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Für 2025 ist das Deutschlandticket garantiert. Bundestag und Bundesrat billigten eine Gesetzesänderung. Wie es nach 2025 weitergeht, ist jedoch unklar.
Berlin – Die Finanzierung des Deutschlandtickets ist auch im kommenden Jahr 2025 gesichert. Bundestag und Bundesrat stimmten am Freitag (20. Dezember) für eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes. Darüber berichtete unter anderem die Süddeutsche Zeitung.
Bundestag und Bundesrat stimmen Gesetzesänderung zu – Deutschlandticket für 2025 gerettet
Das Gesetz erlaubt den Ländern, ungenutzte Mittel in Höhe von 350 Millionen Euro in das nächste Jahr zu übertragen. Zusatzkosten können so aufgefangen werden. Das Gesetz soll zum 1. Januar in Kraft treten.
In der Abstimmung stimmten SPD, Grüne, Union, FDP und Linke für das Gesetz. Eine Enthaltung gab es von der AfD, das BSW fehlte. Die aktuelle Minderheitsregierung hatte sich im Vorfeld bereits mit der Union geeinigt. Im Anschluss an die Abstimmung des Bundestags stimmte auch der Bundesrat der Änderung zu.
Zukunft offen: Ab 2026 ist die Finanzierung des Deutschlandtickets wieder unklar
Noch ist offen, wie es nach 2025 mit dem Deutschlandticket weitergeht. Bund und Länder finanzieren das Ticket zu gleichen Teilen mit 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Neuregelung des Gesetzes schließt aus, dass es eine Nachschusspflicht von Bund und Ländern über diese Finanzierung hinaus gibt. Sollte das Geld nicht reichen, kommt gegebenenfalls eine weitere Preisanpassung in Betracht.
Nachdem das Ticket derzeit noch 49 Euro pro Monat kostet, werden die Kosten ab Januar 2025 bereits auf 58 Euro steigen. „Es ist eine gute Nachricht, dass das Deutschlandticket für das kommende Jahr gesichert ist“, erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Dennoch brauche es eine langfristige Sicherung des Tickets von der nächsten Bundesregierung.
Wissing will Fortbestand des Deutschlandtickets sichern – doch Bayern stellt sich quer
Auch der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Bareiß (CDU), sprach davon, dass eine künftige Bundesregierung entscheiden müsse, wie es nun weitergeht. Unter anderem aus Bayern kommen skeptische Töne: Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) stellte klar, dass sein Land die Zahlungen ab 2026 nicht erhöhen wolle. Nachdem das Ticket nun kurz vor Jahresende „gerettet“ wurde, droht für 2026 entsprechend eine erneute Hängepartie.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing spricht sich eindringlich für einen Fortbestand des Angebots aus. Er sagte, eine Weiterentwicklung des Tickets könne es nur dann geben, wenn es entfristet werde. Die Preiserhöhung sieht er nicht als Problem. Er betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur vor allem das „einfache Handling“ des Tickets.
Auch seien Fahrscheine vor allem im ländlichen Raum vor dem Deutschlandticket wesentlich teurer gewesen. „Deswegen bleibt das Deutschlandticket auch mit dem jetzt von den Ländern etwas angehobenen Preis ein sehr attraktives Angebot“, sagte Wissing. (lab/afp/dpa)
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