Betrug an der Ladesäule: Drei Tipps, um nicht auf Quishing hereinzufallen
VonSebastian Oppenheimer
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Wer an einer E-Auto-Ladesäule per QR-Code bezahlen möchte, sollte vorsichtig sein: Mit gefälschten Aufklebern wird immer wieder versucht, die Kunden zu betrügen.
Wer sein Elektroauto häufig an öffentlichen Ladesäulen auftanken muss, braucht meist eine Vielzahl an Ladekarten, um bei möglichst vielen verschiedenen Anbietern andocken zu können. Dazu kommen auch noch teils „überteuerte Preise“ an den öffentlichen Ladesäulen, die der Automobilverband VDA kürzlich scharf kritisierte. Doch wenn der Akku leer ist, bleibt einem manchmal keine andere Wahl als eine öffentliche Ladesäule anzusteuern. Eine Möglichkeit, um Ladesäulen ohne Ladevertrag freizuschalten, sind QR-Codes. Hier sollte man allerdings vorsichtig sein – denn der QR-Code könnte von Betrügern an die Ladesäule geklebt worden sein.
Quishing an der Ladesäule: So gehen die Betrüger vor
Das Phänomen des sogenannten Ladesäulen-Quishings ist noch relativ neu – im Jahr 2024 wurden ersten Fälle bekannt. Das Wort Quishing setzt sich zusammen aus „QR“ und „Phising“, es handelt sich also um eine Phishing-Methode mithilfe von QR-Codes, die auch nicht ausschließlich bei Ladesäulen angewandt wird. Für die Betrüger sind die QR-Codes relativ leicht herzustellen. Der gefälschte Code-Sticker wird dann von den Kriminellen über den echten Code geklebt. Scannt man den gefälschten QR-Code, landet man nicht beim Betreiber, sondern auf einer Betrugsseite, die der echten Webseite täuschend ähnlich sieht.
Quishing-Falle vermeiden: Worauf E-Autofahrer beim Laden per QR-Code achten sollten
Gibt man beispielsweise die Kreditkarten auf der Fake-Website ein und autorisiert die Zahlung, ist das Geld weg – und die Ladesäule bleibt blockiert. In einem Video (weiter unten zu finden) gibt eine ADAC-Expertin Tipps, wie man verhindern kann, Betrügern auf den Leim zu gehen. Grundsätzlich empfiehlt sie das Laden per QR-Code zu vermeiden. Stattdessen sollte man die Freischaltung per App, die RFID-Ladekarte oder das Kreditkartenterminal an der Ladesäule nutzen – wenn denn eines vorhanden ist. Gibt es keine andere Möglichkeit als einen QR-Code zu nutzen, sollte man folgende Punkte beachten:
QR-Code genau anschauen: Ist der Aufkleber sauber, qualitativ hochwertig und passt er zur Säule? Oder zeigt er Auffälligkeiten wie abgeblätterte Ränder? „Herumknibbeln“ sollte man nach Ansicht der Expertin am Aufkleber nicht, denn wenn das jeder mache, könnte auch ein echter QR-Code beschädigt werden.
Website und URL kontrollieren: Passt die URL zur offiziellen Seite des Betreibers oder einer bekannten Roaming-Plattform? Auch sollte die URL auf eine vertrauenswürdige Domain wie „..de“ oder „.com“ enden. Dubiose Ländercodes seien ein Warnsignal.
Ladepunkt-ID vergleichen: Auf einer seriösen Webseite werde immer angezeigt, welchen Ladepunkt man gerade anwählt. Diese ID sollte mit der des Ladepunktes, vor dem man sich gerade befindet, abgeglichen werden. Wird keine ID angezeigt oder stimmen sie nicht überein, sollten die Alarmglocken läuten.
Quishing an der Ladesäule vermeiden: Zusatz-Tipp von der Polizei
Ein weiterer Tipp der Gewerkschaft der Polizei lautet: Falls es einen zusätzlichen QR-Code im Display gibt, sollte man immer diesen anstelle des Aufklebers scannen.
Von der Bildfläche verschwunden: Zehn große Automarken, die es nicht mehr gibt
Ist man auf einen Quishing-Aufkleber hereingefallen, ist es laut der ADAC-Expertin schwierig, das Geld zurückzubekommen. Auf jeden Fall sollte man aber die Kreditkarte sperren lassen, damit weiterer Missbrauch ausgeschlossen wird. Außerdem sollte man den Ladesäulenbetreiber informieren, damit der gefälschte Code entfernt werden kann und nicht noch mehr Elektroauto-Fahrer Opfer der Betrüger werden.