Erkältungssaison in Deutschland: Millionen sind betroffen von Rhinoviren, RSV, Grippe und Co. – vor allem Kinder sind gefährdet.
Die Corona-Pandemie ist zwar offiziell vorbei, doch von Erkältungsviren und Atemwegserkrankungen sind wir deshalb noch lange nicht befreit. Nach wie vor schwirren fiese Krankheitserreger herum, die immer wieder neu mutieren und uns vor allem in der kalten Jahreszeit das Leben schwer machen. Diese Erkältungsviren kursieren aktuell.
Erkältungen in Deutschland: Millionen von Atemwegserkrankungen gemeldet
Zum Jahresende bleibt die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE) in Deutschland stabil und lag laut dem Robert Koch Institut (RKI) in der 50. Kalenderwoche bei etwa 8.200 Fällen pro 100.000 Einwohner. Das entspricht rund 6,9 Millionen neuen ARE-Fällen in der Bevölkerung in dieser Woche; in den vorigen Wochen sah die Lage ähnlich aus. Besonders bei Kindern, insbesondere in der Altersgruppe der 0- bis 4-Jährigen, wurde ein Anstieg der Erkrankungen verzeichnet, während bei jungen Erwachsenen ein Rückgang beobachtet wurde.
Die Inzidenz grippeähnlicher Erkrankungen (ILI) blieb mit etwa 1.400 Fällen pro 100.000 Einwohner ebenfalls stabil und bewegt sich im Bereich der vorpandemischen Jahre. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz sank seit der 39. Kalenderwoche kontinuierlich und erreichte in der 50. Kalenderwoche etwa 400 Fälle pro 100.000 Einwohner. Virologische Untersuchungen identifizierten hauptsächlich Rhino- und Enteroviren als Erreger der Atemwegserkrankungen.
Von Rhino- bis Enteroviren: Erkältungsviren, die aktuell in Deutschland kursieren
Aktuell kursieren zahlreiche Erkältungsviren in Deutschland. Besonders im Winter haben diese Viren Hochsaison, da das Immunsystem durch Kälte und trockene Heizungsluft geschwächt wird. Zu den häufigsten Übeltätern gehören Rhinoviren, Adenoviren, Influenzaviren und Parainfluenzaviren.
Rhinoviren sind die Hauptverursacher von Erkältungen und machen laut Bild.de 30 bis 50 Prozent der Fälle aus. Sie lösen typischerweise Schnupfen, Halsschmerzen und Husten aus, wobei der Krankheitsverlauf meist harmlos ist. Es gibt jedoch keine Impfung gegen diese Viren. Adenoviren können neben Atemwegsinfektionen auch Bindehautentzündungen sowie Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Diese Viren verbreiten sich vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten und können bei immungeschwächten Personen schwerere Verläufe zeigen.
Influenzaviren, die Verursacher der echten Grippe, sorgen im Gegensatz zu Rhinoviren für schwerere Krankheitsverläufe mit hohem Fieber und starken Symptomen. Aufgrund der ständigen Veränderung dieser Viren wird jährlich ein neuer Impfstoff entwickelt, um Schutz zu bieten. Parainfluenzaviren hingegen sind besonders gefürchtet bei Eltern kleiner Kinder, da sie häufig Krupp-Husten auslösen können. Diese Viren verursachen zudem Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Lungenentzündungen, und auch hier existiert keine Impfung.
Den Nachwuchs schützen: Diese Viren sind gefährlich für Kinder
Auch Kinder sind besonders anfällig für bestimmte Viren, die teils gefährliche Verläufe verursachen können. Zu den bedenklichsten gehören das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und das Humane Metapneumovirus (hMPV).
RSV ist weltweit verbreitet und kann Menschen jeden Alters infizieren, doch für Säuglinge und Kleinkinder stellt es ein erhöhtes Risiko dar. Es verursacht Atemwegsinfektionen, die sich bis hin zu schweren Komplikationen wie Bronchiolitis oder Lungenentzündung entwickeln können. Besonders gefährdet sind Frühgeborene und Kinder mit Vorerkrankungen. Obwohl RSV bei Erwachsenen oft milde verläuft, können schwere Verläufe bei kleinen Kindern lebensgefährlich sein. Seit Kurzem gibt es einen Impfstoff, der auch für Schwangere zugelassen ist, und Neugeborene laut dem Paul-Ehrlich-Institut bis zu sechs Monate schützen kann.
Das Humane Metapneumovirus (hMPV) wurde erst 2001 entdeckt und zeigt ähnliche Symptome wie RSV, darunter Fieber, Husten und allgemeine Schwäche. Obwohl die Verläufe meist leicht bis mittelschwer sind, betrifft das Virus laut Msdmanuals.com ebenfalls vor allem Kinder. Schwerwiegende Fälle sind seltener als bei RSV, dennoch bleibt hMPV eine relevante Ursache für Atemwegserkrankungen im Kindesalter. Bislang existiert jedoch kein Impfstoff, weshalb Prävention wie gute Hygiene und das Vermeiden von engen Kontakten bei Ausbrüchen entscheidend sind, um Kinder zu schützen.
Neue Coronaviren: Auch Sars-CoV-2 ist noch immer ein Thema
Auch Coronaviren gibt es noch immer und die Krankheitserreger sind vielfältiger, als viele denken. Sie umfassen nicht nur das bekannte SARS-CoV-2-Virus, das die Covid-19-Pandemie auslöste. Tatsächlich machen sie etwa 10 bis 15 Prozent aller Erkältungsfälle aus und waren bereits lange vor 2020 bekannt. Zu dieser Virusfamilie gehören auch andere Arten, die milde Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen und leichtes Fieber verursachen.
Diese Viren und Bakterien machen uns krank




Dank Impfungen und der natürlichen Immunität, die viele Menschen durch vorherige Infektionen erworben haben, verlaufen Covid-19-Erkrankungen mittlerweile oft weniger schwer. Trotzdem bleibt SARS-CoV-2 aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit weiterhin ein Thema, insbesondere durch neue Varianten, die weltweit auftauchen. Hierzulande wurde im Juli erstmals die neue Variante XEC erfasst, die laut Wdr.de nach Omikron mit fast 40 Prozent für die zweitmeisten Infektionen bundesweit verantwortlich ist.
Vor Erkältungen schützen: So gehen Sie Viren aus dem Weg
Um sich vor Erkältungsviren zu schützen, sind nach wie vor die einfachen Maßnahmen die effektivsten. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife reduziert die Übertragung von Viren erheblich. Das Vermeiden enger Kontakte zu Erkrankten sowie regelmäßiges Lüften in Innenräumen senken ebenfalls das Ansteckungsrisiko.
Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft stärken darüber hinaus das Immunsystem. Insbesondere in der Erkältungssaison sollten häufig berührte Oberflächen, wie Türklinken, regelmäßig gereinigt werden. Das RKI empfiehlt außerdem Impfungen gegen Influenza und andere relevante Krankheiten als wirksame Prävention, besonders für Risikogruppen.
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