Gesunde Bakterien

Küssen hilft dem Darm – bei Liebeskummer leiden die Darmbakterien

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Küssen ist nicht nur gut für die Seele, sondern auch für den Körper – und das, obwohl bei einem Kuss rund 80 Millionen Bakterien ausgetauscht werden.

Von einer flüchtigen Bekanntschaft im Supermarkt, über den täglichen Small Talk mit dem Nachbarn bis hin zu der Zeit, die wir mit Freunden und Familie verbringen – die Beziehungen zu anderen Menschen beeinflussen unser emotionales Wohlbefinden maßgeblich. Aber auch die körperliche Gesundheit profitiert von einem gesunden Miteinander.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Vancouver zeigen, dass soziale Interaktionen einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit haben. So beeinflussen soziale Beziehungen die menschliche Gesundheit und Sterblichkeit durch verschiedene psychologische und physiologische Vorgänge. Nun gibt es Hinweise darauf, dass eine gute Beziehung auch für die Darmgesundheit von Vorteil ist.

Qualität der Beziehungen wirkt sich auf Gesundheit aus

Beziehungen zu anderen Menschen verändern das Mikrobiom im Darm und tragen so zu Reichtum und Vielfalt wichtiger Bakterienstämme bei.

Ergebnisse einer Studie der Universität Amsterdam weisen darauf hin, dass die Beziehungen zu anderen Menschen das Mikrobiom im Darm verändern und so zum Reichtum und zur Vielfalt der wichtigen Bakterienstämme beitragen. Enge und intime Beziehungen haben dabei den größten Einfluss. Beispielsweise teilten Ehepartner ein ähnlicheres Mikrobiom und mehr Bakterienstämme als Geschwister. Das Mikrobiom von Ehepartnern oder Menschen, die eine romantische Beziehung zueinander pflegten, waren zudem vielfältiger als die von Alleinstehenden. Dabei spielte allerdings auch die Qualität der Beziehungen eine Rolle. Die Wissenschaftler um Studienautor Remco Kort fanden zudem heraus, dass Stress und häufige Auseinandersetzungen nicht denselben Nutzen wie eine gute und ausgeglichene Beziehung hatten.

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Gesunder Darm: Zehn Tipps, was Sie bei Bauchbeschwerden tun können

Frau trinkt Wasser
Eine ausreichende Versorgung mit Wasser hilft dem Körper nicht nur bei der Verdauung und fördert die Gesundheit des Darms. Genügend Flüssigkeit wirkt sich auch positiv auf die Funktion aller Organe aus. Hochwertiges Quellwasser ohne Kohlensäure eignet sich besonders gut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert 1,5 Liter Wasser pro Tag. © Cavan Images/IMAGO
Frau joggt
Regelmäßiger Sport helfen dabei, dass der Darm gesund bleibt. Durch die Bewegung kommt er in Schwung und die Verdauung wird angeregt. Außerdem kann sich der Darm viel leichter wieder ordnen und Stuhlgang kann schnell ausgeschieden werden. Dabei muss es nicht gleich Extremsport sein. Selbst mit einem täglichen Spaziergang tun Sie Ihrem Darm etwas Gutes. © Cavan Images/IMAGO
Frau isst Käsebrot
Für einen gesunden Darm empfiehlt es sich, langsam zu essen und dabei sorgfältig zu kauen. Probieren Sie einfach einmal aus, bei Ihrer nächsten Mahlzeit jeden Bissen 40 Mal zu kauen. Wer es nicht gewohnt ist, so viel zu kauen, für den sind zu Beginn zum Beispiel Nüsse oder eine Scheibe Vollkornbrot ideal. Das Essen wird viel bekömmlicher sein und Verdauungsbeschwerden oder Blähungen sollten ausbleiben. Denn: Je besser man kaut, desto leichter lässt sich die Nahrung verdauen. © www.viennaslide.com/IMAGO
Glas mit Milch
Milchprodukte führen bei vielen Menschen zu Verdauungsbeschwerden, da Milcheiweiß eine verstopfende und verschleimende Wirkung haben kann. Bei anderen Menschen kann Milcheiweiß wiederum Durchfall auslösen. Sind Sie unsicher, ob Sie Milchprodukte vertragen, dann machen Sie folgenden Selbstversuch: Bleiben Sie drei Wochen lang milchfrei. Spüren Sie in dieser Zeit eine Besserung Ihrer Beschwerden, dann geht es Ihrem Körper ohne Milch wohl besser. © TANGXIAODONG/IMAGO
Bauchmassage
Um Verdauungsbeschwerden zu lindern und den Darm zu stärken, kann eine Bauch-Massage helfen. Sie führt bei vielen Menschen ohne weitere Maßnahmen zu einer Verbesserung der Darmgesundheit. Etablieren Sie deshalb eine Morgenroutine, indem Sie nach dem Aufwachen ihren Bauch selbst massieren. Dabei werden Sie bereits kurze Zeit später eine Verbesserung bemerken. © karelnoppe/IMAGO
Croissant
Wenn Sie Ihrem Darm etwas Gutes tun möchten, dann verzichten Sie auf Gluten. Dieses steckt in den meisten Getreideprodukten wie etwa Brot, Nudeln und Gebäck und kann die unterschiedlichsten Symptome auslösen. Es kann beispielsweise zu chronischen Verstopfungen, genauso aber auch zu chronischem Durchfall führen. Außerdem kann es Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwäche und andere Probleme verursachen. Reduzieren Sie deshalb Ihren Gluten-Verzehr und essen Sie stattdessen glutenfreie Getreide oder Pseudogetreide wie Hirse, Mais, Qinoa oder Reis. © David Agüero Munoz/IMAGO
Mango
Natürliche Verdauungsenzyme unterstützen den Körper dabei, Nährstoffe besser aufzunehmen und sind deshalb wichtig für einen gesunden Darm. Zwar produziert der Körper von selbst Enzyme. Allerdings reduziert sich die Menge der gebildeten Enzyme mit zunehmendem Alter. Deshalb sollten Sie darauf achten, enzymreiche Lebensmittel zu konsumieren. Mangos enthalten beispielsweise Amylasen. Diese werden mit zunehmender Reife der Frucht aktiver und helfen dabei, Kohlenhydrate zu verdauen. Das Verdauungsenzym Bromelain steckt zum Beispiel in Ananas. In Ingwer stecken Protease Zingibain. © bowonpat/IMAGO
Löffel mit Pulver
Flohsamen sind reich an regenerierendem und heilsamen Schlei und verfügen über eine hohe Wasseraufnahmekapazität. So können sie überschüssige Flüssigkeiten aus dem Darm aufnehmen und die Konsistenz des Stuhlgangs regulieren. Deshalb eignet sich Flohsamenschalenpulver insbesondere bei chronischem Durchfall. Dieses kann beispielsweise in Form eines Shakes aufgenommen werden. © vvoennyy/IMAGO
Frau mit Klopapierrolle
Chronische Verstopfung kann für Betroffene ziemlich unangenehm sein. Deshalb sollten Sie nicht Tage lang abwarten, bis sich von selbst etwas tut. Denn je länger es dauert, desto härter wird der Stuhlgang und umso mehr leidet Ihre Darmschleimhaut. Sie können Ihren Darm stattdessen mithilfe von Ballaststoffen, Dörrobst und viel Trinken anregen. Sofortige Abhilfe schafft jedoch meist ein kleiner Einlauf, um die Darmbewegungen zu aktivieren, den erhärteten Kot aufzuweichen und die Ausscheidung einzuleiten. Sie benötigen dafür ein Einlaufgerät (Irrigator), mit dem Sie 200 bis 300 ml lauwarmes Wasser in den Darm einlaufen lassen können. © Iordache Magdalena/IMAGO
Frau hält beide Hände auf ihren Bauch
Ein Blähbauch, Heißhungerattacken auf Süßes oder chronische Müdigkeit können von einer gestörten Darmflora herrühren. Ursachen sind oftmals Pilze oder Parasiten, die wir ohne unser Wissen im Darm beherbergen. Diese können Sie am besten mithilfe einer Darmreinigung abtöten. Sie dient zudem der Regeneration und Heilung der Darmschleimhaut. Eine Darmreinigung kann beispielsweise mithilfe von Flohsamenschalenpulver durchgeführt werden. © spukkato/IMAGO

Konflikte in Beziehungen führen zu einer vermehrten Ausschüttung von Cortisol und anderen Stresshormonen. Diese können dem natürlichen Gleichgewicht der Bakterien im Darm schaden. Eine Trennung wirkt sich demnach nicht nur auf Appetit, Schlaf und Energielevel aus. Auch die Darmbakterien leiden unter dem Liebeskummer. Kanadische Forscher konnten zudem nachweisen, dass Menschen mit starken sozialen Netzwerken seltener an Magen-Darm-Erkrankungen leiden. Befindet sich die Darmflora oder das Mikrobiom im Gleichgewicht, kann dies auch beim Abnehmen helfen.

Immunsystem, Zahngesundheit und Psyche profitieren

Die gute Nachricht: Intime Küsse auf den Mund wirken sich besonders gut auf die Darmgesundheit aus. Die Studie der Universität Amsterdam hat ergeben, dass bei einem Kuss, der rund zehn Sekunden andauert, bis zu 80 Millionen Bakterien übertragen werden können. Nicht alle Bakterien sind dabei gesund für den Körper. Für Lebensmittelallergiker kann ein Kuss beispielsweise fatale Folgen haben: Laut einer US-amerikanischen Studie hatten fünf Prozent der Nahrungsmittelallergiker schon einmal eine allergische Reaktion nach einem Kuss. 

Alleine die Vielfalt, der dabei ausgetauschten Bakterien, kann die Abwehr und das Immunsystem des Körpers allerdings unterstützen. Denn das Immunsystem wird durch das Küssen und die dabei übertragenen Keime aktiviert. Der Organismus schickt Abwehrzellen in den Blutkreislauf, der die vermeintlichen Eindringlinge bekämpfen soll. Antimikrobielle Enzyme im Speichel sollen zudem die Zähne vor Krankheiten wie Karies oder Parodontose schützen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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