VonJasmina Deshmehschließen
Nach ihrer Krebsdiagnose wurde Prinzessin Kate mit einer adjuvanten Chemotherapie behandelt. Bei welchen Krebsarten die Behandlung üblich ist.
Nach langen Spekulationen und einem Video-Statement von Prinzessin Kate wurde Anfang des Jahres 2024 klar: Die 42-Jährige war an Krebs erkrankt. Sie musste sich nach einer Bauch-Operation im Januar 2024 einer adjuvanten Chemotherapie unterziehen. Diese zeigte Wirkung: Die Krebserkrankung des Mitglieds des britischen Königshauses gilt heute als überstanden (Stand: 14. Januar 2025). Offen bleibt allerdings, an welchem Krebs die Dreifachmutter erkrankt war. Doch was genau ist eine adjuvante Chemotherapie? Der Begriff „adjuvant“ bedeutet „ergänzend“ und beschreibt eine unterstützende Behandlungsmaßnahme in der Krebstherapie.
Adjuvante Chemotherapie: Wann wird sie angewendet?
Jede Krebserkrankung ist anders und auch der Verlauf kann sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Entsprechend individuell ist auch die Krebsbehandlung. Bei vielen Tumorarten ist häufig der erste Behandlungsschritt die Operation. So offenbar auch bei Prinzessin Kate. Eine anschließende adjuvante Chemotherapie kann die Operation ergänzen, wenn möglicherweise nicht alle Krebszellen chirurgisch beseitigt werden konnten.
Dabei werden Medikamente als Tabletten oder Infusionen verabreicht, sogenannte Zytostatika. Sie sollen noch im Körper verbliebene Krebszellen daran hindern, sich zu teilen. Diese können entweder im Körper zirkulieren oder als winzige, mit bildgebenden Verfahren nicht sichtbare, Tumorabsiedlungen (sogenannte Mikrometastasen) vorhanden sein. Patienten bekommen dann vorbeugend die adjuvante Chemotherapie, um das Rückfall- und letztlich auch das Sterberisiko zu senken, wie die Deutsche Krebsgesellschaft informiert.
Adjuvante Chemotherapie: Bei welchen Krebsarten kommt sie infrage?
Ob eine adjuvante Chemotherapie sinnvoll ist, müssen Experten und Patienten im Einzelfall entscheiden. Denn wie bei anderen Medikamenten auch, kann die Behandlung unangenehme Nebenwirkungen haben. Darunter Übelkeit und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Zudem können sich die Erfolgsaussichten je nach Krebsart, Tumorstadium und Patient deutlich unterscheiden.
Die adjuvante Chemotherapie beginnt in der Regel sechs bis acht Wochen nach einer Operation und wird häufig bei folgenden Krebsarten durchgeführt:
- Beim Mammakarzinom (Brustkrebs)
- Beim Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs)
- Beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs)
- Beim Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
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Kates Bauch-OP im Januar 2024 hatte für eine Flut an Spekulationen gesorgt, nachdem der Grund für den Eingriff völlig unklar war. Kate selbst sagte dazu nun in ihrem Video-Statement, dass die Ärzte zunächst nicht von Krebs ausgingen. Eine Annahme, die sich offenbar nicht bestätigte. Um welche Krebsart es sich genau handelte, dazu hüllt sich der Palast weiter in Schweigen.
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Bei jüngeren Frauen zwischen 30 und 45 sind vor allem drei Krebsarten verbreitet: Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert. Gerade die Sterberate an Darmkrebs ist in europäischen Ländern bei den 25- bis 49-Jährigen angestiegen, darunter besonders in Großbritannien, wie ein Forschungsbericht der Universität Mailand im Fachjournal „Annals of Oncology“ zeigt.
Und auch in Deutschland wird Darmkrebs immer häufiger diagnostiziert, wie Professor Franz Bader vom Isarklinikum München im Gespräch mit Merkur/tz erklärt: „Auch in Deutschland nimmt Darmkrebs insbesondere bei Patienten zwischen 30 und 50 Jahren rasant zu“. Fachleute führen das vor allem auf die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zurück. Bader plädiert deshalb für einen Ausbau der Vorsorge-Darmspiegelungen, auch bei jüngeren Patienten.
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