Langwieriger Prozess

Umstieg auf E-Autos dauert lange: Bosch-Chef hält am Verbrenner fest

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Die Elektrifizierung nimmt Zeit in Anspruch. Bosch-Chef Hartung rechnet mit 35 Jahren. Vor allem außerhalb der EU sei ein Verbrenner-Aus kaum möglich.

Ab 2035 dürfen keine Verbrenner mehr verkauft werden. Das sehen zumindest die Pläne der EU vor. Ausnahmen soll es lediglich für Fahrzeuge geben, die mit E-Fuels betrieben werden. Inzwischen werden aber immer mehr Zweifel daran laut, dass ein solch früher Ausstieg möglich ist. Mercedes-Boss Ola Källenius stellte das Verbrenner-Aus jüngst infrage und auch bei Bosch plant man noch lange mit der Technologie.

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Bosch-Chef hält am Verbrenner fest: Außerhalb der EU gibt es oftmals keine Alternativen

„Wir müssen weiterhin Verbrennertechnologie in Deutschland bereitstellen, sonst wird die Welt damit nicht zurechtkommen“, betonte Bosch-Chef Stefan Hartung im Gespräch mit dem Portal The Pioneer und nimmt damit auch andere Unternehmen in die Pflicht.

Bosch-Chef Stefan Hartung setzt auch weiterhin auf den Verbrenner.

Der weltweite Umstieg aufs Elektroauto brauche Zeit, betont der 58-Jährige: „Wir brauchen 35 Jahre, um weltweit alle Autos zu elektrifizieren.“ Auch wenn es in der EU deutlich schneller gehen soll, könne man die Kunden außerhalb Europas nicht zwingen, auf den Verbrenner zu verzichten. Oftmals sei das Aus von Diesel und Benzinern wegen fehlender Alternativen gar nicht möglich, erklärt Hartung.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Weltweit rund 1,4 Milliarden Verbrenner: Austausch dauert bei reiner Elektroautoproduktion 16 Jahre

Der Bosch-Chef geht zudem davon aus, dass Verbrenner noch über viele Jahrzehnte auf den Straßen unterwegs sein werden. Weltweite sind es geschätzt rund 1,4 Milliarden Fahrzeuge. „Wenn wir jetzt sofort alles, was wir im Moment an Produktion haben, umstellen würden, also über 90 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab jetzt voll elektrisch bauen würden, bräuchten wir etwa 16 Jahre, um die gesamte Fahrzeugflotte auszutauschen“, erklärt Hartung.

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Die Realität sieht jedoch anders aus. Auch weiterhin laufen Verbrenner vom Band, die im Laufe der Zeit ersetzt werden müssen. Dadurch verzögert sich der Prozess auf 30 bis 35 Jahre. Hinzukommt, dass die Elektromobilität derzeit in einer Krise steckt. Nach dem Wegfall der Umweltprämie sind die Zulassungszahlen in Deutschland rückläufig. Und auch in anderen Ländern läuft es nicht rund. Daher investiert Bosch auch in einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

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