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Der Blutdruck zeigt an, welcher Druck in den Arterien herrscht. Welche Werte normal und welche gefährlich sind, hängt von Alter und Geschlecht ab.
Der Blutdruck ist ein wichtiger Teil des menschlichen Kreislaufs. Damit unser Blut, das wichtige Transportmittel für Sauerstoff, Nährstoffe und Hormone, alle Gefäße des Körpers erreicht, muss das Herz dauerhaft pumpen. Um das Blut auch in kleinste Gefäße zu befördern, braucht es einen gewissen Druck. Dieser Blutdruck ist von Mensch zu Mensch verschieden, die Normalwerte liegen aber innerhalb eines bestimmten Bereichs, der von Alter und Geschlecht abhängt.
| Blutdruck | Druck (Kraft pro Fläche) des Blutes in einem Blutgefäß |
| Einheit | mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) |
| Unterteilung in | Systolisch, Diastolisch |
| Pathologie | Hypertonie (Bluthochdruck), Hypotonie (niedriger Blutdruck) |
Blutdruck – diese Werte sind normal
Beim Blutdruck wird zwischen diastolischem und systolischem Blutdruck unterschieden. Beide Werte beschreiben, wie hoch der Druck in den Blutgefäßen ist. Der systolische Blutdruck bezeichnet den Höchstwert (oberer Blutdruckwert), der entsteht, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht und so das Blut stoßartig in die Hauptschlagader (Aorta) pumpt. Dieser Höchstwert liegt normalerweise im Bereich 110 und 130 mmHg. Danach entspannen sich die Herzkammern, Blut strömt aus der Lunge ins Herz, der Druck in den Gefäßen nimmt wieder ab. Der niedrigste Wert, der in dieser kurzen Entspannungsphase erreicht wird, ist der diastolische Blutdruck. Dieser Wert liegt normalerweise zwischen 80 und 89 mmHg.
| Geschlecht/Alter | Blutdruck |
|---|---|
| Frauen 20-29 | 119/75 |
| Frauen 30-39 | 122/78 |
| Frauen 40-49 | 130/82 |
| Frauen 50-59 | 143/86 |
| Frauen 60-69 | 153/86 |
| Frauen 70-79 | 155/83 |
| Männer 20-29 | 129/78 |
| Männer 30-39 | 130/84 |
| Männer 40-49 | 135/88 |
| Männer 50-59 | 143/89 |
| Männer 60-69 | 150/88 |
| Männer 70-79 | 153/83 |
Der Blutdruck wird in der Einheit mmHg (Quecksilbersäule) angegeben, wobei der systolische Wert an erster und der diastolische Wert an zweiter Stelle steht. Gemessen werden diese Werte meist mit einer Blutdruckmanschette am Oberarm. Ein optimaler Blutdruck liegt bei Erwachsenen bei 120/80 mmHg. Bei Kindern und Jugendlichen sollte der Wert darunter liegen, bei älteren Menschen ist er in der Regel etwas höher.
Warum haben ältere Menschen einen höheren Blutdruck?
In der Regel steigt der Blutdruck mit zunehmendem Alter an. Grund dafür ist, dass die Elastizität der Blutgefäße abnimmt und die Arterien zunehmend verkalken. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen im Alter weniger bewegen und Vorerkrankungen, wie beispielsweise eine Arthrose, das Risiko für hohen Blutdruck steigern.
Kinder und Jugendliche haben dagegen einen verhältnismäßig niedrigen Blutdruck, der sich nach Alter, Körpergröße und Gewicht richtet und im Laufe der Jahre zunimmt. Allerdings kann auch schon im Kindesalter Bluthochdruck auftreten, etwa bei ausgeprägtem Übergewicht. In starken Wachstumsphasen kann es außerdem zu einer orthostatischen Dysregulation kommen, einer Funktionsstörung des Nervensystems, bei der der Blutdruck kurzzeitig stark abfällt und betroffene Kinder oder Jugendliche Schwindel oder sogar kurze Ohnmachtsanfälle haben.
Unterschied bei Frauen und Männern
Auch zwischen den Geschlechtern gibt es spezifische Unterschiede, die jedoch im Laufe des Lebens abnehmen. So zeigt eine Gesundheitsberichterstattung des Bundes, dass bei Frauen zwischen 20 und 29 Jahren der Blutdruck-Wert bei durchschnittlich 119/75 mmHg liegt. Männer im gleichen Alter haben einen Wert von 129/78. Mit zunehmendem Alter nähern sich die Werte immer weiter an. Die Gründe dafür scheinen vielfältig: so haben Frauen im Schnitt oft eine geringe Körpergröße und eine andere Gefäßbeschaffenheit. Zudem vermuten Experten, dass das weibliche Hormon Östrogen eine schützende Wirkung auf die Gefäßalterung hat.
Welche Blutdruckwerte sind gefährlich?
Erhöhter Blutdruck stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar. Da er zunächst keine Beschwerden verursacht, spüren ihn viele Menschen über Jahre hinweg nicht und belasten so ihre Gefäße über einen langen Zeitraum. Damit steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, einen Schlaganfall und Nierenschäden. Nach Angabe der Deutschen Herzstiftung nimmt das Risiko für Organschäden schon ab einem Wert von 115/75 mmHg langsam zu. Daher empfehlen die meisten Fachgesellschaften ab einem Wert von 140/90 mmHg (leichter Bluthochdruck) den Blutdruck therapeutisch zu senken.
Symptome bei niedrigem Blutdruck
Anders sieht es bei zu niedrigem Blutdruck aus: Betroffene leiden unter Schwindel, Atemproblemen, Benommenheit, Müdigkeit (vor allem morgens), Antriebslosigkeit, Konzentrationsproblemen und Leistungsschwäche. Weitere Symptome sind:
- Ein Flimmern vor den Augen
- Ohrensausen
- Kalte Hände und Füße
- Innere Unruhe
Im Gegensatz zu Bluthochdruck stellt zu niedriger Blutdruck zwar keine Gefahr fürs Herz dar, Betroffene haben aber häufig einen gewissen Leidensdruck. Als zu niedrig gilt der Blutdruck bei Frauen unter einem Wert von 100/60 mmHg. Bei Männern sollte er nicht unter einen Wert von 110/60 mmHg fallen.
Gesunde Lebensweise für einen gesunden Blutdruck
Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, den Blutdruck langfristig im Normalbereich zu halten. Große Fachgesellschaften, wie die Schweizer Herzstiftung, empfehlen dazu:
- Auf eine ausgewogene, salzarme Ernährung (Salz kann den Blutdruck erhöhen) zu achten
- Sich regelmäßig und ausreichend zu bewegen – Sport kann den Blutdruck senken
- Auf Rauchen zu verzichten und Alkohol nur in moderaten Mengen zu konsumieren
- Möglichst ein gesundes Gewicht zu halten, Übergewicht lässt den Blutdruck steigen
- Stress möglichst zu vermeiden und regelmäßige Entspannungspausen in den Alltag zu integrieren
- Den Blutdruck regelmäßig zu messen, beim Arzt oder zuhause mithilfe eines Blutdruckmessgeräts
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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