Erleichterung bleibt aus

Finanzierung des Deutschlandtickets für 2025 gesichert – doch Bahnfahrer müssen mehr zahlen

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Das Deutschlandticket wird es auch in Zukunft geben. Die Kosten dafür werden jedoch 2025 steigen. Und es gibt einen Rückschlag.

Hamm - Die rot-grüne Koalition, unterstützt von der Union, hat vor der Neuwahl im Februar eine wichtige Entscheidung getroffen: Die Finanzierung des Deutschlandtickets für das Jahr 2025 ist gesichert. Dies wurde von Sprechern der drei Fraktionen am Montag, 16. Dezember, bekannt gegeben. Es handelt sich dabei um eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes. Zunächst kostete das Ticket 9 Euro, dann 49 und ab 2025 wird es 58 Euro kosten. Trotz der steigenden Kosten, wie bei vielen anderen Dingen im Jahr 2025, ist die Finanzierung des Tickets gesichert.

Das Deutschlandticket, das von rund 13 Millionen Menschen genutzt wird, ermöglicht es den Fahrgästen, mit Bussen und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr im ganzen Land zu fahren, unabhängig vom Bundesland, Verkehrsverbund oder Tarifgebiet.

Finanzierung des Deutschlandtickets für 2025 gesichert: Bahnfahrer müssen mehr zahlen

Derzeit beträgt der Preis für das Ticket 49 Euro pro Monat, aber ab dem neuen Jahr wird es nach einem Beschluss der Verkehrsminister der Länder 58 Euro kosten. Die erste Abbuchung für das neue Ticket erfolgte bei einigen bereits Ende November, bei anderen im Dezember. Ohne eine Gesetzesänderung hätte es Unsicherheiten in der Verkehrsbranche gegeben und eine weitere Preiserhöhung des Tickets wäre möglich gewesen. Das Ticket wird jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert, die beide jährlich jeweils 1,5 Milliarden Euro beisteuern. Die verbleibenden Mittel werden nun übertragen.

Detlef Müller, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, bezeichnete die Vereinbarung als große Erleichterung und versprach den Ticketnutzern Verlässlichkeit. Ulrich Lange, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, bestätigte: „Für 2025 sichern wir die Finanzierung des Deutschlandtickets.“ Julia Verlinden, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, versicherte ebenfalls, dass das Deutschlandticket für 2025 gesichert sei und fügte hinzu: „Auch im kommenden Jahr werden die Menschen günstig und unkompliziert mit Bus und Bahn unterwegs sein können.“

49 Euro im Monat kostet das Deutschland-Ticket bisher - zum Januar wird es neun Euro teurer. (Archivbild)

Rückschlag bei Deutschlandticket für Pläne von SPD und Grünen

Die rot-grüne Minderheitskoalition hatte ursprünglich einen gemeinsamen Vorschlag für erweiterte Regelungen zum Deutschlandticket vorgelegt. Dieser sah eine langfristige Finanzierung des Tickets über 2025 hinaus vor sowie eine Regelung für die Mitnahme von Kindern. Dies wird nun nicht umgesetzt.

Wo das Deutschlandticket gilt

Das Ticket ermöglicht die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in ganz Deutschland, unabhängig von Bundesland, Verkehrsverbund oder Tarifzone. Es ist sowohl für Busse als auch für Bahnen gültig. Ausnahmen bilden lediglich Fernverkehrszüge wie ICEs, ICs und TGVs.

Friedrich Merz, Kanzlerkandidat der CDU, hatte deutlich gemacht, dass er „schwierige Verhandlungen“ zur Finanzierung des bundesweit gültigen Tickets für 2026 erwartet.

„Das bedauern wir sehr, weil die Union dem Wunsch der Menschen keine Rechnung trägt. Auch die Bundesländer und Verkehrsverbünde erwarten eine Entfristung des Tickets“, äußerte Verlinden, die Grünen-Vertreterin, ihren Unmut.

Die Änderungen des Regionalisierungsgesetzes sollen noch in dieser Woche vom Bundestag verabschiedet werden. Auch der Bundesrat, der am Freitag, 20. Dezember, tagt, muss zustimmen. (mke mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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