VonSebastian Oppenheimerschließen
Deutlicher Absturz: Im Januar 2024 wurden in Deutschland 22.474 Elektroautos neu zugelassen – ein Rückgang von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Zuletzt erlebte der Aufschwung der E-Mobilität einige Dämpfer. Vor allem das frühzeitige Aus der Elektroauto-Förderung durch den Umweltbonus versetzte die Autobranche in Alarmbereitschaft. Um möglichst wenig Kunden zu verlieren, sprangen zahlreiche Hersteller ein – und übernahmen den „Bonus“ selbst. Doch gerade in großen Flotten zeigen sich vermehrt die Probleme der Stromer. Der Autovermieter Hertz beispielsweise dampfte seine E-Auto-Pläne deutlich ein, will sogar ein Drittel seiner Stromer verkaufen. Als Gründe werden mangelnde Nachfrage, hohe Instandhaltungskosten und geringe Restwerte der Elektroautos genannt. Sixt verkündete mit ähnlicher Argumentation, keine Teslas mehr anschaffen zu wollen. Auch die E-Auto-Neuzulassungen im Januar 2024 dürften bei den E-Auto-Herstellern keine Freudensprünge auslösen.
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Vergleich zum Vormonat: Im Januar fast 60 Prozent weniger E-Auto-Neuzulassungen
Insgesamt wurden im Januar 2024 in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 213.553 Fahrzeuge neu zugelassen, ein Plus gegenüber dem Vorjahresmonat (Januar 2023) um 19,1 Prozent. Zwar ist die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos (BEV) im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 22.474 Exemplaren um 23,9 Prozent gestiegen – doch im Vergleich zum Vormonat (Dezember 2023) ist ein deutlicher Einbruch zu verzeichnen: 54.654 BEV-Neuzulassungen waren es noch im Dezember, also ein Rückgang von knapp 60 Prozent. Und: Hatte im Dezember 2023 der Anteil an Elektroautos bei den gesamten Neuzulassungen noch bei 22,6 Prozent gelegen, so sank er im Januar auf gerade einmal 10,5 Prozent. Insgesamt wurden im Dezember 2023 aber mit 241.883 Fahrzeugen aber auch mehr Autos neu zugelassen als im Januar 2023.
Welche Gründe aktuell für viele noch gegen ein Elektroauto sprechen
Ob sich der Trend wieder stärker zum E-Auto orientiert? Laut DAT-Report können sich viele Deutsche einen Umstieg auf Stromer aktuell nicht vorstellen – wenn überhaupt, ist demnach ein Elektroauto-Kauf erst in einigen Jahren ein Thema. Viele gaben als Gründe für ihre zögerliche Haltung die hohen Anschaffungskosten und eine unausgereifte Infrastruktur für E-Autos an. Es gibt aber auch noch andere Probleme, die die Entscheidung für ein Elektroauto aktuell nicht gerade erleichtern: So kämpfen Elektroautos aktuell mit hohen Wertverlusten, die speziell für Gebrauchtwagenhändler zum Problem werden.
Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023




Ford: Hohe Verluste mit Elektroautos
Nicht nur in Deutschland läuft das Geschäft mit E-Autos schleppend. Der US-Autobauer Ford schreibt mit seinen Stromern tiefrote Zahlen: Laut dpa verbuchte der US-Autoriese im vergangenen Quartal in seiner Elektroauto-Sparte einen operativen Verlust von 1,57 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 1,46 Milliarden Euro). Man wolle nun künftige Investitionen in die E-Auto-Produktion an die Nachfrage anpassen. Dennoch sei man überzeugt, dass E-Autos die Zukunft gehöre.
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