Klare Worte

„Es geht nicht“ – Warum Rallye-Legende Walter Röhrl kein Elektroauto-Fan mehr wird

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Mit Elektroautos kann sich Rallye-Legende Walter Röhrl nicht wirklich anfreunden. Nun hat er erklärt, warum er Stromern nichts abgewinnen kann.

Es ist noch nicht allzu lange her, da waren Elektroautos noch wahre Exoten im Verkehr. Doch der Wandel ist in vollem Gange: Längst gehören Stromer heutzutage fest zu Straßenbild – und auch die Vorbehalte gegen E-Autos werden weniger. Dennoch gibt es immer noch genügend Menschen, die sich nicht wirklich mit E-Autos anfreunden können. Selbst Personen, die eigentlich willens wären, ein E-Auto zu kaufen, zögern – vor allem wegen der hohen Preise und mangelnder Lademöglichkeiten, wie kürzlich eine Umfrage auf Reddit zeigte. Und auch Rallye-Legende Walter Röhrl (76) wird sich wohl in seinem Leben kein E-Auto mehr kaufen.

Rallye-Legende Walter Röhrl: Bekannt für klare Worte

Walter Röhrl ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Zum einen für ein grandioses Geschick hinter dem Lenkrad – zum anderen dafür, dass er eigentlich immer deutlich sagt, was er wirklich denkt. In einem Video-Interview (weiter unten zu finden) mit dem Automobilclub Mobil in Deutschland wurde der 76-Jährige nun zu seiner Meinung zu Elektroautos befragt – und hielt, wie zu erwarten, mit seinen Ansichten nicht hinter dem Berg.

Walter Röhrl kann sich mit E-Autos nicht wirklich anfreunden – vor allem die langen Ladezeiten stören die Rallye-Legende. (Archivbild)

Elektrofahrzeuge haben laut Walter Röhrl ihre Berechtigung im Stadtverkehr

Die E-Mobilität werde sich nicht aufhalten lassen, erklärt Röhrl – tatsächlich haben in der EU gerade erstmals E-Autos bei den Neuzulassungen die Diesel-Fahrzeuge überholt. Seiner Ansicht nach hätten Elektrofahrzeuge momentan durchaus eine Berechtigung im Stadtverkehr Verkehr. Dabei müsse die Automobilindustrie aber überlegen, ob man Autos bauen müsse, die 1.000 oder 1.500 PS hätten. In der Stadt bräuchte es laut dem 76-Jährigen kleine Autos, mit denen man beispielsweise im Stadtverkehr unter der Woche in die Arbeit fahren könne. Diese Autos würden dann auch mit viel weniger Batterien auskommen.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

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„Es geht nicht“ – Zeitaufwand für die Ladesäulen-Suche laut Röhrl einfach zu groß

Für einen Menschen aber, „der seinen Lebensunterhalt verdient, in dem er beweglich ist“ – Röhrl führt als Beispiele Handwerker oder Außendienstmitarbeiter an – werde E-Mobilität nicht funktionieren. „Der Zeitaufwand, eine funktionierende Ladesäule zu finden, die nicht belegt ist, ist viel zu groß“, erklärt die Rallye-Legende im Gespräch mit dem Automobilclub. Er sehe das auch bei Bekannten, die es immer wieder mit E-Autos probiert hätten – doch die seien alle daran gescheitert. „Es geht nicht“, sagt Röhrl. „Ich kann nicht mein ganzes Leben vergeuden, auf der Suche nach einer Ladesäule, die funktioniert, wo meine Karte passt.“

Formel-E laut Walter Röhrl „eine totale Täuschung der Menschheit“

Für ihn sei es „eine sinnlose Vergeudung meiner Arbeitskraft, wenn ich da alle 300 Kilometer 40 Minuten an der Ladesäule steh‘“, so Röhrl. „Ich glaube, ich habe nicht mehr so viel Zeit in meinem Leben, dass ich die da vergeude.“ Auch dass sich die Formel-E als umweltfreundlich präsentiere, stößt dem 76-Jährigen sauer auf. Wie sich die elektrische Rennserie verkaufe, sei „eine totale Täuschung der Menschheit“. Denn im Fahrerlager liefen laut Röhrl hinter den riesigen Renntransportern große Dieselaggregate, die den Strom erzeugten.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Seine generelle Aufforderung an Politiker in Bezug auf Mobilität lautet, sie sollten sich alle Techniken anschauen und eine Technologieoffenheit zulassen, so Röhrl. „Und dann werden sie in ganz kurzer Zeit überzeugt werden, dass es viele Alternativen zu dem Weg gibt, den sie heute beschreiten“.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck

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