VonAndrea Stettnerschließen
Im Gartenhandel ist die Auswahl an verschiedenen Erden gigantisch. Doch welche Erde braucht man für welche Pflanze? Welche Unterschiede es gibt, und worauf beim Kauf zu achten ist.
Im Frühling möchten viele Garten- und Pflanzenliebhaber ihre grünen Oasen neu gestalten. Doch bei der Vielzahl an Erden im Handel stellt sich die Frage: Welche Erde eignet sich für welche Pflanzen? Ist es wirklich notwendig, für jede Pflanze eine spezielle Erde zu kaufen, oder reicht eine Universalerde aus? In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede zwischen den gängigsten Erdsorten und geben Tipps, wie Sie die richtige Wahl für Ihren Garten treffen.
Blumenerde: die Allrounderin für Töpfe, Kübel und Blumenkästen
Blumenerde ist ein speziell entwickeltes Substrat für Topf- und Kübelpflanzen. Sie besteht aus natürlichen Zutaten, ist jedoch im Gegensatz zu natürlicher Erde aus dem Garten ein reines Kunstprodukt. Blumenerde ist in der Lage, Wasser und Nährstoffe effektiv zu speichern und abzugeben, was für das Wachstum der Pflanzen entscheidend ist. Sie bleibt stabil und sackt auch bei Regen nicht zusammen. Oftmals ist Blumenerde mit Zusatzstoffen wie Algenmehl oder Mykorrhiza-Pilzen angereichert, um das Pflanzenwachstum zu fördern.
Pflanzerde: der Bodenverbesserer für Gehölze und Stauden
Pflanzerde wird oft als Bodenverbesserer für die Pflanzung von Stauden und Gehölzen verwendet. Sie ist ein guter Humus und hilft neuen Gehölzen und Stauden, sich im Garten zu etablieren, indem sie den Übergang vom Erdballen in den Gartenboden erleichtert. Pflanzerde hat eine etwas gröbere Struktur als Blumenerde und enthält weniger Dünger, was sie ideal für Pflanzen macht, die nicht so nährstoffbedürftig sind. Im Prinzip könnte man auch Blumenerde statt Pflanzerde verwenden. Da erstere jedoch speziellere Inhaltsstoffe enthält, ist diese auch kostspieliger.
Universalerde: vielseitig und nährstoffreich
Universalerde ist eine vielseitig einsetzbare Blumenerde, die sowohl für Blumen als auch für Gemüse geeignet ist. Sie ist reich an Nährstoffen, aber nicht speziell auf die Bedürfnisse einzelner Pflanzenarten abgestimmt. Universalerde ist ideal, wenn Sie nicht für jede Pflanze eine eigene Erde kaufen möchten. Sie bietet eine gute Basis für viele Pflanzenarten, sollte jedoch bei Bedarf mit zusätzlichen Düngern oder speziellen Substraten ergänzt werden, um den spezifischen Bedürfnissen der Pflanzen gerecht zu werden.
Anzuchterde: für junge Pflanzen und Aussaaten
Anzuchterde ist eine nährstoffarme Erde, die speziell für die Bedürfnisse von jungen Pflanzen, Aussaaten und Stecklingen entwickelt wurde. Sie fördert die Wurzelbildung, ohne dass die Pflanzen zu schnell in die Höhe schießen. Der geringe Nährstoffgehalt sorgt dafür, dass die jungen Pflanzen angeregt werden, ein starkes Wurzelsystem zu entwickeln, bevor sie in nährstoffreichere Erde umgesetzt werden. Beim Vorziehen von Tomaten sollten Sie ebenfalls immer Anzuchterde verwenden.
Spezialerden für besondere Bedürfnisse
Daneben sind auch noch Spezialerden im Handel erhältlich, die in ihrer Zusammensetzung und Eigenschaften auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart abgestimmt sind. Empfehlenswert sind etwa folgende Spezialerden:
- Rhododendronerde/Moorbeeterde: Diese Erde ist ideal für Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen, wie Rhododendren, Azaleen, Kamelien, Heidelbeeren und Heidepflanzen. Sie zeichnet sich durch einen niedrigen pH-Wert und geringen Kalkgehalt aus.
- Orchideensubstrat: Orchideen benötigen eine spezielle, grobe und organische Erde, die aus Rindenbröseln, Pflanzenfasern und Holzkohle besteht, um ihre natürlichen Bedingungen nachzubilden.
- Rasenerde: Diese Erde hat eine lockere Struktur, die speziell für die Bedürfnisse von Rasenpflanzen optimiert ist. Sie kann bereits mit Dünger angereichert sein und hilft, Unebenheiten im Boden auszugleichen.
- Teicherde: Geeignet für die Bepflanzung von Gartenteichen, da sie sich im Wasser nicht auflöst. Sie besteht aus Quarzsand und Tonmineralien und hat einen geringen Nährstoffgehalt, um Algenbildung zu vermeiden.
Andere Spezialerden lohnen sich nur, wenn Sie viele Pflanzen dieser Art einpflanzen wollen, etwa spezielle Erde für Rosen oder Petunien. Ansonsten reicht gewöhnliche Blumen- oder Universalerde. Je nach Pflanze kann die Erde dann noch mit speziellen Bestandteilen angereichert werden, etwa mit Kompost für Rosen oder Kalkdünger und Blähton für Zitrusfrüchte.
Torffreie Erde: Nachhaltigkeit im Garten
Torffreie Erde wird immer beliebter, da sie ökologisch wertvoll ist. Sie enthält keinen Torf und schützt somit die natürlichen Moore, die wichtige CO₂-Speicher sind. Torffreie Erden enthalten oft Kokosfasern anstelle von Torf. Allerdings speichern sie weniger Wasser, was bedeutet, dass Sie häufiger gießen müssen. Trotzdem sind sie eine nachhaltige Alternative zu torfhaltigen Erden und für umweltbewusste Gärtner eine gute Wahl.
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Auf hochwertige Erde achten
Die Wahl der richtigen Erde hängt von den spezifischen Bedürfnissen Ihrer Pflanzen ab. Während Universalerde für viele Pflanzenarten eine gute Basis bietet, sind Spezialerden für bestimmte Pflanzen oder Gartenbereiche sinnvoll. Doch egal, für welche Erde Sie sich entscheiden: Achten Sie auf eine gute Qualität, um das Wachstum und die Gesundheit Ihrer Pflanzen zu fördern. Günstigere Erden enthalten oft nur wenige Nährstoffe und unterscheiden sich auch in Struktur und Geruch. Selbst in hochwertiger Erde reicht der enthaltene Dünger nur für rund sechs bis acht Wochen. Spätestens dann benötigen die Pflanzen wieder ein geeignetes Düngemittel.
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