VonSebastian Oppenheimerschließen
Mit Elektroautos kann sich Rallye-Legende Walter Röhrl nicht wirklich anfreunden. Nun hat er erklärt, warum er Stromern nichts abgewinnen kann.
Es ist noch nicht allzu lange her, da waren Elektroautos noch wahre Exoten im Verkehr. Doch der Wandel ist in vollem Gange: Längst gehören Stromer heutzutage fest zu Straßenbild – und auch die Vorbehalte gegen E-Autos werden weniger. Dennoch gibt es immer noch genügend Menschen, die sich nicht wirklich mit E-Autos anfreunden können. Selbst Personen, die eigentlich willens wären, ein E-Auto zu kaufen, zögern – vor allem wegen der hohen Preise und mangelnder Lademöglichkeiten, wie kürzlich eine Umfrage auf Reddit zeigte. Und auch Rallye-Legende Walter Röhrl (76) wird sich wohl in seinem Leben kein E-Auto mehr kaufen.
Rallye-Legende Walter Röhrl: Bekannt für klare Worte
Walter Röhrl ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Zum einen für ein grandioses Geschick hinter dem Lenkrad – zum anderen dafür, dass er eigentlich immer deutlich sagt, was er wirklich denkt. In einem Video-Interview (weiter unten zu finden) mit dem Automobilclub Mobil in Deutschland wurde der 76-Jährige nun zu seiner Meinung zu Elektroautos befragt – und hielt, wie zu erwarten, mit seinen Ansichten nicht hinter dem Berg.
Elektrofahrzeuge haben laut Walter Röhrl ihre Berechtigung im Stadtverkehr
Die E-Mobilität werde sich nicht aufhalten lassen, erklärt Röhrl – tatsächlich haben in der EU gerade erstmals E-Autos bei den Neuzulassungen die Diesel-Fahrzeuge überholt. Seiner Ansicht nach hätten Elektrofahrzeuge momentan durchaus eine Berechtigung im Stadtverkehr Verkehr. Dabei müsse die Automobilindustrie aber überlegen, ob man Autos bauen müsse, die 1.000 oder 1.500 PS hätten. In der Stadt bräuchte es laut dem 76-Jährigen kleine Autos, mit denen man beispielsweise im Stadtverkehr unter der Woche in die Arbeit fahren könne. Diese Autos würden dann auch mit viel weniger Batterien auskommen.
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„Es geht nicht“ – Zeitaufwand für die Ladesäulen-Suche laut Röhrl einfach zu groß
Für einen Menschen aber, „der seinen Lebensunterhalt verdient, in dem er beweglich ist“ – Röhrl führt als Beispiele Handwerker oder Außendienstmitarbeiter an – werde E-Mobilität nicht funktionieren. „Der Zeitaufwand, eine funktionierende Ladesäule zu finden, die nicht belegt ist, ist viel zu groß“, erklärt die Rallye-Legende im Gespräch mit dem Automobilclub. Er sehe das auch bei Bekannten, die es immer wieder mit E-Autos probiert hätten – doch die seien alle daran gescheitert. „Es geht nicht“, sagt Röhrl. „Ich kann nicht mein ganzes Leben vergeuden, auf der Suche nach einer Ladesäule, die funktioniert, wo meine Karte passt.“
Formel-E laut Walter Röhrl „eine totale Täuschung der Menschheit“
Für ihn sei es „eine sinnlose Vergeudung meiner Arbeitskraft, wenn ich da alle 300 Kilometer 40 Minuten an der Ladesäule steh‘“, so Röhrl. „Ich glaube, ich habe nicht mehr so viel Zeit in meinem Leben, dass ich die da vergeude.“ Auch dass sich die Formel-E als umweltfreundlich präsentiere, stößt dem 76-Jährigen sauer auf. Wie sich die elektrische Rennserie verkaufe, sei „eine totale Täuschung der Menschheit“. Denn im Fahrerlager liefen laut Röhrl hinter den riesigen Renntransportern große Dieselaggregate, die den Strom erzeugten.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Seine generelle Aufforderung an Politiker in Bezug auf Mobilität lautet, sie sollten sich alle Techniken anschauen und eine Technologieoffenheit zulassen, so Röhrl. „Und dann werden sie in ganz kurzer Zeit überzeugt werden, dass es viele Alternativen zu dem Weg gibt, den sie heute beschreiten“.
Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck

