Tumor im Verdauungstrakt

Darmkrebs: Welche Symptome darauf hindeuten und wie ein Tumor entdeckt wird – frühe Vorsorge kann schützen

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Darmkrebs ist eine Tumorerkrankung, die sich häufig unbemerkt über Jahre entwickelt. Welche Symptome auf ein Karzinom hindeuten und wie es verhindert werden kann.

Bei Krebs handelt es sich in der Medizin laut Deutschem Krebsforschungszentrum um eine bösartige Gewebeneubildung mit abnormer Zellwucherung (Tumor), auch Malignom oder Neoplasie genannt. Charakteristisch für einen Tumor ist die unkontrollierte Zellteilung, die zu einer bösartigen Geschwulst (Karzinom) führen kann. Ein Karzinom geht häufig vom Deckgewebe der Haut oder Schleimhaut aus, wächst nicht selten in nebenliegendes Gewebe und bildet Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.

In Deutschland zählt Darmkrebs zur zweithäufigsten Krebserkrankung und betrifft jährlich etwa 60.000 Menschen. Männer erkranken häufiger an Darmkrebs als Frauen. Die Diagnose Darm­krebs wird im Laufe des Lebens bei etwa einer von 19 Frauen und einem von 15 Männern gestellt, so das Robert Koch-Institut (RKI). Besonders für jüngere Betroffene ist die Erkrankung ein Schock, gilt Darmkrebs doch als eine Krankheit, die überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Tatsächlich hat sich aber die Zahl der Darmkrebs-Fälle bei den 20- bis 39-Jährigen seit den 1990er-Jahren verdreifacht, zunehmend jüngere Menschen erkranken an Darmkrebs, gemäß Informationen der Deutschen Krebshilfe. Das Fatale: Betroffene merken lange nichts von der Krankheit im Verdauungstrakt, Symptome des Darmkrebses zeigen sich anfänglich kaum oder gar nicht. Je früher eine entstehende Darmkrebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen. Daher kommt auch der Früherkennung und Vorsorge eine besondere Bedeutung zu.

Inhalt

Darmkrebs: Gutartig oder immer bösartig?

Darmkrebs kann im Grunde jeden in jedem Alter treffen, wobei es überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Neben einer familiären Vorbelastung spielt auch die Ernährung eine besondere Rolle, insbesondere zuckerhaltige Nahrungsmittel, wie Studien zeigen.

Sowohl im Dünndarm als auch Dickdarm können gutartige und bösartige Tumore entstehen. Gutartige Tumore im Dünndarm wie Fibrom und Lipom treten wesentlich häufiger auf als bösartige Tumore, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Die gutartigen Geschwülste gehen nicht auf benachbartes Gewebe über und bilden keine Tochtergeschwulste in anderen Organen oder Lymphknoten. Dennoch können gutartige Tumore im Dünndarm Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen und zu bösartigen Tumoren, also Karzinomen, entarten. Bösartige Dünndarmtumore hingegen kommen relativ selten vor und können als primäre Erkrankung sowohl im Dünndarm selbst auftreten oder sekundär als Tochtergeschwulst (Metastase) im Zuge einer anderen Tumorart entstehen.

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Gutartige Tumore im Dickdarm sind meist Polypen beziehungsweise sogenannte Adenome. Sie entstehen aus dem Drüsengewebe der Darmschleimhaut und wachsen in der Regel langsam. Die Geschwülste bilden sich an der Schleimhaut im Inneren des Dickdarms und bleiben in den meisten Fällen lange Zeit unbemerkt. Die Gefahr: Polypen im Darm können sich im Laufe der Jahre zu einem bösartigen Darmkarzinom entwickeln. Umso wichtiger ist es, regelmäßig zur Darmkrebs-Früherkennung zu gehen, durch die gutartige Polypen erkannt und entfernt werden können, wie die Techniker Krankenkasse aufklärt.

Arten von Darmkrebs

Sprechen Mediziner von Darmkrebs, fassen sie in der Regel zunächst bösartige Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) sowie des Mastdarms als Endabschnitt des Dickdarms (Rektumkarzinom) zusammen. Beide Formen werden unter dem sogenannten kolorektalem Karzinom zusammengefasst, so das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Krebs-Risiko mit gesunden Lebensmitteln senken: Brokkoli, Knoblauch, Zwiebel und Lauch können schützen

Brokkoli
Sekundären Pflanzenstoffen kommt eine besondere Bedeutung bei. Der in Brokkoli enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Sulphoraphan beispielsweise wehrt freie Radikale ab und hemmt somit den natürlichen Alterungsprozess der Zellen in der Haut. Doch Brokkoli kann noch mehr. Wie auch viele andere Arten aus der Familie der Brassicaceae, ist das grüne Gemüse aufgrund seiner bioaktiven Glucosinolate oder „Senfölglucoside“ so wertvoll. Vor allem das in jungen Sprossen und Samen in hoher Konzentration vorkommende Glucoraphanin sowie das enzymatische Abbauprodukt Sulforaphan sollen eine anti-kanzerogene Wirkung entfalten. Die in Brokkoli enthaltenen sekundären Inhaltsstoffe können die Entstehung und den Verlauf von Krebserkrankungen positiv beeinflussen, wie das Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster veröffentlichte. ©  Alex9500/Imago
Radieschen
Öfters mal Radieschen zur Brotzeit verspeisen, das fördert ebenfalls die Gesundheit. Denn Radieschen enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Glu­co­si­no­la­te, die an­ti­ox­i­da­tiv sowie im­mun­mo­dul­ier­end wirken und das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken können, laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“. © Gojaz Alkimson/Imago
weißer Rettich
Auch der insbesondere im Süden Deutschlands beliebte Rettich ist gut für die Gesundheit. Dank seiner sekundären Pflanzenstoffe Glu­co­si­no­la­tea kann er das Ri­si­ko für be­stim­mte Krebs­erkrankungen senken, so die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“. Die im Rettich enthaltenen Senföle haben zudem eine heilsame Wirkung auf Leber, Galle und Verdauung. © Cess /Imago
Kresse pflanzen säen ernten
Wer Schnittlauchbrot isst, sollte ruhig mal variieren und ein Kressebrot probieren. Denn auch Kresse, insbesondere die Wasserkresse, ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie den sekundären Pflanzenstoffen der Glu­co­si­no­la­te, die vorbeugend gegen Krebswachstum wirken sollen. © Roman Möbius/Imago
Senfsaat, gelb, in einem Esslöffel
Senf kennt man üblicherweise aus dem Glas oder der Tube und wird häufig als Geschmacksverstärker verwendet. Dabei kann Senf noch viel mehr, als nur schmecken. Das wussten auch schon die Römer, die gemahlene Senfsaat als Wickel und in Bädern gegen Migräne, Arthrose oder Bronchitis einsetzten. Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann, Leiter des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, weiß um die besondere Wirkung von Senf: „Der Konsum von scharfem Senf schützt beispielsweise vor den erbgutschädigenden Wirkungen der beim Grillen und Braten von Fleisch entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe.“ Er und seine Kollegin Dr. Evelyn Lamy konnten nachweisen, dass der handelsübliche scharfe Senf vor der Wirkung krebsauslösender Stoffe effektiv schützt. Verantwortlich für die krebshemmende Wirkung sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Glu­co­si­no­la­te und Senföle. Insbesondere letztere sind für die Schärfe verantwortlich. Je schärfer der Senf, desto höher ist der Anteil an Senfölen, umso besser ist die krebsvorbeugende Wirkung. © rezkrr/Imago
Knoblauch (Allium sativum), Knoblauchzwiebeln auf einem Teller common garlic (Allium sativum), garlic bulbs on a plate B
Knoblauch hat gemeinhin bei manchen noch einen schlechten Ruf, da es heißt, sein Verzehr würde zu einem schlechten Atem beitragen. Dabei ist die Knolle überaus gesundheitsfördernd und sollte aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe in der Küche nicht fehlen. Die enthaltenen Sul­fi­de entfalten laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“ nicht nur eine an­ti­bi­o­tische, an­ti­ox­i­da­tive, an­ti­throm­bo­tische, blut­druck­sen­kende sowie chol­esterinsen­kende Wirkung. Auch das Risiko für Krebserkrankungen sollen Sulfide positiv beeinflussen. Allizin, der in Knoblauch und anderen Laucharten enthaltene Aromastoff mit keimtötender Wirkung, soll zudem laut „Deutsche Apothekerzeitung“ gegen Krebszellen wirken. © McPHOTO/A. Schauhuber via www.imago-images.de
Geschnittene, rote Zwiebel
Zwiebeln zählen nicht nur zu den calciumreichsten Gemüsesorten und können somit bei regelmäßigem Verzehr den Knochenabbau hemmen. Zwiebeln enthalten wie Knoblauch Sulfide mit anti-kanzerogenem Effekt. Außerdem sind sie auch reich an dem sekundären Pflanzenstoff Quercetin, das besonders in roten Zwiebeln und den äußeren Schichten vorkommt und krebsvorbeugende Wirkung entfalten soll. © breitformat/Imago
Porree in einer Kiste
Porree, auch Lauch genannt, ist voll von gesunden Nährstoffen wie Carotin, Zink und Fluor. Zudem ist auch Lauch reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Sulfide, die eine Krebs-abwehrende Wirkung haben. © Norman Krauß/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Olivenöl wirkt nicht nur vorbeugend gegen Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch die darin enthaltene Ölsäure soll sogar Krebszellen abwehren. Die im Olivenöl enthaltene Omega-9-Fettsäure kann die Effizienz einer Krebstherapie mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab sogar deutlich erhöhen – dieser wirkte in Verbindung mit der Ölsäure stärker als ohne Ölsäure. © Panthermedia/Imago
Frau öffnet Walnüsse mit Hammer
Nicht nur bei hohem Blutdruck sollen gerade Walnüsse und Pistazien helfen. Wer regelmäßig Nüsse isst – tägliche Empfehlung nicht mehr als eine Handvoll – kann das Risiko für Darmkrebs senken, wie Forscher vom Lehrstuhl für Ernährungstoxikologie an der Universität Jena untersuchten, so die „Ärztezeitung“. Danach aktivieren Nüsse offenbar die körpereigene Abwehr zur Entgiftung von reaktiven Substanzen wie ultraviolette Strahlung oder verschiedene Chemikalien, welche die Zellschäden und in Folge Krebs begünstigen können. Nüsse enthalten zudem sekundäre Pflanzenstoffe wie Phe­nol­säur­en, die das Risiko für Krebs ebenfalls verringern können. © agefotostock/Imago

Dick- und Enddarmtumore gehören zu den soliden Tumoren, das heißt, sie wachsen häufig zunächst an einem Ort und breiten sich als Metastasen im weiteren Verlauf der Erkrankung im Körper aus. Darmtumore entwickeln sich bei den meisten Krebspatienten aus den Drüsenzellen der Schleimhaut, die das Darminnere auskleidet. Diese Krebsarten werden Adenokarzinome genannt.

Am äußeren Darmausgang oder im Dünndarm kommt es wesentlich seltener zu einem Tumorwachstum. Darüber hinaus gibt es Tumore, die zwar im Darm wachsen, aber nicht von der Darmschleimhaut, vielmehr von anderen Geweben im Darm ausgehen, wie der Gastrointestinale Stroma-Tumor (GIST), das MALT-Lymphom und neuroendokrine Tumore des Magen-Darm-Trakts (GEP-NET).

Symptome bei Darmkrebs

Ein Tumor im Dickdarm, ob gutartig oder bösartig, wächst in der Regel langsam, über Jahre, ohne Beschwerden zu verursachen. Erste spürbare Symptome eines bösartigen Karzinoms im sehr frühen Krebsstadium sind meist eher unspezifisch und können sich auch im Rahmen anderer Darmerkrankungen wie Morbus Crohn zeigen:

  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Permanente Müdigkeit, trotz ausreichend Schlaf
  • Abgeschlagenheit
  • Leistungsabfall
  • Blasse, fahle Haut, besonders im Gesicht
  • Gewichtsabnahme
  • Fieber
  • Nachtschweiß

Symptome im weiteren Verlauf der Krebserkrankung sind insbesondere am Aussehen des Stuhls und damit verbundenen Begleiterscheinungen zu erkennen:

  • Besonders häufiger Stuhldrang
  • Wiederholt Verstopfungen
  • Hämorrhoiden
  • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
  • Durchfall nach dem Essen
  • Blut im Stuhl mit Schleim
  • Afterjucken
  • Übelriechender Stuhl
  • Dünner Stuhl durch Verengungen im Darm
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen am Steißbein, beim oder nach dem Stuhlgang
  • Krämpfe und Bauchschmerzen, unabhängig vom Stuhlgang
  • Häufige und starke Darmgeräusche
  • Blähungen
  • Blähungen mit ungewolltem Stuhlabgang
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Rückenschmerzen ausgehend vom Becken beziehungsweise der Lendenwirbelsäule

Die Symptome, die sich durch eine Darmkrebs-Erkrankung zeigen, unterscheiden sich nicht wesentlich bei Frauen und Männern.

Je weiter das Karzinom fortschreitet, desto stärker werden in der Regel die Beschwerden und Folgeerscheinungen kommen hinzu. Es kann zu einem Darmverschluss kommen, wenn der Tumor sehr groß ist. Dann zeigen sich plötzlich sehr starke, kolikartige Bauchschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen, nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums. Ist ein Darmverschluss die Folge, muss in den meisten Fällen sofort operiert werden.

Hat die Darmkrebs-Erkrankung ein Endstadium erreicht, ist der Tumor möglicherweise bereits über den Darm hinaus gewachsen, hat Metastasen in der Leber sowie anderen Organen gebildet. Symptome wie Bauchschmerzen und Erbrechen zeigen sich verstärkt.

Diagnose von Darmkrebs

Zeigen sich wiederholt Verdauungsbeschwerden oder andere Symptome, sollten sich Betroffene an ihren Hausarzt wenden. Dieser wird im Rahmen eines Erstgesprächs und einer anschließenden Anamnese Untersuchungen in die Wege leiten, um mögliche Erkrankungen wie Darmkrebs abzuklären.

Folgende Untersuchungen im Rahmen einer Darmkrebs-Diagnostik, um Darmkrebs zu erkennen und nachzuweisen, sind gängig:

  • Blutprobe: Anhand der Blutwerte kann überprüft werden, ob Entzündungsmarker und somit möglicherweise eine Darmerkrankung vorliegt. Auch mögliche Tumormarker können ein Hinweis auf eine bösartige Gewebeveränderung sein.
  • Stuhltest: Patienten können den Test mittels Stuhlprobe zu Hause durchführen. Beim Arzt beziehungsweise im Labor wird die Probe auf Blutspuren und Werte wie den Calprotectin-Wert untersucht. Der Calprotectin-Wert gibt einen wichtigen Hinweis darüber, ob im Darm eine krankhaft bedingte Ansammlung von weißen Blutkörperchen, insbesondere neutrophilen Granulozyten, vorherrscht.
  • Darmspiegelung: Bei einer Darmspiegelung führt in der Regel ein Gastroenterologe ein Endoskop (Koloskop) mit einem dünnen Schlauch über den Anus des Patienten ein, um den gesamten Dickdarm inklusive des Rektums (Enddarm) von innen untersuchen zu können. Während der Untersuchung werden – wenn nötig – Gewebeproben, sogenannte Biopsien, zur Abklärung entnommen oder beispielsweise gutartige Polypen – Geschwulste, die sich aus Schleimhäuten bilden und bösartig werden können – abgetragen.
  • Ultraschalluntersuchung des Mastdarms (Endosonographie): Über den Ultraschall kann der Arzt erkennen, ob und wieweit sich ein Tumor des Mastdarms (Rektumkarzinom) ausgedehnt hat.
  • Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT): Die Kernspintomographie ermöglicht es, die exakte Anatomie und das Ausmaß des gesamten Darmkrebs zu beurteilen.

Darmkrebs und Behandlungsmöglichkeiten wie Operation und Immuntherapie

Für Patienten stehen verschiedene Therapien zur Verfügung: Dazu gehören Operation, Chemotherapie, Immuntherapie, Bestrahlung und die Behandlung durch Medikamente.

  • Operation: Wenn der Tumor durch eine OP vollständig entfernt werden kann, ist eine dauerhafte Heilung möglich.
  • Chemo- und Strahlentherapie: Ergänzende Behandlung zur Operation bei vielen Darmkrebspatienten.
    Für Betroffene mit fortgeschrittener Erkrankung ist die Chemotherapie sogar die wichtigste Behandlungsmöglichkeit.
  • Medikamente: Alle bisher gegen Darmkrebs zugelassenen zielgerichteten Medikamente wie Wachstumsrezeptorblocker und die Angiogenesehemmer sind für Patienten mit einem fortgeschrittenen, metastasiertem Karzinom vorgesehen und dienen als Ergänzung beispielsweise zur Operation und Chemotherapie.
  • Immuntherapie: Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Darmkrebs kann eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker stabile Ansprechraten hervorrufen.

Prognose von Darmkrebs

Gemäß Informationen durch das Deutsche Krebsforschungszentrum sind in einem frühen Stadium von Darmkrebs die Heilungsaussichten und die Lebenserwartung relativ gut. Selbst wenn sich Metastasen in entfernten Organen gebildet haben, kann die Prognose noch positiv sein und eine Heilung nicht komplett ausgeschlossen werden.

Die Möglichkeit der Heilung von Darmkrebs hängt letztlich auch von den Stadien der Erkrankung ab. Aufbauend auf der TNM-Einteilung, einem international verbreitetem System zur Einteilung von Krebserkrankungen, stufen Ärzte die Krebserkrankung in fünf Krankheitsstadien (0 bis IV), das „staging“, ein.

  • UICC-Stadium 0: Frühformen von Darmkrebs, die noch nicht gestreut haben.
  • UICC-Stadium I: Tumor ist bereits in die Bindegewebsschicht unter der Schleimhautoberfläche oder in die darunter liegende Muskelschicht eingewachsen, jedoch ohne umliegende Lymphknoten oder weitere Organe zu befallen.
  • UICC-Stadium II: Tumor hat die äußere Schicht der Darmwand erreicht, die Darmwand durchbrochen, ist ins Bauchfell oder in umliegendes Gewebe eingewachsen, hat aber noch keine Metastasen gebildet.
  • UICC-Stadium III: Tumor hat umliegende Lymphknoten befallen, jedoch ohne Fernmetastasen zu bilden.
  • UICC-Stadium IV: Fernmetastasen liegen vor, unabhängig von der Tumorgröße oder Zahl der befallenen Lymphknoten.

Konnte der Tumor im Darm vollständig entfernt oder erfolgreich behandelt werden, treten gemäß Statistik etwa 80 Prozent aller Rezidive in den ersten beiden Jahren auf. Kommt es nach fünf Jahren zu keinem weiteren Tumorwachstum, gelten Patienten medizinisch betrachtet als geheilt. Eine entsprechende Nachsorge, insbesondere auch durch einen gesunden Lebenswandel und entsprechende Essgewohnheiten, kann dazu beitragen.

Darmkrebs vorbeugen und Darmkrebsvorsorge

Ungesunder Lebensstil und unausgewogene Ernährung mit fettreichen Nahrungsmitteln können die Darmgesundheit auf lange Sicht gefährden. Über die Ernährung kann die Entstehung von Erkrankungen wie Darmkrebs begünstigt werden. Daher kann man durch gesunde Ernährung und Umstellung der Ernährung Krankheiten vorbeugen. Darüber hinaus ist die regelmäßige Vorsorge alle fünf bis zehn Jahre ratsam – insbesondere, wenn es in der Familie eine genetische Disposition für Darmkrebs gibt. Eine Früherkennung des Tumors im Darm erhöht die Heilungschancen.

Eine gängige Vorsorge-Untersuchung, um mögliche Krebszellen und -vorstufen zu erkennen, ist die Darmspiegelung, sogenannte Koloskopie. Männer haben bereits ab einem Alter von 50 Jahren Anspruch auf eine Koloskopie, da ihr Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, höher als bei Frauen ist. Frauen wird ab einem Alter von 55 Jahren zu einer Darmspiegelung geraten. Diese sollte sowohl für Männer als auch Frauen alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden. In der Regel übernehmen alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten.

Darmkrebs: Welche Risikofaktoren gibt es

Die Möglichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter, womit dies einen entscheidenden Risikofaktor darstellt. Weitere Umstände, die zu einer bösartigen Tumorentstehung beitragen können, sind:

  • Direkte Familienangehörige mit Darmkrebs
  • Direkte Familienangehörige, bei denen gutartige Polypen im Dickdarm festgestellt wurden, aus denen ein bösartiges Karzinom entstehen kann.
  • Vorerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • Übergewicht
  • Adipositas
  • Hoher Konsum von rotem Fleisch wie Rind und Wurstwaren
  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen

Erhöhtes Krebsrisiko: Elf Lebensmittel begünstigen das Tumor-Wachstum

Wurst
Verarbeitetes Fleisch und Fleischwaren werden von der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ als krebserregend eingestuft. Verarbeitet bedeutet in diesem Fall, dass es sich um Fleisch handelt, das durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird, wie Salami, Schinken oder Würstchen. Gepökelte, geräucherte und einge­salzene Fleisch­produkte erhöhen pro 50 Gramm das Risiko auf Darmkrebs um 18 Prozent. © CSH/Imago
Zucker
Ein hoher Zuckerkonsum kann nicht nur Entzündungsprozesse im Körper sowie Diabetes Typ 2 und Rheuma fördern. Zucker begünstigt Übergewicht und Adipositas, was das Krebsrisiko erhöhen kann. Zu hohes Körpergewicht zählt bei Darmkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leberkrebs, Magenkrebs sowie Gallenblasenkrebs zu einem der größten Risikofaktoren. Laut der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ erhöht Übergewicht das Risiko für mindestens 13 Krebs­formen. Die Wahr­scheinlich­keit, eine von diesen zu entwickeln, steigt ab einem Body-Maß-Index (BMI) über 25. Bekannt ist, dass Krebszellen sich durch die Energie von Zucker noch eher entwickeln und vermehren. Sie nehmen bis zu zehnmal mehr Zucker auf als normale Körperzellen. Laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ sollte jeder Mensch nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag verspeisen. Doch es zeigt sich, dass im Durchschnitt jeder Bundesbürger täglich ca. 93 Gramm Zucker – pro Jahr nahezu 34 Kilogramm – aufnimmt. Versteckte Zucker sind auch in industriell hergestellten Produkten enthalten, von denen man es zunächst nicht vermuten würde, beispielsweise Tiefkühlpizza, Kraut- und Fleischsalat sowie Tomatensuppe. © Science Photo Library/Imago
Burger
Fertig-Burger enthalten häufig neben Zucker auch Transfette, die zu einer Gewichtszunahme führen können, welches wiederum das Krebsrisiko erhöht. Doch auch ein selbstgemachter Burger mit Grillfleisch kann Gefahren bergen: Wenn Fett beim Grillen vom Fleisch in die Glut tropft, entstehen krebserregende Stoffe wie Benzpyren und Amine, die sich über den Rauch und die Hitze mit dem Fleisch verbinden. Benzpyren wird der Gruppe der sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und Amine der Gruppe der heterozyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (HAA) zugeordnet. Beide gelten als Auslöser für Magen- und Darmkrebs. Sie werden im Körper zu Molekülen umgebaut, die in die Darmzellen eindringen. Dort können sie Veränderungen im Erbgut, sogenannte Mutationen bewirken, welche dann zu bösartigen Tumoren heranwachsen können, wie die „Deutsche Krebsgesellschaft“ berichtet. Wer sich für die Grillzeit wappnen möchte, sollte am besten eine Folie zwischen Grillgut und Glut legen. Die gefährlichen Kohlenstoffe können letztlich durch Räuchern oder Rösten entstehen, beispielsweise neben gegrilltem Fleisch auch in geräuchertem Fisch, geröstetem Kaffee oder verbrannter Salami auf der Pizza. © JuriEber/Imago
Pommes frites
Durch das Frittieren entsteht in Pommes Frites der chemische Stoff Acrylamid, der in Tierversuchen als krebserregend eingestuft wurde. „Bei hoher Dosis schädigt es zudem die Nerven“, bekräftigt Dr. Susanne Weg-Remers vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Acrylamid ist natürlicherweise in stärkehaltigen Lebensmitteln enthalten, die durch Braten, Backen oder Rösten sowie der industriellen Verarbeitung bei über 120 Grad Celsius gefertigt werden. Zudem werden Pommes häufig in gehärtetem Fett frittiert, wodurch Transfette entstehen, die Übergewicht fördern können und somit das Risiko für eine Krebserkrankung steigen lassen. © foodandmore/Imago
Kartoffelchips
Die meisten lieben es: Abends beim Filmschauen Chips knabbern. Doch nicht nur wegen der gesünderen Inhaltsstoffe sollte man lieber zu den Nüssen greifen. Wie Pommes Frites werden auch industriell verarbeitete Kartoffelchips häufig in gehärtetem Fett frittiert. Dabei entstehen Transfette, die Übergewicht fördern, wodurch das Krebsrisiko signifikant steigt. Zudem bildet sich beim Frittieren der chemische Stoff Acrylamid, der durch das „Deutsche Krebsforschungszentrum“ als krebserregend eingestuft wird. © Zoonar.com/monticello/Imago
Pizza
Tiefkühlpizza kann als Geschmacksträger Zucker und zudem Transfette enthalten. Bislang gibt es keine eindeutig wissenschaftlichen Nachweise darauf, dass ein hoher Zuckerkonsum das Krebsrisiko steigen lässt, so die „Deutsche Krebshilfe“. Allerdings begünstigt Zucker eine Krebserkrankung insofern, als man dadurch eher übergewichtig werden kann – und Übergewicht erhöht das Risiko für 13 verschiedene Krebsarten. Gleiches gilt für Fette, insbesondere gehärtete Fette wie Transfette. Es ist nicht nachgewiesen, dass Transfette das Krebsrisiko erhöhen. Jedoch sollen sie dazu beitragen, das Sättigungsgefühl zu beeinflussen, wodurch das Risiko für Übergewicht und demnach Krebs steigt. © Bernd Schmidt/Imago
Rotes Schweinefleisch
Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ empfiehlt, wöchentlich nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren zu verzehren. Insbesondere rotes Fleisch soll krebserregend wirken können. Denn das Häm-Eisen im roten Fleisch, vornehmlich in Rind und Schwein, könnte das Erbgut schädigen und die Zellteilung fördern. Eine schnelle Zellteilung kann die Entstehung von Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs begünstigen. © Imaginechina-Tuchong/Imago
Hot-Dogs im Brötchen werden mit Senf garniert.
Die beliebten Hot Dog-Würstchen enthalten Nitrate, was an sich für den Körper nicht gefährlich ist. Kritisch wird es, wenn Nitrate in Nitrit oder Nitrosamine umgewandelt werden. Beide Stoffe gelten als krebserregend. Das passiert, sobald Nitrate gleichzeitig mit proteinreichen Speisen aufgenommen werden. Neben Hot Dogs kann dies ebenfalls bei Pizza Salami der Fall sein. Das Nitrat der Salami und die Proteine des Käses können sich leicht zu Nitrosaminen umwandeln. © picture alliance/dpa/Johannes Schmitt-Tegge
Croissants
Industriell hergestellte Backwaren wie Croissants enthalten häufig Transfette, die bei regelmäßigem Verzehr Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt zur Folge haben können. Transfette stehen außerdem im Verdacht, Entzündungen im Körper zu begünstigens. Zudem fördern die gehärteten Fette Übergewicht und Adipositas, was als einer der entscheidenden Risikofaktoren für Darmkrebs, Magenkrebs, Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs, Schilddrüsenkrebs, Nierenzellkrebs, Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs sowie Multiples Myelom gilt. © hojo/Imago
Zwei Donuts auf einem Teller
Donuts enthalten wie Pommes und Chips nicht selten das krebserregende Acrylamid sowie Transfette. Neben der hohen Menge an Zucker tragen auch die gehärteten Transfette zu Übergewicht und Adipositas bei, was wiederum die Gefahr einer Tumorerkrankung ansteigen lässt. © Tobias Becker / echo24.de
Bavaria, Germany - 02 February 2023: Krapfen, pancakes or doughnuts with powdered sugar on a wooden table *** Krapfen, P
Auch die vielerorts in Deutschland beliebten Krapfen enthalten den chemischen Stoff Acrylamid, der mit einem erhöhten Risiko für eine Krebserkrankung verbunden ist. Ein regelmäßiger Verzehr von Gebäck wie Krapfen, das ungesunde Mengen der Transfette und Zucker aufweist, fördert Übergewicht und erhöht in der Folge das Krebsrisiko. © Bihlmayerfotografie/Imago

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Darmkrebs

Ist Darmkrebs heilbar?

Je nachdem, in welchem der Krankheitsstadien der bösartige Tumor eingestuft wird, kann Darmkrebs vollständig geheilt werden.

Wie erkennt man Darmkrebs?

Anzeichen einer Darmkrebs-Erkrankung sind mithilfe der Blutwerte, einer Stuhlprobe sowie einer Darmspiegelung nachweisbar.

Wie schnell wächst Darmkrebs?

Ein gutartiger Tumor (Polyp) oder bösartiger Tumor (Karzinom) wächst in der Regel sehr langsam. Häufig vergehen Jahre, bis der Betroffene Symptome zeigt.

Wohin streut Darmkrebs?

Darmkrebs kann sich in umliegendes Gewebe oder Organe ausbreiten. Metastasen streuen vor allen Dingen in die Leber, die Lunge und in das Bauchfell.

Wie entsteht Darmkrebs?

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft noch nicht vollständig geklärt. Es gibt verschiedene Risikofaktoren wie Veranlagung und Ernährung, die eine unkontrollierte Vermehrung der Zellen in der Darmschleimhaut und somit ein Darmkarzinom begünstigen können.

Quellen:

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/krebs-tumor-metastasen-definition.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/index.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/symptome.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/befunde-staging.php

https://www.dkfz.de/de/aktuelles/was-ist-krebs.html

https://www.netdoktor.de/krankheiten/darmkrebs/

https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/kolonkarzinom.html

https://flexikon.doccheck.com/de/Malignom

https://flexikon.doccheck.com/de/Calprotectin

https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/krebs/stuhltest-wie-er-funktioniert-und-was-er-ueber-darmkrebs-aussagt/

https://www.gesundheit.gv.at/labor/laborwerte/magen-darm/labor-calprotectin-stuhl-calpr1.html

https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/darmkrebs/was-sind-darmpolypen-2021018

https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Darmkrebs/darmkrebs_node.html

https://www.helios-gesundheit.de/krebsmedizin/darmkrebs/symptome-und-anzeichen/

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/darmkrebs/diagnose.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/darmkrebs/therapie-bei-fortgeschrittenem-darmkrebs.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/news/immuntherapie-bei-fortgeschrittenem-darmkrebs-2.html

https://www.kbv.de/html/praevention_darmkrebsfrueherkennung.php

https://gut.bmj.com/content/68/10/1820

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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