VonSimon Monesschließen
Blitzer sollen für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen. Manche Autofahrer versuchen sich aber mit Hilfsmitteln vor den Bußgeldern zu drücken. Aber nicht alle sind auch legal.
Wer sich nicht ans Tempolimit hält, der wird geblitzt. Je nachdem, wie schnell man unterwegs war, flattert ein sehr teures Foto mit der Post ins Haus. Auch ein Fahrverbot ist möglich. Wenig verwunderlich also, dass Blitzer nicht bei jedem Autofahrer sonderlich beliebt sind. Manche lassen sogar ihren Frust an den Geräten aus. Andere versuchen, die Radarfallen auszutricksen. Doch was ist erlaubt, und was nicht?
Die Liste der verbotenen Schutzmaßnahmen gegen Blitzer ist lang. Wenig verwunderlich, immerhin möchte die Polizei damit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Könnten sich die Autofahrer also legal verhindern, geblitzt zu werden, wäre das natürlich kontraproduktiv.
Laserstörer verschaffen Autofahrern Zeit – sind aber illegal
Dennoch gibt es zahlreiche Optionen, wie etwa einen Laserstörer. Dieses Gerät besteht aus zwei Teilen, die im Kühlergrill und Innenraum verbaut werden. In der Nähe eines Blitzers wird dann ein Störsignal gesendet, dass den Laser-Blitzer daran hindert, die Geschwindigkeit korrekt zu messen. Zusätzlich informiert ein akustisches Signal den Fahrer, der dann genug Zeit hat abzubremsen.
„Wird bei einer Polizeikontrolle ein Laserstörer im oder am Fahrzeug entdeckt, sieht der Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg vor“, erklärt die Anwaltskanzlei von Rueden auf ihrer Homepage. Zudem darf die Polizei das Gerät einziehen und vernichten. Bei Preisen jenseits von 500 Euro dürfte das mehr schmerzen als das Bußgeld.
Lichtschranken-Störer und Warn-App
Ein weiteres Gerät, das Autofahrer davor schützen soll, geblitzt zu werden, ist ein Lichtschranken-Störer, auch ESO-Störer genannt. Dieser wird vorne am Kennzeichen montiert und verhindert, dass der Fotoblitz auslösen kann. Die Nutzung ist allerdings ebenfalls verboten.
Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen




Gleiches gilt für Radarwarner. Diese gibt es als eigenständige Gerät, installiert in Navi-Geräten oder als Apps für das Smartphone. Die eigenständigen Geräte scannen dabei wie die Laserstörer die Umgebung nach Blitzern ab. Navi und Apps greifen wiederum auf eine Datenbank zu. Ist eine Radarfalle in der Nähe, wird der Fahrer durch ein akustisches Signal gewarnt. Auch der Beifahrer darf die Warn-App nicht benutzen, wie das Oberlandesgericht Karlsruhe im Februar 2023 entschied. Allerdings ist die rechtswidrige Nutzung solcher nur schwer nachweisbar, weswegen nur 2.239 Autofahrer im Jahr 2022 erwischt wurden. „Das Wageninnere wie den Kofferraum oder das Handyfach darf ein Polizist nicht ohne sogenannten Anfangsverdacht inspizieren“, betonte der Verkehrsrechtsanwalt Tom Louven von Geblitzt.de im Gespräch mit der Bild.
So schützen Sie sich legal gegen Blitzer
Doch man kann sich auch ganz legal vor den Blitzern schützen, etwa in dem man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Und auch das Radio kann weiterhelfen, einige Sender geben aktuelle Blitzer-Standorte durch. Im Internet gibt es ebenfalls viele Portale, auf denen sich Autofahrer vor der Fahrt informieren können.
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Es lohnt sich aber auch ein Blick in die sozialen Medien, dort gibt es oftmals spezielle Gruppe. Wer andere Autofahrer auf der Straße warnen möchte, sollte das per Handzeichen oder Schild tun. Der Hinweis per Lichthupe ist nämlich verboten. Löst der Blitzer doch mal aus, hilft manchmal eine gute Ausrede, um das Bußgeld abzuwenden.
Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago

