VonJasmina Deshmehschließen
Auch jetzt heißt es wieder: Winterzeit ist Grippezeit. Die meisten Menschen erkranken aktuell an Schweinegrippe. Was man über den Erreger wissen sollte.
Erst Corona, jetzt die Grippe: Atemwegsinfekte haben Deutschland fest im Griff. Laut Robert Koch-Institut (RKI) tummeln sich unter den Erregern aktuell vor allem viele Influenzaviren, genauer gesagt, das Influenzavirus A/H1N1. Es löst die Schweinegrippe aus. Doch wie gefährlich ist der Erreger? Und wie kann man sich am besten schützen?
Grippewelle betrifft Menschen jeden Alters
Nachdem Ende 2023 mehr als jeder Zehnte in Deutschland krank war, sind die Atemwegsinfekte etwas zurückgegangen. RKI-Experten führen das auf reduzierte Kontakte während der Feiertage und Ferien zurück. Seit Jahresbeginn sind die Zahlen nun stabil und liegen bei 5.400 Fällen pro 100.000 Einwohnern, das heißt 5,4 Prozent der Deutschen (entspricht 4,5 Millionen Menschen) leiden aktuell an einem Atemwegsinfekt mit Husten, Halsschmerzen oder Fieber. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene bis 34 Jahre und Schulkinder von fünf bis 14 Jahre, während Menschen ab 35 weniger erkranken.
Übeltäter sind laut RKI im Moment vor allem Influenzaviren, RS-Viren sowie Corona- und Rhinoviren (klassische Erkältungsviren). Die „Grippewelle“ habe per Definition also offiziell begonnen, so die Fachleute. Am häufigsten wurde unter den Influenzaviren das Schweinegrippevirus nachgewiesen.
Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?
Die Krankheit wird als Schweinegrippe bezeichnet, da sie erstmals bei Schweinen nachgewiesen wurde und sich Menschen früher häufig beim Kontakt mit den Tieren infizierten. Mittlerweile hat sich das Virus weiterentwickelt, sodass eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist, wie der Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums informiert. Der Erreger wird durch feinste Tröpfchen übertragen und löst in der Regel grippetypische Symptome aus, wie:
- Plötzliches hohes Fieber
- Appetitlosigkeit
- Schnupfen
- Halsschmerzen
- Husten
- Muskel- und Gliederschmerzen
- in einigen Fällen: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
Als 2010 die ersten Schweinegrippe-Fälle in Deutschland auftraten, war kaum jemand gegen das Virus immun. Das Virus verbreitete sich sehr schnell und stellte sich als deutlich ansteckender heraus, als die herkömmliche Grippe. Die öffentliche Aufregung war deshalb groß. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit aber milde, schwere Verläufe und Todesfälle sind in Deutschland die Ausnahme, so das Bundesministerium für Gesundheit. Mittlerweile gilt das Virus als Mitverursacher der saisonalen Grippewellen.
Erhöhtes Risiko für Schwangere, Kleinkinder und Ältere
Wie auch bei der normalen Grippe gilt auch bei der Schweinegrippe besondere Vorsicht bei Schwangerschaften, kleinen Kindern und älteren Menschen. Auch bestimmte Vorerkrankungen können ein Risiko für schwere Krankheitsverläufe sein, dazu zählen:
- Lungen- und Herz-Erkrankungen
- Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
- Lebererkrankungen
- Immundefekte
- Starkes Übergewicht
- Neurologische und neuromuskuläre Erkrankungen
Mögliche (seltene) Komplikationen bei einer Ansteckung mit Schweinegrippe sind eine schwere Bronchitis, Lungenentzündungen, Herzinfarkt und ein Schlaganfall. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte mit seinem Arzt über eine mögliche Grippe-Impfung sprechen.
Wie steckt man sich an und wie kann man sich schützen?
Wie auch saisonale Grippeviren verbreitet sich der Schweinegrippe-Erreger über Tröpfcheninfektion. Werden winzige Tröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Luft geschleudert, können sie von anderen Menschen eingeatmet oder über die Nasen- und Mundschleimhäute aufgenommen werden. Da Schweinegrippeviren auch eine Zeit lang außerhalb des Körpers überleben, kann eine Übertragung auch durch Händeschütteln oder Berühren verunreinigter Gegenstände wie Treppengeländer und Türklinken erfolgen. Wie lange eine Person nach einer Grippeinfektion ansteckend ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als Faustregel gilt: mindestens eine Woche nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen. Allerdings können Erkrankte schon einen Tag vor den ersten Symptomen und Kinder und immungeschwächte Personen deutlich länger als sieben Tage infektiös sein.
Diese Viren und Bakterien machen uns krank




Um eine Ansteckung mit Grippeviren aller Art zu vermeiden, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ausreichend Hygiene im Alltag zu achten. Dazu zählt regelmäßiges Händewaschen, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen, regelmäßiges Lüften beheizter Innenräume und Abstand zu hustenden und niesenden Menschen zu halten. Außerdem können die richtige Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung zu einem starken Immunsystem beitragen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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