- VonMiriam Haberhauerschließen
Burger King kündigte im Sommer eine vegane Revolution an – und muss nun einen schweren Rückschlag einstecken. Nach Undercover-Recherchen verlieren einige Fast-Food-Produkte ihr „V-Label“.
München – Das Angebot an fleischlosen Alternativen wächst und wächst. In den meisten Supermärkten und Discountern in Deutschland haben Kunden mittlerweile die Möglichkeit, aus den verschiedensten vegetarischen Optionen zu wählen.
Burger King-Vorstoß: Deutschlandweite „plant-based Revolution“
Auch der Fast-Food-Gigant Burger King wollte mit der Zeit gehen und kündigte im Sommer 2022 eine „plant-based Revolution“ an. Die angekündigte „revolutionäre“ Änderung: für jeden Rindfleisch-Burger sollte eine fleischlose Alternative angeboten werden. Die „plant-based“ Burger sollten zum gleichen Preis wie ihre jeweiligen Varianten mit Fleisch angeboten werden, versprach Burger King.
Von der Nichtregierungsorganisation ProVeg Deutschland wurden einige Produkte der Fast-Food-Kette mit dem Gütesiegel „V-Label“ lizenziert. Die Tierschutzorganisation PETA zeichnete zudem den fleischlosen Chicken-Burger mit dem Vegan Food Award 2022 aus.
Auch die Wiesn wollte dieses Jahr Vegetarier-freundlich sein: Eine vegane Weißwurst konnten Oktoberfest-Besucher in einigen Festzelten kaufen. Nicht bei allen kam das Produkt gut an, auch Bayerns Landwirtschaftsministerin Michalea Kaniber (CSU) zeigte sich wenig überzeugt.
„Restaurants temporär geschlossen“: Burger King reagiert auf Missstände
Undercover-Recherchen der RTL-Sendung „Team Wallraff“ setzten dem Vorstoß des Unternehmens jetzt aber ein jähes Ende. Im September schleusten sich die Journalisten unbemerkt bei fünf Burger-King-Filialen ein. Die nun veröffentlichte Sendung zeigt, dass einige der als vegan beworbenen Speisen dort in Wirklichkeit gar nicht vegan sind.
Am deutschen Sitz in Hannover teilte das Unternehmen mit: „Burger King nimmt die erhobenen Vorwürfe sehr ernst, hat die im Beitrag gezeigten Restaurants temporär geschlossen und genau überprüft.“ Gleichzeitig gelobten sie Besserung: „Im September haben wir zudem eine außerordentliche externe Überprüfung aller 750 Burger King Restaurants in Deutschland durchgeführt. Wo wir Themen identifiziert haben, bei denen wir uns verbessern müssen.“
Nach Undercover-Recherchen: Fünf Produkte verlieren V-Label
Aufgrund der aufgedeckten Missstände setzte Burger King außerdem „die V-Label-Lizenzierung für fünf vegane Produkte aus.“ Das Label bestätigt normalerweise, dass das Produkt selbst vegan ist und es auf seinem Weg bis zum Kunden mit keinem tierischen Produkt in Berührung gekommen ist.
Ziel sei es nun, die „Zubereitungsprozesse optimieren und Mitarbeiterschulungen rund um das vegane und vegetarische Angebot intensivieren“, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. Anstatt der veganen Optionen soll es bei Burger King künftig aber Paketstationen geben. Für einige Fast-Food-Liebhaber vielleicht wenigstens ein kleiner Trost. (mlh)
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