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In Wäldern verursachen Borkenkäfer beträchtlichen Schaden. Aber auch der heimische Garten ist vor ihnen nicht gefeit, daher sollte man die Augen offen halten.
In trockenen Zeiten mit hohen Temperaturen fühlt sich der Borkenkäfer besonders wohl, denn da trifft er auf zahlreiche klimagestresste Gehölze. Diese sind in ihren Abwehrkräften so geschwächt, dass sie ein leichtes Ziel für den Schädling sind. Ihnen fallen nicht nur kranke alte Bäume, sondern auch junge gesunde zum Opfer, die man davor hätte bewahren können. Wenn Ihre Koniferenhecke braun wird oder Ihr Apfelbaum kränkelt, kann das eine harmlosere Ursache haben. Vielleicht ist aber auch ein brauner, in Holz und Rinde lebende Käfer schuld. Wie Sie die Anzeichen erkennen.
Thuja, Wacholder, Apfelbaum – jedes Gehölz hat seinen Borkenkäfer
In Deutschland gibt es etwa 110 Borkenkäfer-Arten. Der bekannteste ist wohl der Buchdrucker (Ips typographus), der hierzulande schon ganze Wälder befallen hat. Borkenkäfer bauen sich Gänge unter der Rinde, die die Saftzufuhr mit Wasser und Nährstoffen von den Wurzeln bis zu den Blättern unterbrechen – die Bäume oder Sträucher können verdursten, verhungern und absterben.
Nicht nur im Wald, auch in den heimischen Gärten treiben Borkenkäfer zunehmend ihr Unwesen. Zu den häufigsten Arten zählen hier der Thujaborkenkäfer (Phloeosinus thujae) und der Wacholderborkenkäfer (Phloeosinus aubei), die man bevorzugt an Lebensbäumen, (Schein-)Zypressen und Wacholder findet. Somit können sogar Hecken betroffen sein.
Wer Bäume, insbesondere Fichten und andere Nadelbäume, im Garten hat, könnte es neben dem Buchdrucker auch mit dem Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) oder dem Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae) zu tun bekommen. Sträucher wie Weißdorn oder Obstbäume wie Apfel, Kirsche und Pflaume werden ebenfalls zunehmend Opfer von auf sie angepassten Borkenkäfern. Manche Borkenkäfer haben sich dabei auf wenige Futterarten spezialisiert, andere haben mehrere Wirtspflanzen.
Wie Sie Borkenkäfer entdecken können
Mit bloßem Auge sind die zwischen einem und sechs Millimeter kleinen, meist braun-schwarzen Käfer und ihre madenähnlichen weißen Larven kaum sichtbar. Daher sollte man an Hecken, Sträuchern und Bäumen – nicht auch Laub- und Obstbäumen – auf folgende Anzeichen achten:
- Kahle, braune Zweige oder Baumkronen
- Stecknadelkopfgroße Bohrlöcher in der Rinde (manchmal mit Harztropfen)
- Bohrmehl an und unter den Bohrlöchern oder unten am Stamm
- Verlust der Rinde
- Zahlreiche Fraßgänge unter der Rinde
Freund oder Feind? Schädliche und harmlose Raupen im heimischen Garten




Bekämpfung der Borkenkäfer ist schwierig
Borkenkäfer sind sehr schwer zu bekämpfen, da sie durch die Rinde gut vor Insektiziden geschützt sind. Die beste Bekämpfung ist daher die Vorbeugung des Befalls und der Schutz der Pflanzen. Vor allem bei Neupflanzungen sollten Sie auf einen artgerechten Standort achten. Außerdem stärkt eine ausreichende Bewässerung in Trockenzeiten die Widerstandskraft der Pflanzen. Haben Sie einen Befall entdeckt, sollten Sie die Pflanzen entfernen und die Nachbarpflanzen gründlich untersuchen.
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