Viele greifen zu Beta-Carotin-Nahrungsergänzungsmitteln, um ihre Haut vor UV-Strahlung zu schützen. Doch wie sicher und effektiv sind diese Präparate?
Beta-Carotin, der Pflanzenstoff, der vielen Obst- und Gemüsesorten ihre leuchtend orange Farbe verleiht, ist auch als natürliches Sonnenschutzmittel bekannt. Es ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln wie Karotten, Kürbis, Aprikosen, Mango und grünem Gemüse wie Spinat zu finden. Nicht jeder ist ein großer Fan von Obst und Gemüse, und genau auf diese Menschen haben sich Nahrungsergänzungshersteller spezialisiert. Ihre Produkte, wie Dragees und Tabletten, die in Drogerien und Apotheken erhältlich sind, enthalten eine Vielzahl von Nähr- und Mineralstoffen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Nahrungsergänzungsmittel niemals ohne ärztliche Beratung eingenommen werden sollten, da eine Überdosierung gefährliche Konsequenzen haben kann.
Was bewirken Beta-Carotin-Nahrungsergänzungsmittel?
Kann eine Überdosierung auch bei Beta-Carotin-Kapseln auftreten? Die Antwort ist ja. Ein übermäßiger Konsum kann dem Körper schaden. Neben einer möglichen gelblichen Verfärbung der Haut, einem Zustand, der als Karotinämie bekannt ist, kann auch das Risiko für Lungenkrebs steigen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) rät Erwachsenen, nicht mehr als 3,5 Milligramm (mg) Beta-Carotin pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Dieser Wert wurde so berechnet, dass selbst bei zusätzlichem Verzehr von angereicherten Lebensmitteln keine Überdosierung zu erwarten ist, so das BfR. Raucher, die langfristig bis zu 30 mg Beta-Carotin über Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, erhöhen ihr eigenes Risiko für Lungenkrebs, zitiert das BfR eine Studie.
Die Tatsache, dass viele Menschen zu Beta-Carotin-Nahrungsergänzungsmitteln greifen, hat viel mit den Versprechen der Hersteller zu tun. Sie behaupten, dass ihre Produkte die Haut vor freien Radikalen durch Sonnenstrahlung schützen und sie von innen heraus bräunen. „Natürlicher Sonnenschutz von innen“ ist ein gängiges Werbeversprechen. Allerdings bieten diese oft teuren Produkte keinen vollständigen Schutz vor schädlichen UV-Strahlen, warnt die Verbraucherzentrale. Sie können das Auftragen von Sonnenschutzmitteln mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor nicht ersetzen, sondern nur ergänzen, betont die Verbraucherzentrale.
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Beta-Carotin kann die Eigenschutzzeit der Haut gegen UV-Strahlung leicht erhöhen
Auch der Ernährungsmediziner Dr. Carl Meißner klärt auf: „Die Einnahme von Beta-Carotin kann zwar die Eigenschutzzeit der Haut gegen UV-Strahlung leicht erhöhen, indem es als Antioxidans wirkt und die Hautzellen vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlen schützt. Allerdings sollte Beta-Carotin nicht als Ersatz für Sonnenschutzmittel verwendet werden“, erklärt der Experte auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. Für diejenigen, die eine „gesunde Bräune“ anstreben, hat Meißner eine schlechte Nachricht: „Es gibt keine natürliche Bräune. Wenn sich die Haut bräunt, ist dies nur eine Schutzreaktion des Körpers“.
Daher ist es wichtig, sich stets durch Kleidung und Sonnenschutzmittel vor UV-Strahlen zu schützen und insbesondere die Mittagssonne zu meiden. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an frischem Obst und Gemüse ist, deckt normalerweise den täglichen Bedarf an Beta-Carotin ab. Daher sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Menschen in der Regel nicht notwendig. Nur auf ärztlichen Rat hin sollten Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.