Mit Kurkuma selbst vergiftet: Nahrungsergänzungsmittel-Kur führt bei junger Frau zu Leberschaden
VonJuliane Gutmann
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Wegen Knieschmerzen nahm sie ein halbes Jahr lang hoch dosiert Kurkuma zu sich. Infolge musste eine Frau in der Klinik behandelt werden.
Nahrungsergänzungsmittel können gefährliche Nebenwirkungen haben. Wenn sie nicht vom Arzt empfohlen und über längere Zeit hoch dosiert eingenommen werden, droht in manchen Fällen sogar Lebensgefahr. Trotz einer vermutlich hohen Dunkelziffer gehen etwa 20 Prozent der dokumentierten, Medikamenten-induzierten Leberschäden auf das Konto von Nahrungsergänzungsmitteln, wie der Fachverlag Springer Medizin Nadia Smati vom US-amerikanischen Gesundheitsdienstleister Kaiser Permanente zitiert.
Ein solcher Fall wurde von Smati und ihren Kollegen dokumentiert. Eine junge Frau hatte sich mit Kurkuma-Nahrungsergänzung selbst vergiftet. Die 36-Jährige wurde mit einem schweren Leberschaden ins Krankenhaus eingewiesen, berichtete Springer Medizin.
Curcumin aus Kurkuma kann hoch dosiert der Leber schaden
Gelbsucht und Juckreiz waren die Gründe, warum die junge Frau einen Arzt aufsuchte. Sie berichtete über starke Müdigkeit, dunklen Urin und eine Gelbfärbung des Augenweiß. Die Ursache für die Beschwerden wurde von den behandelnden Medizinern schnell erkannt, als die Patientin von ihrer Kurkuma-Einnahme berichtete. Sie hatte wegen Knieschmerzen seit sechs Monaten täglich 30 ml eines Nahrungsergänzungsmittels mit zwei Gramm Curcuminextrakt eingenommen. Die behandelnden Ärzte fanden heraus, dass dies einen schweren Leberschaden und damit verbundene Beschwerden zur Folge hatte.
Die Kombination von Kurkuma mit Piperin, einem Extrakt aus schwarzem Pfeffer, wurde als entscheidendes Lebergift identifiziert. Die Forscher betonen die Notwendigkeit, Patienten regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln zu befragen und über die Risiken aufzuklären. Denn selbst vermeintlich harmlose Kurkuma-Kapseln bergen Gefahren, wenn sie ohne ärztliche Begleitung geschluckt werden.
Kurkuma und seine gesunden Effekte
Eine Kurkuma-Überdosis ist gefährlich. Wer die Knollen des Ingwergewächses allerdings in Maßen genießt oder Nahrungsergänzungsmittel nur in Absprache mit dem Arzt konsumiert, profitiert von gesundheitsfördernden Effekten. So kann Kurkuma bei Verdauungsbeschwerden hilfreich sein. Auch seine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung gilt als belegt.
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„Ja das ist schon so, dass das Curcumin entzündungshemmend ist bei Hauterkrankungen und Akne. Und vor allen Dingen antioxidativ wirkt. Das heißt also: Diese Oxidationsvorgänge, die im Körper ablaufen und im Ernstfall zu Zellschädigungen führen, die werden sicherlich dadurch abgemildert oder gebremst. Was auch bis heute von der Schulmedizin und von der Naturmedizin akzeptiert ist, sind tatsächlich eben die Magen-Darm-Beschwerden, also etwa die Geschichte mit Blähungen. Und es hilft bei der Fettverdauung, das ist auch nachgewiesen. Also für solche Dinge kann man das durchaus benutzen“, wird Dr. Peter Schnabel, Allergologe und Dermatologe, auf ARD alpha zitiert.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.