Symptome ähneln psychischen Störungen

Frontotemporale Demenz: Beginnt schon viel früher als Alzheimer

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Demenz ist nicht nur eine Erkrankung der Alten: Auch jüngere Menschen können betroffen sein. Die Frontotemporale Demenz tritt früher auf als Alzheimer.

Zwar steigt die Zahl der Demenzerkrankungen mit dem Alter stetig an, dennoch trifft die Nervenkrankheit bisweilen auch jüngere Menschen. Die sogenannte Frontotemporale Demenz (FTD) beginnt normalerweise durchschnittlich zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und damit früher als eine Alzheimer-Demenz. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. sterben bei der Krankheit Nervenzellen vor allem im Stirn- und Schläfenbereich (= frontaler und temporaler Lappen) des Gehirns ab. Diese Bereiche des Gehirns steuern normalerweise Emotionen und Sozialverhalten.

Frontotemporale Demenz: Tritt in jüngeren Jahren auf – und damit früher als Alzheimer

Eine Frontotemporale Demenz (FTD) tritt in der Regel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Manche Betroffene erkranken jedoch bereits in ihrem dritten Lebensjahrzehnt.

Die jüngsten Betroffenen einer FTD erkranken bereits im dritten Lebensjahrzehnt. Auch wenn die Krankheit normalerweise früher auftritt, so können manche Personen jedoch auch erst im fortgeschrittenen Alter daran erkranken. Typische Anzeichen sind zu Beginn einer Erkrankung Veränderungen der Persönlichkeit sowie des zwischenmenschlichen Verhaltens. Meistens fällt Angehörigen eine gewisse Teilnahmslosigkeit, aber auch Reizbarkeit, Taktlosigkeit und Enthemmung bei Betroffenen auf. Zudem kann sich FTD auch durch ausgeprägte Sprachstörungen zeigen. Insbesondere Wortfindungsstörungen und Benennstörungen sind klassische Symptome.

Erste Anzeichen von Demenz: Elf Symptome können auf die Erkrankung hindeuten

Mann schläft in Bett
Schon Jahre zuvor kann ein gestörter Schlaf mit intensiven Träumen auf eine spätere Demenz-Erkrankung hindeuten. Laut Ergebnissen einer kanadischen Studie soll die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung ein Warnzeichen für Gehirnerkrankungen sein, die ca. 15 Jahre später auftreten. Menschen, die heftig träumen und dabei um sich schlagen oder treten, sollen ein 80 bis 100 Prozent höheres Risiko haben, eine neurodegenerative Erkrankung wie Demenz oder Parkinson zu entwickeln. © Monkeybusiness/IMAGO
Verschwommene Frau am Tisch
Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Halluzinationen sind auch als Frühsymptom bei einer Demenz möglich, insbesondere bei der Lewy-Körper-Demenz. Vielen Betroffenen fällt es schwer, Bilder, Farben, Kontraste zu erkennen und räumliche Dimensionen zu erfassen. Auch das Wiedererkennen von vertrauten Gesichtern kann dadurch beeinträchtigt sein. Betroffene sehen beispielsweise in einer fremden Person plötzlich die eigene Mutter. Laut Ärztezeitung zeigen Studien mit Alzheimerpatienten, dass etwa ein Drittel der Betroffenen Wahnvorstellungen entwickelt, etwa ein Sechstel ausgeprägte Halluzinationen. © weedezign/Imago
Person macht sich Notizen
Vergesslichkeit und Unaufmerksamkeit zählen zu den typischen Symptomen, die Betroffenen und auch Angehörigen durch eine beginnende Demenz auffallen. Betroffene können sich gefühlt plötzlich wichtige Termine nicht mehr merken, müssen ihren Alltag mithilfe von Gedächtnisstützen und Erinnerungsnotizen organisieren. Sie verpassen es, den Herd abzuschalten, lassen den Schlüssel in der Haustür nach dem Aufsperren stecken, verlegen Gegenstände – auch da sie diese plötzlich an ungewöhnlichen, abwegigen Orten verräumen. Zudem zeigen Betroffene Schwierigkeiten, bekannten Gesichtern die Namen zuzuordnen. Normale kognitive Veränderungen unterscheiden sich zur Vergesslichkeit in Zusammenhang mit einer angehenden Demenz dahingehend, dass Namen oder Verabredungen zwar kurzfristig vergessen, aber später häufig wieder erinnert werden, so die „Alzheimer Forschung Initiative e. V.“ © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Älteres Paar
Demenz macht sich durch eine zunehmende Verwirrung bemerkbar, die sich in einem gestörten Urteilsvermögen zeigt. Die Kleidung wird nicht mehr dem Wetter entsprechend gewählt, Betroffene möchten plötzlich beispielsweise Winterstiefel oder eine Mütze an warmen Tagen tragen, wie es das Portal „Neurologen und Psychiater im Netz“ beschreibt. © Panthermedia/Imago
Mann stützt seinen Kopf
Depression und Demenz beeinflussen einander. Wer unter Depression leidet, hat ein um bis zu sechsfach erhöhtes Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Umgekehrt sind auch Menschen mit Demenz um bis zu 50 Prozent eher von depressiven Phasen betroffen, begleitet von Schlafstörungen und abnehmendem Appetit. © imagebroker/theissen/Imago
Mann reagiert aggressiv
Persönlichkeitsveränderungen mit gereizter Stimmung und aggressivem Verhalten können ebenfalls eine beginnende Demenz ankündigen: Bisher sanftmütige Menschen zeigen plötzlich starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund, reagieren übertrieben, aufbrausend, feindselig, selbst vertrauten Menschen gegenüber. Meist sind es die Angehörigen, denen die Wesensveränderungen auffallen und die den Verdacht einer Demenz äußern. © marcus/Imago
Frau riecht an einem blühenden Ast eines Baumes im Frühling
Ähnlich wie bei Parkinson kann es durch eine sich entwickelnde Demenz zum Verlust des Geruchssinns und daran gekoppelt ein vermindertes Geschmacksempfinden kommen. Können ältere Menschen plötzlich nicht mehr riechen, kann dies auf eine künftige Demenz hindeuten, wie eine Studie der Mayo-Klinik in Rochester unter der Leitung von Dr. Rosebud Roberts nachweisen konnte. © imageBROKER/Manuel Kamuf/Imago
Ältere Frau am Telefon
Menschen, die eine Demenz entwickeln, fällt es zusehends schwer, einer Unterhaltung zu folgen und aktiv an einem Gespräch teilzunehmen, wie es die „Alzheimer Forschung Initiative e. V.“ schildert. Betroffene verlieren im Gespräch häufig gedanklich den Faden, wiederholen Sätze, zeigen Wortfindungsschwierigkeiten und verwenden unpassende Füllwörter. © edbockstock/Imago
Mann sitzt am Bettrand
An Demenz erkrankte Menschen leiden häufig an Schlafstörungen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die „innere Uhr“ wird durch die absterbenden Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigt. Betroffene können häufig abends nicht einschlafen, sind nachts sehr unruhig, irren zum Teil umher. © Monkeybusiness/Imago
Mann in Fußgängerzone
Menschen, die an Demenz erkranken, finden sich an neuen und selbst gewohnten Orten schwerer zurecht, entwickeln räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme. Orte oder Zeitabstände können nicht mehr eingeordnet werden. Betroffene vergessen zum Beispiel das Jahr und die Jahreszeit, können die Uhrzeit nicht mehr lesen, wissen nicht mehr, wie ihr Heimweg ist. © Westend61/Imago
Ältere Dame mit Rechenmaschine
Menschen, die eine Demenz entwickeln, zeigen zunehmend kognitive Schwierigkeiten. Die „Alzheimer Forschung Initiative e. V.“ fasst zusammen, dass Demente komplexere Aufgaben, wie das Berechnen des Wechselgeldes, das Ausfüllen von Formularen sowie Lesen von Rezepten, schwerfällt. Betroffene bemerken selbst häufig, dass sie sich schlechter konzentrieren können und für vieles mehr Zeit als zuvor benötigen. © Joseffson/Imago

Zu einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses kommt es im Gegensatz zu Alzheimer erst im weiteren Verlauf dieser Demenzform. Diese sind meist auch weniger ausgeprägt als bei Alzheimer-Erkrankten. Da sich FTD am Anfang hauptsächlich durch Veränderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit bemerkbar macht, kann eine Diagnose schwierig sein. Schließlich fällt aufgrund ähnlicher Symptome die Unterscheidung zu psychischen Störungen wie Burn-out, Depression, Schizophrenie oder Manie schwer und es kommt mitunter zu Verwechslungen. Die Behandlung wird zudem dadurch erschwert, dass Betroffene in der Regel kaum Krankheitseinsicht oder Motivation zu einer Therapie zeigen.

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Frontotemporale Demenz: Behandlungsmöglichkeiten und Therapie

Aktuell gibt es keine gezielten Therapiemöglichkeiten bei einer FTD, da zum größten Teil nicht bekannt ist, wie es zum Untergang der Nervenzellen kommt. Mithilfe von Medikamenten können die Verhaltensauffälligkeiten der Betroffenen jedoch abgeschwächt werden. Zum Einsatz kommen hier meist serotonerge Antidepressiva, die antriebssteigernd wirken können und die Patienten teilweise ausgeglichener machen. Zusätzlich wird versucht, durch körperliche Aktivierung und kreative Therapien die Beschwerden zu lindern.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Monkey Business/IMAGO

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