Diabetes: Nicht nur Zucker erhöht das Risiko, sondern auch eine verbreitete Gewohnheit am Esstisch
VonJudith Braun
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Salz gehört für viele Menschen auf den Tisch und auch auf ihre Mahlzeiten. Häufiges Nachsalzen kann jedoch gesundheitliche Schäden und Diabetes fördern.
Als die wichtigsten Ursachen von Diabetes-Typ-2 gelten laut Informationen des Bundesministerium für Gesundheit nicht nur eine erbliche Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch Rauchen und eine unausgewogene Ernährung können das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigen. Bekannt ist, dass insbesondere eine ballaststoffarme sowie fett- und zuckerreiche Ernährungsweise unzuträglich sein kann. Wie Wissenschaftler laut der Deutschen Ärztezeitung herausgefunden haben, sind jedoch auch Menschen, die beim Essen nachsalzen, wohl gefährdeter.
Diabetes-Typ-2: Menschen, die beim Essen nachsalzen, haben ein höheres Risiko
In seiner Studie, die im Fachmagazin Mayo Clinic Proceedings veröffentlicht wurde, befragte ein Forscherteam um Prof. Lu Qi von der School of Public Health and Tropical Medicine, Tulane University, rund 403.000 Erwachsene nach ihrem Salzgebrauch. Denn aus früheren Studien weiß man bereits, dass ein hoher Salzkonsum ein Hauptrisikofaktor für Bluthochdruck (Hypertonie) ist. Diese Patienten leiden zudem oftmals unter Diabetes-Typ-2. So wurden die Teilnehmer gefragt, wie häufig sie ihren Mahlzeiten Salz hinzugeben. Allerdings sollten sie nicht angeben, wie viel Salz sie beim Kochen verwendeten.
Die Ergebnisse der Studie zeigten schließlich, dass 13.120 Studienteilnehmer über einen Nachbeobachtungszeitraum von rund zwölf Jahren einen Typ-2-Diabetes entwickelten. Demnach hatten Personen, die ihren Mahlzeiten „immer“ Salz hinzufügten im Vergleich zu den Teilnehmern, die „niemals“ oder „selten“ Salz verwendeten, ein um 39 Prozent höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. Bei Menschen, die „üblicherweise“ nachsalzten, war das Risiko um 20 Prozent erhöht und bei denjenigen, die „manchmal“ Salz hinzufügten um 13 Prozent.
Diabetes-Risiko steigt durch Salzkonsum: BMI spielt dabei auch eine Rolle
„Wir wussten bereits, dass eine Reduzierung des Salzverzehrs das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Hypertonie verringern kann, aber diese Studie zeigt nun erstmals, dass es auch zur Prävention von Typ-2-Diabetes beitragen kann, wenn man den Salzstreuer vom Tisch nimmt“, erklärt Hauptautor Prof. Lu Qi in einer Mitteilung. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Diabetes unter anderem auch mit dem Body-Mass-Index (BMI) verknüpft war.
Menschen mit Bluthochdruck und Diabetes-Typ-2 weisen viele gemeinsame Risikofaktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährungsweise und Bewegungsmangel auf. Der Grund für den beobachteten Zusammenhang konnten die Forscher bislang nicht klären. Dazu bedarf es weiterer Studien. Möglicherweise könnte es laut dem Hauptautor jedoch sein, dass Salz die Menschen dazu anregt, größere Portionen zu essen. Dadurch könnte die Gefahr steigen, Risikofaktoren wie Adipositas und Entzündungen zu entwickeln.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.