VonSebastian Oppenheimerschließen
Betrug durch „Quishing“: Wer an einer E-Auto-Ladestelle per QR-Code bezahlen will, sollte vorsichtig sein. Mit gefälschten Aufklebern wird versucht, die Kunden zu betrügen.
Kriminelle gehen mit der Zeit. Weil immer mehr Menschen bargeldlos bezahlen, ist das sogenannte Phishing heutzutage eine gängige Abzockmasche. Im Grunde geht es darum, über betrügerische Online-Nachrichten an persönliche Daten zu kommen – damit kann dann allerlei Schindluder getrieben werden und beispielsweise Geld vom Konto überwiesen oder Online-Bestellungen getätigt werden. Eine Spezialform davon ist das Quishing: Statt mit Links wird hier mit QR-Codes gearbeitet. Auch Ladesäulen für Elektroautos haben Betrüger damit nun offenbar im Visier.
Echte QR-Codes an Ladesäulen überklebt – Kreditkartendaten können mitgelesen werden
Wie auto motor und sport berichtet, seien dem Magazin einige Fälle bekannt. Bei der Masche werden die echten QR-Codes an Ladesäulen mit gefälschten Stickern überklebt. Nutzen E-Auto-Fahrer den falschen Code, können die Betrüger die Kreditkartendaten mitlesen – und versuchen im Anschluss, Geld vom Bankkonto abzubuchen. Eine ähnliche Masche leitet die Kunden auf eine gefälschte Website des Ladesäulenbetreibers, wo die Kunden ihre Kontodaten hinterlegen. Im zweiten Anlauf landen die E-Auto-Fahrer dann auf der richtigen Homepage, wodurch der erste Fehlversuch oft schnell vergessen wird. Die meisten von dem Magazin befragten Ladesäulenbetreiber bestreiten das Problem des Ladesäulen-Quishings. Ein Anbieter erklärte, an „weniger als 30 Säulen“ gefälschte QR-Sticker gefunden zu haben.
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Ladesäulen-Quishing: Nicht einfach, sich davor zu schützen
Auch der BRF berichtet über das Ladesäulen-Quishing. In einem Fall seien von einer Karte beispielsweise 300 Euro abgebucht worden. Wie der Cybersecurity-Experte Eddy WIllems gegenüber dem Rundfunksender erklärte, sei es gar nicht so einfach, sich gegen die Masche zu schützen. Denn die Aufkleber wirkten täuschend echt und die Betreffenden merkten kaum, dass etwas nicht stimme. Seine Empfehlung an die Ladesäulen-Anbieter: „So leid es mir tut, aber man sollte in jedem Fall QR-Codes möglichst vermeiden.“
Was der ADAC den Ladesäulenbetreibern empfiehlt
Dem ADAC liegen bislang keine Beschwerden von Mitgliedern vor, die Opfer des Ladesäulen-Quishings geworden sind, erklärt der Automobilclub auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. „Aus Sicht des Mobilitätsclubs sind die Ladestationsbetreiber aufgefordert, die Bezahllösungen möglichst betrugssicher zu gestalten“, sagte ein Sprecher. „Eine Möglichkeit sind dynamische QR-Codes, die nicht auf einem Aufkleber aufgedruckt sind, sondern auf einem Display angezeigt werden. Alternativ könnten Betreiber auch ganz auf QR-Codes verzichten und Kartenterminals für die Direktbezahlung einsetzen.“
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Ladesäulen-Quishing ist aber bei weitem nicht der einzige Betrug, vor dem sich Autofahrer schützen sollten. So warnt der ADAC beispielsweise vor falschen Pannenhelfern. Auch in Fake-Shops für Autoreifen kann man viel Geld verlieren. Eine besonders freche Masche ist das Verteilen von gefälschten Strafzetteln.
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