Elektroauto bei winterlichen Temperaturen: Mit fünf Tipps holen Sie die maximale Reichweite raus
VonSebastian Oppenheimer
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Bei eisigen Temperaturen brauchen Elektroautos mehr Energie als im Sommer. Doch mit einigen Tipps lässt sich möglichst viel Reichweite herausholen.
Keine Frage: Die Reichweite von Elektroautos hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Lag die durchschnittliche Reichweite im ADAC-Ecotest im Jahr 2013 noch bei mageren 165 Kilometern, so waren es im Jahr 2023 bereits 425 Kilometer. Dennoch ist es unumstritten, dass E-Autos bei Kälte leiden. Speziell beim Schnellladen kann es bei eisigen Temperaturen Probleme geben – aber auch die Reichweite der Stromer sinkt. Wer im Winter einige Tipps beachtet, kann aus seiner Batterie das Maximum herausholen.
Maximale E-Auto-Reichweite im Winter – Tipp 1: Vorheizen
Damit es im Auto mollig warm wird, braucht es einiges an Energie. Damit die nicht aus der Elektroauto-Batterie gezogen werden muss, sollte man das Fahrzeug per Standheizung (die fast alle E-Autos verbaut haben) vorheizen, solange es noch an der Ladestation angeschlossen ist. Das gilt besonders für Autos, die nicht in einer Garage, sondern über Nacht im Freien stehen und dadurch stark auskühlen. Falls das Auto zugeschneit ist, sollte man es natürlich schon aus Sicherheitsgründen mit einem Besen komplett vom Schnee befreien – allerdings können Schneereste auch die Aerodynamik verschlechtern und den Verbrauch zusätzlich in die Höhe treiben.
Maximale E-Auto-Reichweite im Winter – Tipp 2: Nach längerer Fahrt direkt aufladen
Eine Elektroauto-Batterie hat eine sogenannte „Wohlfühltemperatur“, die bei etwa 20 bis 40 Grad Celsius liegt. In diesem Fenster funktioniert aber nicht nur die Stromabgabe optimal, sondern auch die Aufnahme. Sind die Akkus kalt, dauert das Laden deutlich länger. Deshalb ist es besonders nach längeren Fahrten sinnvoll, das Auto gleich im Anschluss aufzuladen. So ist die Batterie noch warm und der Ladevorgang verläuft schneller und schonender
Maximale E-Auto-Reichweite im Winter – Tipp 3: Vorausschauend fahren
Eine vorausschauende Fahrweise lohnt sich nicht nur bei Elektroautos und auch nicht nur im Winter – doch aufgrund der Reichweiten-Einbußen bei Stromern in der „dunklen Jahreszeit“ eben nochmal mehr als im Sommer. Wer ständig stark beschleunigt, nur um kurz darauf wieder abbremsen zu müssen, vergeudet wertvolle Energie. Ebenso lohnt es sich darauf zu verzichten, die Höchstgeschwindigkeit des Stromers auszureizen.
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Maximale E-Auto-Reichweite im Winter – Tipp 4: Sitz- und Lenkradheizung statt Luftheizung
Frieren möchte im Auto niemand, doch die Luftheizung braucht ziemlich viel Energie. Wer die Temperatur niedriger einstellt, spart Strom. Und auch die Heizbereiche clever anzupassen, kann sich lohnen – also etwa den Fond auszusparen, wenn man alleine unterwegs ist. Sitz- und Lenkradheizung sind schnell auf Temperatur und brauchen weniger Energie. Auch eine Windschutzscheibenheizung spart Strom – allerdings haben nur wenige Fahrzeuge Heizdrähte in der Frontscheibe.
Maximale E-Auto-Reichweite im Winter – Tipp 5: Kurzstrecken vermeiden
Wer immer nur kurze Strecken fährt, verbraucht viel Energie. Der Grund: Bei Kälte kühlen Innenraum und Batterie schnell aus – und beim nächsten Start muss alles wieder hochgeheizt werden. Dabei geht viel Reichweite verloren. Wenn möglich, sollte man deshalb versuchen, mehre Kurzstrecken-Fahrten zu einer längeren Fahrt zusammenzufassen. Wer dennoch immer wieder kurz anhalten muss, um etwa Besorgungen zu machen, sollte Türen und Kofferraum schnell wieder schließen, damit möglichst viel Wärme erhalten bleibt.