VonHannah Deckeschließen
Wer aktuell eine Einwegflasche von Coca-Cola kauft, könnte irritiert sein: Flasche und Decken sind unzertrennlich. Das ist Absicht, kein Produktionsfehler.
Hamm - Wer eine Flasche mit Schraubverschluss öffnen möchte, der dreht den Deckel ab, trinkt aus der Flasche oder gießt das Getränk in ein Glas. Dann kommt der Deckel wieder auf die Flasche. Eine Änderung von Coca-Cola mag den ein oder anderen Konsumenten zuletzt aber wohl etwas irritiert haben: Zwar ließ sich der Deckel abdrehen, der Verschluss war aber fest mit dem Flaschenhals verbunden. Was viele vermutlich für einen Produktionsfehler halten, ist ein neues Konzept beim Getränkehersteller - und erfüllt schon jetzt eine neue EU-Richtlinie.
| Unternehmen | The Coca-Cola Company |
| Umsatz | 37,27 Milliarden USD (2019) |
| CEO | James Quincey (1. Mai 2017–) |
Coca-Cola ändert Flaschen: Weshalb der Deckel jetzt immer dran bleibt
„Lass mich dran“ steht jetzt auf den Deckeln der Einweg-PET Flaschen von Coca-Cola. Der Großteil der Verbraucher wird diesen Satz einfach nicht beachtet haben - auf dem Verschluss wird oft für ein Gewinnspiel oder Ähnliches geworben. Beim Aufschreiben des Getränks kommt es dann aber zu Irritationen: Der Deckel lässt sich nicht vollständig abnehmen.
Der Verschluss ist mit einem Teil des Sicherheitsrings am Flaschenhals fest verbunden. Der ein oder andere wird zunächst versucht haben, ihn mit Gewalt abzureißen - das geht, sorgt bei einer vollen Flasche aber für eine Sauerei. Was hat sich Coca-Cola dabei gedacht?
Auf der Internetseite erklärt der Getränke-Hersteller, weshalb das Design des Deckels geändert wurde. „Wenn der Deckel an der Flasche bleibt, kann er nicht verloren gehen – und bleibt im Recyclingkreislauf“, erklärt Coca-Cola. Damit erfüllt das Unternehmen schon jetzt eine EU-Richtlinie, die 2024 in Kraft tritt. Diese sieht vor, dass alle aus Kunststoff bestehenden Getränkeverschlüsse an der Flasche bleiben sollen.
Coca-Cola ändert Flaschen: Recycling-Quote soll verbessert werden
„Wir haben bei der Umstellung des Verschlusses auch gleich das Gewinde angepasst, um weiteres Material einzusparen“, erklärt Coca-Cola weiter. Es geht bei der Änderung also um den Umweltschutz. „Wir sehen die neuen Verschlüsse als weiteren Schritt, um den Recycling-Kreislauf weiter zu schließen und Verpackungsmüll zu vermeiden“, so der Getränke-Hersteller.
Für Coca-Cola hat die Änderung der Flaschen mehrere Vorteile: Der Deckel kann nicht herunterfallen, man hat eine Hand frei beim Trinken und die Recycling-Quote wird verbessert. „Manchmal erscheint es unbequem, wenn bewährte Dinge verändert werden. Man muss sich einen kleinen Ruck geben, um über das Gewohnte hinauszuschauen und Potenzial für Verbesserungen zu sehen“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.
Die Produktion soll in den nächsten drei Jahren umgestellt werden. Den Anfang hat im November 2021 das Abfüllwerk in Dorsten (NRW) gemacht. Schritt für Schritt werden die Konsumenten in Deutschland die neuen Flaschen im Einkaufswagen haben.
„Lass mich dran“: Coca-Cola ändert Deckel - nicht alle Kunden freut es
Wo eine Änderung ist, sind Kritiker nicht weit. Ein Twitter-User findet, dass der festhängende Deckel beim Trinken nerven würde und zu „Gesabbere“ beim Ausschenken führe. Andere halten es für sinnlos, weil sie sowie immer die Flaschen mit Deckel zurückbringen würden. Ein User auf Facebook kritisiert, dass die Verletzungsgefahr groß sei, wenn man direkt aus der Flasche trinke.
Aber es gibt auch positives Feedback: „Nachdem ich das gecheckt habe, finde ich es prima. Die erste Flasche mit diesem Prinzip brachte mich nämlich zur Verzweiflung. Ich hätte lesen sollen, was auf dem Deckel steht.“
Coca-Cola setzt beim Automatengeschäft künftig auf externe statt auf eigene Mitarbeiter - das hat Folgen für viele Standorte des Unternehmens, unter anderem in Hamm. Den Standort will der US-Konzern zum Jahresende aufgeben. Zur kühlen Coke noch eine Pizza? Ein einfacher Trick soll die Tiefkühlpizza besser schmecken lassen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Paul Zinken/dpa


