VonJudith Braunschließen
Essen Sie gerne Äpfel und Beeren? Die sind nicht nur schmackhaft, sie könnten auch unsere geistige Fitness stärken und Demenz vorbeugen.
Zwar gibt es keinen garantierten Schutz vor einer Demenz-Erkrankung im Alter. Dennoch kann man sein Gehirn mit dem richtigen Lebensstil fit halten. Neben ausreichend Bewegung und sozialen Interaktionen spielt dabei vor allem die Ernährung eine wichtige Rolle. So gibt es bestimmte Lebensmittel, die für die Hirngesundheit förderlich sind und damit das Risiko von Demenz reduzieren. Laut einer aktuellen Studie könnten demnach Äpfel und Beeren die geistige Fitness verbessern.
Demenz-Risiko mit Äpfeln und Beeren senken
Dass der Verzehr sekundärer Pflanzenstoffe oder Flavonoide – die in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten für Farbe sorgen und auch in Kakao sowie in grünem und schwarzem Tee vorkommen – günstige Auswirkungen auf die Entwicklung geistiger Leistungsfähigkeit haben kann, dazu lieferten bereits mehrere Studien Hinweise. In ihrer im Fachmagazin PNAS veröffentlichten Studie von der Columbia University in New York untersuchten Forscher nun den kausalen Zusammenhang zwischen den Pflanzenstoffen und der geistigen Fitness. Rund 3600 gesunde Probanden im Alter von rund 70 Jahren nahmen an der Untersuchung teil.
Die Hälfte der Teilnehmer nahm drei Jahre lang täglich 500 Milligramm Flavanole, die zu den Flavonoiden zählen, aus Kakao ein, während die andere Hälfte ein Placebo ohne die Pflanzenstoffe erhielt. Anhand von Urinproben wurde außerdem an einer Untergruppe von 1400 Probanden festgestellt, wie gesund sie sich ernährten und wie viel Tee, Obst und Gemüse sie zu sich nahmen. Im Gegensatz zu früheren Studien, wo die Aufnahme von Flavonoiden von den Teilnehmern im Nachhinein geschätzt wurde, konnte sie nun genau bestimmt werden. Zusätzlich wurde mithilfe von Tests die geistige Leistungsfähigkeit gemessen.
Studie zeigt: Wer regelmäßig Äpfel und Beeren ist, fördert seine Hirngesundheit
Die Ergebnisse der Studie zeigen schließlich, dass der Abbau der geistigen Fitness bei jenem Drittel der Probanden, die sich am besten ernährten, am geringsten war. Der Verstand jenes Drittels, welches besonders wenig Flavonoide mit der Nahrung aufnahm, profitierte direkt von der Zugabe der Flavanole in Pillenform. So wurde der Abbau der kognitiven Fähigkeiten nicht nur verhindert, sondern die Leistung des Gedächtnisses sogar verbessert. Bei denjenigen Teilnehmern, die bereits regelmäßig Äpfel und Beeren aßen, hatte die Zugabe jedoch keine Auswirkungen.
Laut Prof. Dr. Bernhard Watzl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, taugen Flavonoide also zur Prävention von dementiellen Erkrankungen, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärt. „Allerdings weiß niemand, ob es ein kritisches Zeitfenster gibt. Womöglich trifft man die wegweisenden Entscheidungen schon mit dem, was man als 20- oder 40-Jähriger zu sich nimmt“, so der Ernährungsexperte. Was viele jedoch nicht wissen: Demenz kann auch schon Kinder treffen.
Demenz vorbeugen: Zehn Lebensmittel, die dem Gehirn schaden




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