Psyche

Depressionen bei Männern: Trotz typischer Warnzeichen häufig nicht erkannt

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Bei Männern werden seltener Depressionen diagnostiziert als bei Frauen, weil sie trotz typischer Warnzeichen häufig nicht erkannt werden.

Gedrückte Stimmung, der Verlust von Freude, Schlafstörungen oder verminderter Antrieb: Leiden Männer unter einer Depression, dann zeigt sich die Krankheit nicht immer in den für sie typischen Symptomen. Das psychische Leiden wird deshalb bei Männern seltener diagnostiziert als bei Frauen. Auf welche Anzeichen und auch Frühsymptome einer möglicherweise angehenden Depression Sie achten sollten.

Depressionen bei Männern: Werden häufig nicht erkannt – vier typische Warnzeichen

Das Konzept der „Male Depression“ hat sich in Fachkreisen inzwischen etabliert.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums erkranken schätzungsweise 16 bis 20 von 100 Menschen in ihrem Leben mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression oder chronisch depressiven Verstimmung. Frauen sollen dabei häufiger betroffen sein. Allerdings wird die Krankheit bei Männern oftmals nicht erkannt und deshalb auch seltener diagnostiziert, wie Univ.-Prof. Dr. Johannes Wancata von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien laut Deutschlandfunk Nova sagt.

Es wird davon ausgegangen, dass die üblichen Symptome einer Depression bei Männern von bestimmten anderen Anzeichen überlagert werden und die Erkrankung deshalb schwerer feststellbar ist. Inzwischen gibt es allerdings ein Konzept der „Male Depression“ (zu deutsch: männliche Depression), welches sich auch in Fachkreisen etabliert hat. Dennoch sind diese Erkenntnisse der Forschung noch recht neu. Demnach erleben Männer neben den klassischen Beschwerden häufig folgende Symptome:

  • Aggressivität
  • Gereiztheit
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • Risikoverhalten (z.B. Geschwindigkeitsübertretungen beim Autofahren)

Bei diesen Anzeichen handelt es sich allerdings nur um Hinweise. Eine sichere Diagnose kann nur ein Hausarzt, Psychiater oder Psychotherapeut stellen.

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Depressionen: Männer brauchen andere Therapien als Frauen

Da Männer mit Ängsten und Depressionen anders umgehen als Frauen, brauchen sie auch andere Therapien und Diagnostiken, wie Prof. Katarina Stengler, Psychiaterin und Direktorin des Zentrums für Seelische Gesundheit am Helios Parkklinikum Leipzig gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) sagt. Psychopharmaka wie Antidepressiva werden beispielsweise häufiger für Frauen verordnet als für Männer. „Bei der Diagnostik werden hauptsächlich Symptome für Depressionen abgefragt, die eher Frauen-typisch sind. Hier würde uns helfen, wenn wir geschlechtersensiblere Instrumente entwickeln, die typisch männliche Symptome berücksichtigen. Männer müssen die Botschaft bekommen, wenn du gereizter und aggressiver bist, bist du nicht einfach unangepasst und vielleicht kriminell, sondern möglicherweise entwickelst du eine Depression“, erklärt sie im Interview.

Depression: Mit zehn Lebensmitteln die Psyche stabilisieren

Äpfel
Nährstoffe beeinflussen unseren Gehirnstoffwechsel und sorgen für ein Gleichgewicht der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Sie regulieren körperliches Wohlbefinden, Glücksgefühle, Stressempfinden oder die Stimmung. Deshalb ist für Patienten mit Depression eine gesunde Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln, vielen wichtigen Nährstoffen und guten Fetten wichtig. Sie kann dem Körper dabei helfen, die Balance wiederherzustellen. Äpfel liefern beispielsweise Bausteine für die Herstellung von Noradrenalin und können so die Psyche unterstützen. © Dieter Heinemann/IMAGO
Ananas
Noradrenalin ist vor allem in Stresssituationen wichtig. Es sorgt dafür, dass man sich aufmerksam und leistungsfähig fühlt. Ananas kann bei der Herstellung von Noradrenalin helfen und somit die Psyche unterstützen. © photo-poster/IMAGo
Hafer
Wenn es um Noradrenalin geht, dann kann auch Hafer bei der Produktion des Neurotransmitters und bei der Linderung von Depressionen helfen. Das Getreide liefert die nötigen Bausteine für seinen Aufbau. Hafer und Haferflocken sind außerdem glutenarm und gleichzeitig deutlich nährstoffreicher als alle anderen Getreidearten. © Timmary/IMAGO
Bananen
Bananen liefern nicht nur Bausteine für den Aufbau von Noradrenalin, sondern fördern auch die Produktion von Dopamin. Der Neurotransmitter ist auch als „Botenstoff des Glücks“ bekannt. Ein Mangel an dem Glückshormon kann zu den Ursachen einer Depression zählen. © OZMedia/IMAGO
Paprika
Paprika ist voll von Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt, die Aufnahme von Eisen in den Blutkreislauf verbessert und antioxidativ wirkt. Es senkt somit nicht nur das Risiko für Krebs, sondern kann auch die Produktion von Dopamin anregen und bei Depressionen helfen. © algae/IMAGO
Karotten im Supermarkt
Genauso wie Bananen und Paprika können auch Karotten die Produktion von Dopamin fördern. Sie unterstützen jedoch nicht nur bei Depressionen, sondern stärken auch das Immunsystem und können eine Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut verhindern. © Ute Grabowsky/photothek.de/IMAGO
Avocado
Avocados schmecken nicht nur gut, sondern sind ebenfalls förderlich für die Produktion von Dopamin.  © imago stock&people/IMAGO
Mandeln
Auch Serotonin zählt zu den Botenstoffen, die unter anderem unsere Stimmung oder unser Stressempfinden regulieren. Mandeln können dafür sorgen, dass Ihr Serotoninspiegel ansteigt. © Science Photo Library/IMAGO
Eine Frau isst ein Stueck Schokolade.
Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 80 Prozent ist gut für Ihren Serotoninspiegel. Zudem hat sie einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System und eignet sich für Abnehmwillige. © Thomas Trutschel/photothek via www.imago-images.de
Feigen
Zu guter letzt zählen auch Feigen zu den Stimmungsaufhellern unter den Lebensmitteln. Auch sie können den Serotoninspiegel anheben. © Sevablsv/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Jose Carlos Ichiro/IMAGO

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