VonKarolin Schaeferschließen
Teebeutel könnten eine Quelle von Mikroplastik sein. Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind noch nicht klar. Eine Studie zeigt alarmierende Zahlen.
Frankfurt – Mikroplastik, winzige Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind, findet sich heutzutage in zahlreichen Produkten wie Kosmetika, Spielzeug oder Waschmitteln. Überraschenderweise hat eine Untersuchung ergeben, dass sich diese Partikel sogar in Wolken ansammeln. Besonders beunruhigend ist jedoch die Tatsache, dass sie auch durch Teebeutel in unseren Organismus gelangen können.
Mikroplastik in Teebeuteln: Eine unsichtbare Gefahr
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in einem aktuellen Marktcheck von Kräutertees festgestellt, dass die Mikroplastik-Belastung bei Teebeuteln „höher als in anderen Lebensmitteln“ ist. In ihrem Bericht wird erklärt, dass „klassische Beutel in Papier-Optik immer auch eine kleine Menge zur Verstärkung des Materials oder als Klebstoff zum Verschließen der Beutel“ enthalten. Im Gegensatz dazu bestehen Pyramiden-Beutel vollständig aus Kunststoff. Bei diesen Beuteln aus reinem Kunststoff werden winzige Partikel ins Teewasser abgegeben und vom Körper aufgenommen.
Eine Studie aus dem Jahr 2019, durchgeführt von kanadischen Wissenschaftlern, bestätigt diese Erkenntnisse. Sie fanden heraus, dass bei einem Tee-Aufguss mit einem Kunststoffbeutel bei einer Temperatur von 95 Grad Celsius etwa 11,6 Milliarden Mikroplastik-Teilchen und 3,1 Milliarden Nanoplastik-Partikel freigesetzt werden. Das entspricht insgesamt 16 Mikrogramm. Der Forschungsbericht betont, dass die Menge der freigesetzten Partikel „höher als die zuvor in anderen Lebensmitteln festgestellten Kunststoffbelastungen“ ist.
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf den menschlichen Körper sind Gegenstand intensiver Diskussionen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass „es Hinweise auf mögliche schädliche Wirkungen von Mikroplastik auf den Menschen“ gibt. Diese könnten toxische, entzündliche, infektiöse, hormonelle und DNA-schädigende Wirkungen umfassen. Die bisherigen Studienergebnisse reichen jedoch nicht aus, um die Risiken für den Menschen abschätzen zu können. Dennoch ist es wichtig, die Mikroplastikbelastung zu reduzieren, um potenzielle Risiken zu minimieren. Eine kürzlich durchgeführte Studie deutet sogar darauf hin, dass Mikroplastik in das menschliche Gehirn eindringen könnte.
Teebeutel als Mikroplastik-Quelle: Was Sie wissen sollten
Laut Öko-Test sollten Verbraucher beim Kauf von Teebeuteln besonders aufmerksam sein. Insbesondere schnurlose Teebeutel weisen oft eine Kunststoff-Klebenaht auf. Bio-Marken hingegen setzen in der Regel auf kunststofffreie und abbaubare Teebeutel. Zweikammerbeutel enthalten oft einen geringen Anteil an Kunststoff. Die sicherste Option ist jedoch, losen Tee zu verwenden. Dies reduziert nicht nur die Menge an Mikroplastik, sondern auch den Verpackungsmüll.
Forscher sehen in Mikroplastik eine große Gefahr, insbesondere für Bienen. Eine Prognose lässt zudem aufhorchen: Bis 2040 könnte sich die Mikroplastik-Verschmutzung verdoppeln.
Ein gängiges Gewürz ist außerdem von einem Rückruf betroffen. Es enthält Pyrrolizidinalkaloide. Diese können die Leber schädigen. In mehreren Bundesländern war das Produkt erhältlich. (kas)
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