VonNatalie Hull-Deichselschließen
Eine Demenz schreitet bei jedem Betroffenen unterschiedlich schnell voran. Ursachen und Symptome gibt es verschiedene, je nachdem, welche Form vorliegt.
Demenz ist zunächst einmal ein Überbegriff für verschiedene Arten und Ausprägung einer chronischen Störung im Gehirn. Es gibt um die 50 verschiedenen Formen, wovon Alzheimer-Demenz zu der häufigsten zählt. Anzeichen für die Erkrankung können sich bereits Jahre vor der Diagnose bemerkbar machen.
Rund 1,8 Millionen Menschen sind in Deutschland von der bisher unheilbaren Erkrankung des Gehirns betroffen, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., bei der es zu einem Abbau und Verlust kognitiver Fähigkeiten kommt. Demenz ist eine Erkrankung, die grundsätzlich jeden Menschen treffen kann und daher bei vielen Furcht auslöst. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken.
Was sind Ursachen und Risikofaktoren für Demenz?
Die Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben und zu einer primären Demenz als irreversibler Form, einer sekundären Demenz als reversible Form oder einer Mischform von beispielsweise einer vaskulären Demenz und Alzheimer führen.
- Primäre Demenz betrifft circa 85 bis 90 Prozent aller Fälle: Gehirn ist unwiederbringlich erkrankt. Die Alzheimer-Demenz und vaskuläre Demenz zählen zu den häufigsten irreversiblen Demenzformen. Die frontotemporale Demenz, Parkinson-Demenz und Lewy-Körperchen-Demenz kommen seltener vor.
- Sekundäre Demenz kommt bei zehn bis 15 Prozent der Betroffenen vor: Die sekundäre Form ist eine akute Erkrankung im Gehirn bedingt durch Infektionen, Stoffwechselerkrankungen der Schilddrüse, Verletzungen, Gehirntumor oder einen Mangel an Vitamin B12.
Neben dem Alter und genetischer Veranlagung beeinflussen auch Lebensumstände und verschiedene Risikofaktoren das Auftreten von Demenz und Alzheimer maßgeblich. Verschiedene Anzeichen sollten sowohl von Betroffenen als auch von Angehörigen beachtet werden, die möglicherweise auf das Vorhandensein von Demenz hinweisen. Dazu zählen auch Symptome, die anfangs nicht zwangsläufig mit Demenz in Verbindung gebracht werden, wie beispielsweise Verhaltensveränderungen und aggressive Reaktionen.
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Welche Risikofaktoren zur Entstehung einer Demenz-Erkrankung beitragen können:
- Übergewicht im mittleren Alter
- Mangelnde körperliche Bewegung
- Regelmäßiger sowie hoher Alkoholkonsum
- Rauchen
- Menschen mit Diabetes
- Hoher Blutdruck, der unbehandelt bleibt
- Depression
- Soziale Isolation und Einsamkeit
- Unbehandelte Schwerhörigkeit
- Fortgeschrittenes Lebensalter, insbesondere bei der Alzheimer-Demenz, weshalb auch mehr Frauen als Männer an der Form erkranken
Demenz in der Familie frühzeitig erkennen und handeln
Es gibt verschiedene Anzeichen und Hinweise auf mögliche Demenz, auf die sowohl Betroffene als auch ihre Angehörigen achten sollten. In der Regel verwendet der Arzt bestimmte Tests zur Diagnose, wie den Mini-Mental-Status-Test und den einfachen Uhrentest oder die Supermarkt-Aufgabe – wobei Betroffene unter Anleitung der Angehörigen diese Form der Tests vorab auch schon zu Hause durchführen können.
Was sind typische Symptome einer Demenz?
Je nachdem, um welche Demenz-Form es sich handelt und wie schnell die Erkrankung voranschreitet, zeigen sich frühe Anzeichen und spezifische Symptome:
- Gedächtnislücken des Kurzzeitgedächtnisses, insbesondere bei Namen und Terminen
- Schwierigkeiten bei gewohnten Aufgaben, sowohl in der Arbeit als auch im privaten Umfeld
- Herausforderungen bei der Planung und Lösung von Problemen
- Schwierigkeiten, sich an kürzlich Getanes zu erinnern
- Probleme beim Schreiben oder Sprechen
- Vergessen von Worten, besonders mitten im Gespräch
- Wiederholungen von Themen in Gesprächen oder das mehrfache Erfragen bereits besprochener Punkte
- Verlegung von Gegenständen und anschließendes Vergessen des Aufbewahrungsorts
- Schwierigkeiten bei der richtigen Einordnung von Ort und Zeit
- Zunehmende Unsicherheit bei Entscheidungen
- Rückzug von sozialen Kontakten und Aktivitäten
- Abrupte Gefühlsschwankungen, von glücklich zu plötzlich traurig und umgekehrt
- Verhaltensveränderungen, inklusive aggressivem Verhalten
- Kognitive Schwierigkeiten im Langzeitgedächtnis
- Sturzanfälligkeit, mit höherem Risiko bei späterer Alzheimer-Diagnose
- Probleme mit Rechnen, Zählen und Finanzen, wie verspätetes Begleichen von Rechnungen bereits Jahre vor der Diagnose
Wie ist die Lebenserwartung bei Demenz?
Alle neurodegenerativen Demenzerkrankungen wie Alzheimer-Demenz, frontotemporale Demenz, Parkinson-Demenz sowie Lewy-Körperchen-Demenz sind progressive Erkrankungen, die über mehrere Jahre verlaufen, wie es aus der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) hervorgeht. Die Dauer der Erkrankungsverläufe ist tatsächlich sehr variabel, je nach Demenzform und individuellem Patienten. Die frontotemporale Demenz beginnt im Durchschnitt wesentlich früher als die anderen Demenz-Erkrankungen.
Da bisher für keine der primären sowie degenerativen Demenzen eine ursächliche Therapie zur Verfügung steht, um den Verlauf aufzuhalten oder die Erkrankung zu heilen, ist bei allen Patienten die Lebenserwartung mehr oder weniger reduziert. In vielen Fällen endet eine Demenz in weitreichender Pflegebedürftigkeit, so das AWMF weiter. Die vaskuläre Demenz ist tatsächlich die Erkrankungsform, die zwischenzeitlich sogar stagnieren und Phasen leichter Besserung zeigen kann.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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