Häufigste Form der Demenz

Von Vergessen bis Verwirrtheit: Zehn Warnsignale einer Alzheimer-Erkrankung

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Orientierungsschwierigkeiten und Verwirrtheit sind nur zwei der verschiedenen Symptome, die mit einer Alzheimer-Erkrankung einhergehen.
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    Nadja Orth
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Alzheimer ist die häufigste Form einer Demenz. Zehn Warnsignale können darauf hindeuten, dass eine beginnende Erkrankung des Gehirns vorliegt.

In Deutschland sind etwa 1,6 Millionen Menschen von Demenz betroffen – eine Krankheit, die sowohl für die Erkrankten als auch für ihre Familien eine große Belastung darstellt. Die Krankheit führt in erster Linie zu einem Verlust des Gedächtnisses, der sich auf alltägliche Aktivitäten und die Erinnerung an geliebte Menschen auswirkt. Betroffene verlieren nach und nach die Orientierung in Zeit und Raum, erkennen ihre Familienmitglieder nicht mehr und vergessen Stückzeit sogar sich selbst. Die Erkrankung beginnt schleichend, die Symptome zeigen sich anfangs weniger gravierend, nehmen aber mit der Zeit zu, sodass häufig gerade für das Umfeld deutlich wird, dass mit dem betroffenen Menschen „etwas nicht stimmt“.

Ist es nur das Alter oder doch Alzheimer? Zehn mögliche Anzeichen einer Demenzerkrankung

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums für Gesundheit (BMG) erkranken nach neuesten Erhebungen mehr Frauen als Männer an Alzheimer. Dies ist jedoch nicht auf eine erhöhte Anfälligkeit des weiblichen Organismus für die Krankheit zurückzuführen, sondern auf ihre längere Lebensdauer. Denn Demenz ist eine Erkrankung, die vorwiegend im fortgeschrittenen Alter auftritt.

Die zehn Warnsignale der Alzheimer‘s Association können einen ersten Anhaltspunkt bieten:

  • Wenn der Gedächtnisverlust das tägliche Leben beeinflusst: Es ist nicht ungewöhnlich, im Alter ab und zu Termine oder Namen zu vergessen, solange man sich später daran erinnert. Ein erstes Warnsignal für Alzheimer könnte jedoch sein, wenn man kürzlich gelernte Informationen, Daten oder Ereignisse vollständig vergisst und den Alltag nur noch mithilfe von Notizen sowie Erinnerungshilfen bewältigen kann. Ein weiteres Indiz ist das ständige Wiederholen derselben Fragen.
  • Kognitive Aufgaben und Tätigkeiten werden zum Problem: Jeder macht mal einen Fehler beim Zählen oder Ausfüllen eines Bankformulars. Treten jedoch plötzlich Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben auf, wie den Anweisungen eines bekannten Rezepts zu folgen oder der Prüfung monatlicher Rechnungen, sollte man aufmerksam werden.
  • Orientierungsschwierigkeiten: Werden alltägliche Aufgaben bei der Arbeit oder der Weg zu einem bekannten Ort vergessen, sollte man ebenfalls aufmerksam werden. Ein weiteres Warnsignal könnte sein, dass man sich nicht mehr an die Regeln von Spielen erinnert, die eigentlich klar sein sollten.
  • Gefühl für Zeit und Ort geht verloren: Sich im Wochentag oder der Uhrzeit zu täuschen, muss nicht sofort Grund zur Besorgnis sein. Ein Warnsignal für eine beginnende Alzheimer-Erkrankung könnte jedoch sein, dass es einem schwerfällt, Ereignissen zu folgen, die nicht im Hier und Jetzt stattfinden. Betroffene haben manchmal Schwierigkeiten, Zeitabstände richtig einzuordnen und vergessen, wo sie sich befinden oder wie sie dorthin gekommen sind.
  • Visuelle Probleme: Es ist normal, im Alter schlechter zu sehen. Doch wenn bekannte Gesichter nicht erkannt werden, Farben und Kontraste nicht unterschieden werden können oder Entfernungen nicht mehr richtig eingeschätzt werden können, sollte man äußerst vorsichtig sein.

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Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago
  • Sprachprobleme und Wiederholungen von Worten und Sätzen: Wem bestimmte Begriffe gelegentlich nicht sofort in den Sinn kommen, ist nicht zwangsläufig erkrankt. Ein Warnsignal für Alzheimer könnte jedoch sein, wenn es einem schwerfällt, Gesprächen zu folgen, man mitten im Satz abbricht oder sich ständig wiederholt.
  • Gegenstände sind an ungewöhnlichen Orten zu finden: Ein typisches Bild, das mit der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung gebracht wird, sind verlegte Gegenstände – beispielsweise der Hausschlüssel, der in den Kühlschrank gelegt wird. Menschen, die an Alzheimer erkranken, legen tatsächlich Dinge an ungewöhnlichen Orten ab und erinnern sich nicht daran.
  • Abnehmendes Urteilsvermögen: Wenn Menschen plötzlich unvorsichtig mit Geld umgehen, Kleidung wählen, die nicht zum Wetter passt oder weniger Wert auf Körperpflege sowie Ordnung legen, könnte dies ein Hinweis für eine Alzheimer-Erkrankung sein.
  • Zunehmende soziale Isolation: Ein weiteres Symptom könnte sein, wenn man keine Treffen mit Freunden mehr wünscht oder ein eigentlich gerne ausgeübtes Hobby aufgibt. Betroffene fühlen sich unsicher und ziehen sich aus der Gesellschaft zurück.
  • Veränderungen im Charakter: Mit dem Alter entwickeln viele Menschen feste Routinen im Alltag. Verläuft der Tag anders als gewohnt, kann das schnell zu Verwirrung führen. Ein Warnsignal für Alzheimer könnte jedoch sein, wenn eine Person zunehmend misstrauisch, depressiv, aggressiv oder unruhig wird.

Es gibt verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer, aber nach aktuellem medizinischen Stand kann die Krankheit weder gestoppt noch geheilt werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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