VonLars-Eric Nievelsteinschließen
Die CO₂-Abgabe steigt und Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen. Doch wie wirkt sich das konkret auf Preise für Heizen und Tanken aus?
Hamm – Deutschland steht vor einer Herausforderung: Einerseits ist eine Erhöhung der Sozialabgaben geplant, andererseits sind bestimmte Fördermaßnahmen durch das abrupte Ende der Ampel-Koalition gefährdet. Hinzu kommt die geplante Erhöhung der CO₂-Abgabe, die die Bürgerinnen und Bürger im kommenden Jahr zusätzlich belasten könnte.
CO₂-Abgabe steigt: Was das für Heizen und Tanken bedeutet
Die CO₂-Abgabe wird sich vor allem beim Heizen und Autofahren bemerkbar machen. Laut ersten Schätzungen des ADAC könnte Benzin 2025 etwa 16 Cent und Diesel 17 Cent mehr pro Liter kosten als ohne die Abgabe. Diese Berechnungen berücksichtigen jedoch noch nicht die Mehrwertsteuer und hängen auch von der Entwicklung des Ölpreises im kommenden Jahr ab. Daher ist die genaue Höhe der Erhöhung noch ungewiss.
Das Fachportal agrarheute rechnet aufgrund des CO₂-Preises mit einer Erhöhung der Kilowattstunde Gas um 0,21 Cent, wobei die Mehrwertsteuer von 19 Prozent noch nicht berücksichtigt ist. Bei Heizöl könnte die CO₂-Abgabe zu einer Erhöhung von 3,19 Cent pro Liter führen. Anfragen von IPPEN.MEDIA an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zu konkreten Werten für Heizen und Tanken blieben bisher unbeantwortet.
So läuft die CO₂-Abgabe – Maximal 65 Euro pro Tonne CO₂-Ausstoß
Die CO₂-Abgabe basiert auf dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das seit 2021 in Kraft ist und zunächst einen CO₂-Preis von 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid eingeführt hat. Dieser Preis soll jährlich steigen – die geplante Erhöhung auf 40 Euro für 2023 erfolgte erst 2024, dann aber direkt auf 45 Euro. Für 2025 ist eine Erhöhung auf 55 Euro pro Tonne geplant. Ab 2026 sollen CO₂-Zertifikate den Preis regeln, der auf maximal 65 Euro pro Tonne festgelegt ist.
Die Abgabe betrifft hauptsächlich Unternehmen, die die betreffenden Brennstoffe in Umlauf bringen oder damit arbeiten. Diese Unternehmen geben die erhöhten Kosten jedoch an ihre Verbraucher weiter, was zu höheren Kosten für Heizen und Autofahren führt.
Die Bundesregierung erhofft sich von der Abgabe eine langfristige Reduzierung des CO₂-Ausstoßes in Deutschland. Die durch das BEHG eingenommenen Mittel fließen direkt in den Klima- und Transformationsfonds. Laut der Deutschen Emissionshandelsstelle belief sich diese Summe im Jahr 2023 auf 18,4 Milliarden Euro.
Klimageld soll Bürger entlasten – noch kein Datum
Um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, ist ein Klimageld geplant. Dieses ist auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Dort heißt es: „Um einen künftigen Preisanstieg zu kompensieren und die Akzeptanz des Marktsystems zu gewährleisten, werden wir einen sozialen Kompensationsmechanismus über die Abschaffung der EEG-Umlage hinaus entwickeln (Klimageld).“ Allerdings ist die Umsetzung dieses Plans unsicher, seitdem sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) von dem ehemaligen Finanzminister Christian Lindner (FDP) getrennt hat und die Ampel-Koalition damit Geschichte ist.
Die Einführung des Klimagelds ist erst für die nächste Legislaturperiode geplant, wie die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken mitteilte. Ein genauer Zeitplan wurde jedoch nicht genannt. Die Regierung arbeitet derzeit an einem Direktauszahlungsmechanismus, der „perspektivisch auch für ein Klimageld genutzt werden könnte, wenn er vollständig finalisiert ist“. Laut Haufe soll das Bundeszentralamt für Steuern die entsprechenden Aufgaben übernehmen.
„Über die notwendigen haushaltspolitischen Festlegungen wird entsprechend in künftigen Verfahren der Haushaltsaufstellung zu entscheiden sein“, so die Antwort der Bundesregierung.
Neben Heizen und Tanken wird 2025 auch der Strom teurer. Es gibt Maßnahmen, mit denen Verbraucher sparen können.
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