Je nach Brand

Elektroauto löschen: Welche Methoden nutzt die Feuerwehr?

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Elektroautos zu löschen ist schwierig, aber nicht unmöglich. Insbesondere eine Methode hat sich als besonders beleibt herausgestellt.

Auch wenn die Brandursache noch unklar ist, hat das Feuer an Board der Fremantle Highway die Diskussion um die Sicherheit von Elektroautos einmal mehr angeheizt. Die Allianz Versicherung hatte bereits im Mai vor Schiffsbränden durch Stromer gewarnt. Dabei brennen diese nicht häufiger als Autos mit einem Verbrennungs-Motor. Doch wie löscht die Feuerwehr ein brennendes Elektroauto?

Das hängt von der Art des Brandes ab. So kann es auch bei Elektroautos – dazu zählen auch Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Autos – zu einem einfachen Fahrzeugbrand kommen. Diesen löscht die Feuerwehr unabhängig von der Antriebsart  mit Löschmitteln (Wasser und/oder Schaum). Dem Feuer wird so der Sauerstoff entzogen und der Brand letztlich „erstickt“.

Batterie können sich wegen hoher Temperaturen gegenseitig entzünden

Etwas schwieriger ist die Sache, wenn es sich um einen Brand der Antriebsbatterie des Elektroautos handelt. Der Grund: Moderne Lithiumionen-Akkus setzten bei einem Brand durch chemische Reaktionen in den Zellen Sauerstoff frei. Das Feuer wird somit weiter versorgt.

Brennt ein Elektroauto, kann es in der Batterie zu einer Kettenreaktion kommen. (Archivbild)

Im schlimmsten Fall droht sogar ein „Thermal Runway“. Dabei entzünden sich die einzelnen Batteriezellen durch die steigenden Temperaturen gegenseitig. Sie lassen sich mit der herkömmlichen Brandbekämpfung nur schwer unter Kontrolle bringen. Dazu wird viel Löschwasser benötigt.

Löschzange in der Kritik: „Macht im Zweifel mehr kaputt, als dass sie löscht“

Der Fokus liegt daher auf der Kühlung des Akkus, um dieses thermische Ereignis zu verhindern oder zumindest einzudämmen. Dabei gibt es Ansätze. So wird das Batteriegehäuse entweder von außen geflutet oder das Elektroauto in einen mit Wasser gefülltem Container platziert.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

Die Löschlanzen zur Flutung des Akkugehäuses sind jedoch nicht unumstritten. „Löschlanzen machen im Zweifelsfall mehr kaputt, als dass sie löschen. Bei einer Werksfeuerwehr, die exakt weiß, welche Batterien mit welchem Aufbau sie im Lager hat, kann das funktionieren. Für den Einsatz draußen ist das etwas, was wir auf Bundesebene deutlich nicht befürworten“, sagte Christian Schwarze, Vorsitzender des Fachausschusses Technik der deutschen Feuerwehren dem Magazin natürlichZukunft.

Wasserbad hat sich als Standard zur Löschung von Elektroautos durchgesetzt

Als meistgenutzter Standard für die Kühlung der Batterien von Elektroautos hat sich in Deutschland derweil das „Wasserbad“ durchgesetzt. Hier gibt es verschiedene Systeme, wie etwa den Recover-E-Bag, den Feuerwehren aus Hessen mitentwickelt haben. Es gibt aber auch eine kombinierte Lösung auf Abrollkipper-/Seecontainerbasis, die nach der „International Convention for Save Containers“ (CSC) geprüft wurde. Dieser Container kann auch im weltweiten Frachtverkehr eingesetzt werden.

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Er kann zudem mit einer Temperatur- und/oder Rauchüberwachung ausgestattet werden und so im Ernstfall Alarm schlagen und automatisch einen Löschangriff auslösen. Das ist insbesondere deshalb sehr praktisch, weil das Löschen von Bränden auf Frachtern höchst gefährlich und anspruchsvoll ist. Die Autos sind meist sehr eng verladen und die Frachträume sind ebenfalls eng und abgeschlossen. Schon kurz nach Ausbruch des Feuers ist die Brandbekämpfung am Brandherd wegen Rauch-, Hitze- und Schadstoffentwicklung kaum noch möglich – selbst mit Atemschutz. Somit muss das Feuer von außen bekämpft werden – mit viel Löschwasser.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde am 2. August 2023 inhaltlich aktualisiert, weil er einen Fehler enthielt. Die Allianz warnte Ende Mai und nicht im März vor Schiffsbränden durch Elektroautos. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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