VonSven Schneiderschließen
Insbesondere jüngeren Menschen nutzen immer seltener Bargeld im Jahr 2023. Wird es vollständig abgeschafft? Der Digitale Euro soll nach Deutschland kommen.
Hamm - Das Bezahlen mit der Bankkarte oder gar dem Smartphone wurde in den vergangenen Jahren immer beliebter bei Verbrauchern in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland. Die Corona-Pandemie dürfte diesen Effekt noch einmal verstärkt haben, zumal kontaktloses Bezahlen vielerorts erwünscht war. Das traditionelle Bargeld findet seitdem eher selten den Weg ins eigene Portmonee - und wird bald völlig abgeschafft? Nicht ganz. Dennoch soll der Digitale Euro die Bezahlung in der EU revolutionieren.
Wird Bargeld abgeschafft? Digitaler Euro soll Bezahlung revolutionieren
Karte oder Smartphone zücken, ans Lesegerät halten und anschließend den Laden verlassen - das Bezahlen im Jahr 2023 ist wohl einfacher denn je. War die Kartenzahlung vor einigen Jahren noch eine Ausnahme, um große Geldbeträge zu überweisen, wird sie heute beinahe überall angeboten. Dort, wo lediglich Barzahlung erlaubt ist, könnte sich schon bald einiges ändern.
Die EU-Kommission hat ein Gesetz vorgelegt, um den Digitalen Euro einzuführen. Das Ziel: In den 20 Ländern, in denen der Euro als Landeswährung gilt, soll eine digitale Gemeinschaftswährung als legales Zahlmittel integriert werden. Bedeutet kurz und knapp: Das zurzeit mitgeführte Bargeld landet in einer digitalen Geldbörse, mit der überall bezahlt werden kann. Händler sind dann dazu verpflichtet, sowohl Bargeld als auch den Digitalen Euro anzunehmen.
Digitaler Euro soll frühestens 2026 kommen - wie landet er in meinem Portmonee?
Völlig neu sind die Pläne bezüglich des Digitalen Euros nicht. Schon im Jahr 2020 standen sie im Raum. Mit dem Digitalen Euro will sich die Europäische Union unabhängig machen von ausländischen Privatunternehmen wie Paypal oder Kreditkartenunternehmen. Wichtig hierbei für Verbraucher in den Euro-Ländern: Der Digitale Euro soll das Bargeld nicht ersetzen.
Demnach sehen die Pläne zum Digitalen Euro vor, dass eben jener als zusätzliches Bezahlsystem zur Verfügung gestellt wird. Verbraucher sei es offen gestellt, ob sie auf das digitale Gegenstück zum „Cash“, das Zuhause gut durchdacht versteckt werden sollte, umsteigen. Zudem soll der Digitale Euro an den Eurokurs gekoppelt werden, um Stabilität des Kurses zu gewährleisten.
Doch wie landet der Digitale Euro in meiner digitalen Geldbörse? Aktuell beliefert die Europäische Zentralbank (EZB) die Privatbanken mit Geldscheinen. Zukünftig soll über genau diesen Weg auch der Digitale Euro zur Verfügung gestellt werden. Anschließend landet die Währung via App beim Verbraucher. Weil allerdings noch einige Fragen bezüglich Datensicherheit beantwortet werden müssen, wird mit einer Einführung des Digitalen Euros frühestens 2026 gerechnet. Ebenso würde dann das oftmals teure Abheben von Bargeld im Ausland wegfallen. Verbraucher können hier aber einige Kostenfallen umgehen.
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