, Japaner und viele Europäer der Toyota Corolla. Seit 1966 wurden über 50 Millionen dieses Kompaktwagen gebaut, seine zwölfte Generation ist mittlerweile auch als Cross-Version zu haben. Das Maximum der Elektrifizierung ist allerdings ein Plug-in-Hybrid. © Slavko Midzor/Imago

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Generell dürfte sich die Verhandlungsposition für private Autokäufer in der nächsten Zeit gegenüber 2022 deutlich verbessern. Die Lieferkettenprobleme sind zu großen Teilen behoben, die Produktion läuft wieder an und die Knappheit der vergangenen Monate scheint überwunden. Zusätzlich zum wachsenden Angebot dürfte die Nachfrage angesichts der drohenden Rezession sinken, was den Preisdruck auf Hersteller und Händler erhöht. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

Kommentare