Nächster Frachter brennt

Schiffsbrände durch Elektroautos: Allianz warnte schon im Mai

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Nach der „Felicity Ace“ im vergangenen Jahr brennt nun auch der Frachter „Fremantle Highway“ wegen eines Elektroautos. Die Allianz hatte im Mai bereits auf die Gefahr hingewiesen.

Rund 90 Prozent des weltweiten Handels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Auch Autos werden so von A nach B transportiert. Dabei geht aber nicht immer alles rund. Anfang 2022 etwa sank der Frachter „Felicity Ace“, weil an Bord ein Feuer ausbrach. Ursache dafür war vermutlich ein Elektroauto. Ein Problem, mit dem die Besatzungen immer häufiger zu kämpfen haben.

Denn während die Zahl der gesunkenen Schiffe 2022 ein historisches Tief (38 weltweit) erreicht, sieht es bei Bränden anders aus. Diese waren im vergangenen Jahr die Hauptursache für Totalverluste, wie aus der Ende Mai erschienen Schifffahrts-Studie der Allianz-Versicherung hervorgeht. Diese haben zu acht Schiffsverlusten und über 200 Unfällen geführt– seit zehn Jahren der höchste Wert, heißt es in dem Bericht.

Elektroautos Hauptrisiko für Brände an Bord von Frachtern

Der Versicherer hat auch das Hauptrisiko für die Brände an Bord der Frachter ausgemacht: Ursache für das steigende Brandrisiko ist der Transport von Elektrofahrzeugen und sonstiger batteriebetriebener Güter.“ Diese würden wegen des Trends zu mehr Nachhaltigkeit verstärkt transportiert. „Eine weitere Gefahrenquelle ist der Transport potenziell hochentzündlicher Lithium-Ionen-Akkus, insbesondere auf Containerschiffen und Autotransportern“, heißt es in der Studie weiter.

Der brennende Frachter Fremantle Highway muss vor der niederländischen Küste gelöscht werden.

Das Problem: Brennt ein Akku, ist dieser nur schwierig zu löschen. Schon an Land stellt ein brennendes Elektroauto die Rettungskräfte vor große Probleme. Auf dem Meer ist dies ungleich schwieriger, wie der Fall der „Felicity Ace“ gezeigt hat. Mit dem Frachter „Fremantle Highway“ kommt nun ein weiter Fall hinzu. Auch hier hat ein Elektroauto zu einem schweren Brand geführt. 27 Kilometer vor der Nordseeinsel Ameland kämpfen die Rettungskräfte gegen die Flammen und versuchen ein Sinken zu verhindern. Die Löscharbeiten könnten Tage dauern, wie Merkur.de berichtet. Geladen hat der Frachter demnach 3.783 Autos, darunter 25 Elektroautos, wie eine Sprecherin der Reederei Kawasaki Kisen Kaisha der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

Allianz-Experte fordert vorbeugende Maßnahmen und Notfallpläne

Doch lassen sich solche Katastrophen verhindern? Eher nicht, denn die Sicherheitsmaßnahmen sind eher unzureichend, wie Justus Heinrich, Bereichsleiter der Schifffahrtsversicherung der Allianz kritisierte: „Die meisten Schiffe verfügen weder über ausreichenden Schutz noch über ausreichende Frühwarn- oder Löschfähigkeiten, um solche Brände auf hoher See zu bekämpfen.“

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Heinrichs forder die Branche daher auf, sich „auf vorbeugende Maßnahmen und Notfallpläne konzentrieren, um dieser Gefahr zu begegnen“. Etwa durch adäquates Training der Besatzung, der Zugriff auf passendes Feuerlösch-Equipment oder auch die Verbesserung von Frühwarnsystemen. „Vorteilhaft wären Spezialschiffe für den Transport solcher Güter“, betont der Allianz-Experte. Eine schwedische Reederei hatte im vergangenen Jahr nach dem Brand der „Felicity Ace“ drastische Konsequenzen gezogen und Elektroautos von ihren Fähren verbannt.

Rubriklistenbild: © Coast Guard Netherlands/dpa

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