VonJudith Braunschließen
Leidet ein Mensch unter einer Depression, liegen häufig verschiedene Indizien dafür vor. Der Selbsttest der Stiftung Deutsche Depressionshilfe kann bei einem Verdacht Klarheit verschaffen.
Die Mehrheit der Deutschen Bürger ist laut Informationen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe im Laufe ihres Lebens von Depressionen betroffen. 23 Prozent der Deutschen leiden selbst unter der psychischen Erkrankung, während 37 Prozent indirekt als Angehörige von Erkrankten davon betroffen sind. Eine Depression zu erkennen, ist allerdings nicht immer einfach. So gibt es nicht nur Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen jüngeren und älteren Patienten. Bei einem Verdacht kann jedoch ein Selbsttest der Stiftung Deutsche Depressionshilfe eine erste Hilfestellung sein.
Depression erkennen mithilfe eines Selbsttest: Bin ich depressiv?
Beim Selbsttest der Stiftung Deutsche Depressionshilfe handelt es sich um einen Stimmungsfragebogen. Dieser kann erste Hinweise dafür liefern, ob bei einer Person Anzeichen und Symptome einer Depression vorliegen. Der unter Experten genannte „Gesundheitsfragebogen für PatientInnen“ oder kurz „PHQ-9“ wird auch von Medizinern sowie Therapeuten für das Screening verwendet. Laut Informationen des Universitätsklinikums Heidelberg stellt der Fragebogen dabei ein wichtiges Hilfsmittel dar, um Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Er beinhaltet insgesamt neun Faktoren zur näheren Bestimmung einer möglicherweise vorliegenden Erkrankung. Abgefragt werden diese mit der Frage: „Wie oft fühlten sie sich im Verlauf der letzten zwei Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?“ Sie bezieht sich schließlich auf die folgenden Symptome:
- Mangelndes Interesse und fehlende Freude an Tätigkeiten
- Niedergeschlagenheit, Schwermut, Hoffnungslosigkeit
- Schlafprobleme oder -störungen oder vermehrter Schlaf
- Müdigkeit, fehlende Energie
- Appetitlosigkeit oder übermäßiges Bedürfnis zu essen
- Fehlendes Selbstwertgefühl
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Verlangsamtes Sprechen oder Ruhelosigkeit und stärkerer Bewegungsdrang als üblich
- Suizidgedanken
Beim Ausfüllen des Tests kann man aus den vier Antwortmöglichkeiten und Abstufungen „überhaupt nicht“, „an einzelnen Tagen“, „an mehr als der Hälfte der Tage“ und „beinahe jeden Tag“ für jeden Aspekt einzeln wählen. Der Selbsttest kann auf der Webseite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ausgefüllt werden. Dies geschieht nach Angaben der Stiftung anonym und vertraulich.
Depression: Ergebnisse von Selbsttest können erste Hinweise für mögliche Erkrankung geben
Nach dem Ausfüllen des Fragebogens und der Beantwortung einer einfachen Sicherheitsabfrage kann der Test zur Auswertung über einen Button abgeschickt werden. Nur wenige Sekunden später erhält man das Testergebnis. Wie die Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf ihrer Webseite betont, können die Ergebnisse zwar erste Hinweise liefern. Allerdings stellen sie keinesfalls eine medizinische Diagnose dar. Um eine gesicherte Diagnose zu erhalten, ist daher im Anschluss an den Test ein Hausarzt oder ein Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie/Nervenheilkunde aufzusuchen. Das Testergebnis kann bei einem Termin jedoch als Gesprächseinstieg dienen.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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