Kostensteigerungen treiben die Preise für Cappuccino in Italien in die Höhe. Besonders in Bozen zahlen Kaffeeliebhaber nun mehr. Die Gründe sind vielfältig.
Rom – Kaffee ist in Italien mehr als nur ein Getränk, es ist ein Teil der Kultur. Daher sollte er nicht zu teuer sein. Besonders der Durchschnittspreis für den Espresso sollte einen Euro nicht überschreiten, wenn man ihn direkt an der Theke („al banco“) genießt. Doch der Preis ist nach den Kostensteigerungen der letzten Jahre vielerorts kaum mehr zu halten.
Urlauber-Magnet Bozen treibt Preise für Cappuccino in die Höhe
Und auch der Cappuccino-Preis erreicht mittlerweile neue Höhen in Italien, besonders aber in Südtirols Hauptstadt Bozen. Denn der Preis für das beliebte Kaffeegetränk liegt hier nun im Durchschnitt bei 2,18 Euro und kann in einigen Cafés sogar bis zu 2,50 Euro betragen. Dies geht aus einem Bericht der italienische Nachrichtenagentur Ansa hervor, die sich auf eine aktuelle Untersuchung der Verbraucherorganisation Assoutenti beruft.
Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Italienische Region:
Trentino-Alto Adige
Einwohner:
rund 530.000
Hauptstadt:
Bozen (etwa 106.000 Einwohner)
Fläche:
7.400,43 km²
Sprachen:
Deutsch, Italienisch, Ladinisch
Die Erhebung zeigt auch, dass der Preis für einen Cappuccino in ganz Italien in den letzten drei Jahren durchschnittlich um 14,1 Prozent gestiegen ist. Während der landesweite Durchschnittspreis bei 1,59 Euro liegt (2021: 1,39 Euro), verzeichnet Bozen die dritthöchste Preissteigerung (24 Prozent). Nur in Pescara (28 Prozent) und Neapel (27,5 Prozent) stiegen die Preise schneller. Bozen, ein beliebtes Reiseziel für viele Touristen aus Deutschland – die jedoch nicht überall willkommen sind –, führt die Liste der teuersten Cappuccinos in den wichtigsten Städten Italiens an.
Cappuccino-Preise in Rom und Florenz überraschend günstig
In anderen Städten, wie Palermo und Triest, liegen die Durchschnittspreise bei 1,87 Euro bzw. 1,80 Euro. Selbst in den Metropolen Rom und Florenz ist der Cappuccino mit 1,32 Euro bzw. 1,41 Euro zur Überraschung vieler deutlich günstiger. Am wenigsten kostet das Getränk in Catanzaro, wo es im Durchschnitt nur 1,28 Euro und maximal 1,50 Euro erreicht.
Cappuccino-Preisanstieg in Südtirol wohl logische Konsequenz
Warum sind die Preise gerade in Bozen so stark gestiegen? Laut Assoutenti sind die steigenden Kaffeepreise auf den internationalen Märkten ein wesentlicher Faktor. Dies betrifft nicht nur die Cafés, sondern auch die Konsumenten, die für ihren Cappuccino nun mehr bezahlen müssen. Ein Cappuccino am Nachmittag ist übrigens tabu, ebenso wie neun weitere Dinge, die Italien-Urlauber immer wieder falsch machen.
„Wir befürchten, dass die Preiserhöhungen in den kommenden Wochen sowohl für Café-Konsumenten als auch für Kaffeepulver spürbar werden könnten“, warnte Gabriele Melluso, Präsident von Assoutenti, bereits zu Jahresbeginn 2024.
Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens
Ein weiterer Faktor für die hohen Preise in Bozen ist die Beliebtheit der Stadt bei Touristen. Die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Kaffeeprodukten und die Bereitschaft der Touristen, höhere Preise zu zahlen, führen zu einer Aufwärtsspirale der Preise – übrigens wird der Kaffee auch in der Schweiz immer teurer, monieren Urlauber. (mke)