Fast Food hat oft einen schlechten Ruf. Ein Ernährungswissenschaftler äußert sich zu Mythen und gibt einen Tipp, der Fast-Food-Ketten nicht gefallen wird.
Kassel – Für viele ein Genuss, für andere ist Fast Food ein ernährungstechnisches No-Go. Doch was sagen Experten dazu? Uwe Knop, ein Ernährungswissenschaftler, bringt frischen Wind in die Debatte und äußert sich zu gängigen Mythen. Denn Fast Food gilt gemeinhin als ungesundes Essen. Doch Knop fehlt dafür die wissenschaftliche Grundlage.
McDonald‘s und Burger King? „Auf die Dosis kommt es an“
Bei focus.de betont er, dass Fast Food energetisch hochwertig ist und gut verdaut wird. Die Devise lautet: „Auf die Dosis kommt es an.“ Knop argumentiert, dass Fast Food weder gesund noch ungesund ist, sondern Teil eines abwechslungsreichen Ernährungsspektrums sein kann.
Ein Grund für das oftmals verwendete Vorurteil könnten aber auch die Fast-Food-Verpackungen sein, die zwei Studien zufolge oft gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten.
Wer zwischen McDonald’s und Burger King wählt, wird kaum Unterschiede in den Nährwerten finden, so der Ernährungswissenschaftler. Knop zufolge ist die Menüauswahl eher eine Frage des Geschmacks als der Kalorien. „Hier geht es um andere ‚innere Werte‘ und Bedürfnisse: schnell schmackhaft satt werden“, sagt er. Er fügt hinzu, dass die meisten Menschen, die Fast Food essen, sich wahrscheinlich nicht für die Nährwerte interessieren würden, sondern für den Geschmack und die Bequemlichkeit.
Burger bei Fast-Food-Ketten: Wie oft ist zu oft und woher kommt das Fleisch?
Wie viel Fast Food ist in Ordnung, bevor es ungesund wird? Knop sagt, es gibt keine wissenschaftlich belastbare Antwort darauf. Gesundheit ist das Resultat zahlreicher, individueller Faktoren, von Stress bis hin zur finanziellen Situation. Er betont, dass die Ernährung nur ein Teil eines komplexen Gesundheitsbildes ist und dass es keine konkrete offizielle Obergrenze für Fast-Food-Konsum gibt.
Die Herkunft des Fleisches in Fast-Food-Ketten ist oft ein Punkt der Kritik, Öko-Test nahm elf Tiefkühl-Chicken-Nuggets, drei von Fast-Food-Ketten unter die Lupe. Die Ergebnisse sind teils erschreckend, nur drei der elf werden mit „gut“ eingestuft. Knop rät, sich auf den Websites der Ketten zu informieren und nach den Tierhaltungsformen der Lieferanten zu fragen, wenn man Wert auf Tierwohl lege.
McDonald‘s und Burger King – langfristige Gesundheitsrisiken?
Knop erklärt bei focus.de, dass es keine zuverlässigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, die einen direkten Zusammenhang zwischen Fast-Food-Konsum und langanhaltenden Gesundheitsproblemen wie Herzleiden oder Diabetes nachweisen.
Nichtsdestotrotz will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für gesündere Ernährung in der Bevölkerung sorgen. Dazu soll Werbung für Nahrungsmittel, die an Kinder unter 14 Jahren gerichtet ist und zu viel Zucker, Salz oder Fett enthält, in Zukunft verboten werden. Die Werbung gilt laut Gesetzentwurf dann als an Kinder gerichtet, wenn:
- die Werbung nach Art, Inhalt oder Gestaltung an Kinder adressiert ist (zum Beispiel durch Kinder als Darsteller, Kinder adressierende Aufmachung oder speziell auf Kinder abzielende Sprache).
- Kinder aufgrund des Werbeumfeldes oder des sonstigen – zum Beispiel räumlichen - Kontextes der werblichen Beeinflussung ausgesetzt werden (zum Beispiel im Umfeld von Kinder- und Familiensendungen, in sozialen Medien oder im Umkreis von Schulen etc.).
Der Vorschlag sorgt für kontroverse Diskussionen. So hält unter anderem der BARMER Arztreport 2023 dagegen. Demnach zeigen Statistiken, dass 96,45 % aller deutschen Kinder und Jugendlichen nicht fettleibig sind. Der Anstieg während Corona (2019–2021) betrug nur niedrige 0,36 %. Die Barmer ist mit rund neun Millionen Versicherten eine der größten gesetzlichen Krankenversicherungen Deutschlands.
Der ultimative Burger-Tipp
Der Tipp für Fast-Food-Liebhaber vom Ernährungs-Experten ist einfach: Burger von Fast-Food-Ketten ist per se nicht schlecht, aber er empfiehlt, sie frisch selbst zu machen. Mit frischen Zutaten und einem kleinen Frische-Buffet kann jeder seinen Lieblingsburger individuell zusammenstellen. Auf diese Weise würden alle, die diese Burger essen, satt und zufrieden sein, erklärt Knop. Er bezweifelt, dass McDonald’s und Burger King nach diesem Tipp noch eine „Chance“ haben werden
Wer Fast Food genießen möchte und dennoch auf Fett und Kalorien verzichten möchte, kann außerdem die Pommes-Beilage durch einen Salat ersetzen. Ein Salat ohne Soße hingegen ist kalorienarm und liefert wichtige Nährstoffe. So kann man bei einem Fast-Food-Essen trotzdem auf seine Figur achten.(meka)
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