VonSimon Monesschließen
Die Elektrifizierung nimmt Zeit in Anspruch. Bosch-Chef Hartung rechnet mit 35 Jahren. Vor allem außerhalb der EU sei ein Verbrenner-Aus kaum möglich.
Ab 2035 dürfen keine Verbrenner mehr verkauft werden. Das sehen zumindest die Pläne der EU vor. Ausnahmen soll es lediglich für Fahrzeuge geben, die mit E-Fuels betrieben werden. Inzwischen werden aber immer mehr Zweifel daran laut, dass ein solch früher Ausstieg möglich ist. Mercedes-Boss Ola Källenius stellte das Verbrenner-Aus jüngst infrage und auch bei Bosch plant man noch lange mit der Technologie.
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Bosch-Chef hält am Verbrenner fest: Außerhalb der EU gibt es oftmals keine Alternativen
„Wir müssen weiterhin Verbrennertechnologie in Deutschland bereitstellen, sonst wird die Welt damit nicht zurechtkommen“, betonte Bosch-Chef Stefan Hartung im Gespräch mit dem Portal The Pioneer und nimmt damit auch andere Unternehmen in die Pflicht.
Der weltweite Umstieg aufs Elektroauto brauche Zeit, betont der 58-Jährige: „Wir brauchen 35 Jahre, um weltweit alle Autos zu elektrifizieren.“ Auch wenn es in der EU deutlich schneller gehen soll, könne man die Kunden außerhalb Europas nicht zwingen, auf den Verbrenner zu verzichten. Oftmals sei das Aus von Diesel und Benzinern wegen fehlender Alternativen gar nicht möglich, erklärt Hartung.
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Weltweit rund 1,4 Milliarden Verbrenner: Austausch dauert bei reiner Elektroautoproduktion 16 Jahre
Der Bosch-Chef geht zudem davon aus, dass Verbrenner noch über viele Jahrzehnte auf den Straßen unterwegs sein werden. Weltweite sind es geschätzt rund 1,4 Milliarden Fahrzeuge. „Wenn wir jetzt sofort alles, was wir im Moment an Produktion haben, umstellen würden, also über 90 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab jetzt voll elektrisch bauen würden, bräuchten wir etwa 16 Jahre, um die gesamte Fahrzeugflotte auszutauschen“, erklärt Hartung.
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Die Realität sieht jedoch anders aus. Auch weiterhin laufen Verbrenner vom Band, die im Laufe der Zeit ersetzt werden müssen. Dadurch verzögert sich der Prozess auf 30 bis 35 Jahre. Hinzukommt, dass die Elektromobilität derzeit in einer Krise steckt. Nach dem Wegfall der Umweltprämie sind die Zulassungszahlen in Deutschland rückläufig. Und auch in anderen Ländern läuft es nicht rund. Daher investiert Bosch auch in einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor.
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